FDA veröffentlicht Draft Guidance für Medizinische Gase

Im Juni hat die US FDA ein neues Guidance for Industry Dokument als Entwurf veröffentlicht. Das Dokument soll Herstellern von Medizinischen Gasen mit detaillierten Empfehlungen helfen, GMP Regeln ein- und umzusetzen. Die FDA betrachtet Medizinische Gase dabei als pharmazeutische Endprodukte, die bei unsachgemäßer Herstellung ein großes Risiko für Patienten darstellen können.

Die Empfehlungen sind für alle Gase, die der FDA Definition eines Arzneimittels, eines medizinischen Gases entsprechen und für die im US Arzneibuch genannten anzuwenden.

Das neue Papier ersetzt die Vorgängerversion von 2003, welche ebenfalls nur als Entwurf vorgelegen ist. Das Papier ist sehr umfassend und in folgende Kapitel gegliedert:

  • Organisation
  • Building and Facilities
  • Equipment
  • Components, Containers and Container Closure Systems
  • Production and Process Controls
  • Packaging and Labeling Controls
  • Holding and Distribution
  • Laboratory Controls
  • Records and Reports
  • Returned Medical Gases
  • Adapters
  • Glossary

Im ersten Kapitel werden vor allem die Anforderungen an die Quality Unit eines Herstellers Medizinischer Gase aufgeführt. So wird die Funktion für die Freigabe gefordert, für die Fehleruntersuchung, aber auch für Quality Agreements und die Lieferantenqualifizierung (von Zulieferern oder Dienstleistern. In kleinen Firmen kann diese Funktion auch mit nur einer Person abgedeckt sein. Hauptaugenmerk im Kapitel "Building and Facilities" wird auf die Erfordernis eines Quarantäne-Bereichs gelegt. Da es gängige Praxis ist, beschriftete Flaschen neu zu befüllen, kann nur so der Verwechslung von Containern entgegen gewirkt werden.

Im Kapitel "Equipment" wird auf die Anforderung der Abfüllausrüstung und deren Qualifizierung eingegangen. Kritisch sieht die FDA Ventile, die zur Verunreinigung oder Vermischung von Gasen führen können. Die Themen Reinigung, Wartung der Anlagen und Kalibrierung werden ebenfalls behandelt.

Sehr ausführlich ist das Kapitel Container and Container Closure Systems. Neben den allgemeinen Anforderungen, dass von den Behältern keine negative Beeinflussung des Produkts erfolgen darf, werden Prüfungen beschrieben, wie z.B. der Flaschen-Ventile, Verbindungsstücke und Druckanzeigen. Auch ein Geruchstest ist beschrieben, der zur Prüfung eingesetzt werden kann, ob sich noch Gasreste im Behälter befinden. Kohlendioxid, Stickoxide sowie giftige Gase sind hier ausgenommen. Zur Prüfung einer möglichen Korrodierung im Inneren von Edelstahl-Flaschen wird der "hammer test" beschrieben, bei dem leicht mit einem hammerähnlichen Werkzeug gegen die Außenwand geklopft wird.
Erstaunlich kurz gehalten ist dagegen das Kapitel "Production and Testing". Neben der Anforderung, dass der Herstellprozess eines Medizinischen Gases validiert sein muss, werden die Temperaturabhängigkeit der Druckanzeige beim Abfüllprozess sowie die Ausbeuteberechnung erläutert.

Kritisch gesehen werden die Etikettierung bzw. Kennzeichnung der Gasbehälter, da unsachgemäße Verfahren zu Untermischungen von Produkten oder Behältern führen kann. In manchen Fällen beschreibt die FDA hier sogar eine 100% Kontrolle der Kennzeichnung.
Für Laborprüfungen von Medizinischen Gasen gelten dieselben Anforderungen wie für Prüfungen an Arzneimittel, die in 21 CFR 210 Teil i hinterlegt sind.

Die FDA rät im Weiteren davon ab, medizinische Gase durch Aufreinigung von Gasen mit industrieller Qualität zu gewinnen, da diese erhöhte Mengen von teilweise nicht durch Prüfung abgedeckte Verunreinigungen enthalten können.

Kommentare zum neuen Entwurf der Guidance Current Good Manufacturing Practice for Medical Gases Guidance for Industry sind bis Ende Juli möglich.

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