FDA stellt kritische Mängel bei analytischen Prüfungen und CGMP-Oversight fest

Am 6. Oktober 2026 hat die U.S. Food and Drug Administration (FDA) einen neuen Warning Letter, datiert auf den 2. September 2026, veröffentlicht. Darin beschreibt die FDA erhebliche Verstöße gegen die Anforderungen der Current Good Manufacturing Practice (CGMP), die während einer vom 9. bis zum 13. März 2026 durchgeführten Inspektion in einem Betrieb in Taiwan festgestellt wurden.

Die FDA kommt zu dem Schluss, dass die für die Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Lagerung von Arzneimitteln eingesetzten Methoden, Anlagen und Kontrollen nicht den CGMP-Anforderungen gemäß 21 CFR, Teile 210 und 211, entsprachen. Die Stellungnahme des Unternehmens zum Form FDA 483 wurde als unzureichend bewertet, da sie weder ausreichende unterstützende Dokumente noch Nachweise dafür enthielt, dass wirksame Korrekturmaßnahmen umgesetzt wurden.

Unzureichende analytische Prüfungen vor der Chargenfreigabe

Ein wesentlicher Mangel betraf die analytischen Prüfungen und die Freigabe von Fertigarzneimitteln.

Der Betrieb hatte OTC-Arzneimittel freigegeben und vertrieben, ohne alle erforderlichen Prüfungen durchzuführen. In einem Fall war die Gehaltsbestimmung des Wirkstoffs nicht Bestandteil der Freigabeprüfung des Fertigprodukts.

Darüber hinaus stellte die FDA fest, dass das Qualitätssystem nicht sicherstellte, dass alle erforderlichen Prüfungen vollständig erfasst, dokumentiert und durchgeführt wurden. Außerdem gab es weder ein angemessenes schriftliches Verfahren noch eine Qualitätsvereinbarung, in der die Verantwortlichkeiten des Vertragsherstellers und des Auftraggebers eindeutig festgelegt waren. Dies betraf insbesondere:

  • die Festlegung von Produktspezifikationen
  • die Durchführung und Überprüfung analytischer Prüfungen
  • die Untersuchung von Abweichungen und Prüfergebnissen außerhalb der Spezifikation
  • die Freigabe und Vernichtung von Chargen
  • die Kommunikation qualitätsbezogener Informationen

Die FDA forderte eine umfassende Qualitätsvereinbarung sowie vollständige Übersichten über die für jedes Produkt verwendeten chemischen und mikrobiologischen Prüfverfahren und Spezifikationen. Diese Unterlagen sollten vor der Chargenentscheidung vorgelegt werden.

Mängel bei der Prüfung eingehender Materialien und der Lieferantenqualifizierung

Der Betrieb führte vor der Verwendung in der Herstellung nicht alle erforderlichen Identitäts- und Konformitätsprüfungen an eingehenden Wirkstoffen und anderen Bestandteilen durch. Stattdessen stützte er sich in erheblichem Umfang auf Analysenzertifikate der Lieferanten, ohne die Zuverlässigkeit der darin enthaltenen Analysenergebnisse angemessen nachgewiesen zu haben. Die FDA verwies insbesondere auf fehlende Prüfungen, die in den einschlägigen USP-Monographien vorgeschrieben sind.

Im Warning Letter wird betont, dass die Nutzung eines Analysenzertifikats des Lieferanten nur dann akzeptabel ist, wenn der Hersteller die Analysenergebnisse des Lieferanten angemessen qualifiziert und ihre Zuverlässigkeit in geeigneten Abständen überprüft hat. Ein Analysenzertifikat entbindet den Hersteller nicht von seiner Verantwortung, sicherzustellen, dass die Bestandteile die Anforderungen an Identität, Gehalt, Qualität und Reinheit erfüllen.

Unzureichende Prozessvalidierung und Kontrolle des pharmazeutischen Wassers

Der Betrieb hatte die Herstellungsprozesse für seine OTC-Arzneimittel nicht angemessen validiert. Insbesondere stimmte die Validierungsdokumentation nicht mit dem tatsächlich durchgeführten Herstellungsprozess überein. Ein in der Validierungsdokumentation aufgeführter Herstellungsschritt fehlte im zugehörigen Herstellungsprotokoll. Zudem wurden für verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Herstellungsprozessen dieselben Validierungsunterlagen verwendet.

Die FDA stellte außerdem Mängel bei der Qualifizierung und Überwachung eines pharmazeutischen Wassersystems fest. Das Qualifizierungsprotokoll und der Qualifizierungsbericht enthielten keine kritischen Parameter wie:

  • Gesamter organischer Kohlenstoff ( Total organic carbon)
  • die Leitfähigkeit
  • die mikrobiologische Belastung

Die FDA wies darauf hin, dass eine alleinige Erhöhung der Probenahmehäufigkeit nicht ausreicht, wenn zuvor keine geeigneten Grenzwerte und wissenschaftlich begründeten Überwachungsanforderungen festgelegt wurden. 

Unzureichende Aufsicht durch die Quality Unit und Mängel im Änderungsmanagement

Die Quality Unit (QU) übte keine ausreichende Aufsicht über die Herstellungstätigkeiten aus. Prozessparameter wurden ohne dokumentierte Begründung geändert, ohne die etablierten Verfahren für das Änderungsmanagement und den Umgang mit anormalen Situationen einzuhalten.

Die FDA forderte eine umfassende Bewertung sowie einen Maßnahmenplan zur Behebung der Mängel. Damit soll sichergestellt werden, dass die Quality Unit über die erforderlichen Befugnisse, Ressourcen und Verfahren verfügt, um die Herstellung wirksam zu beaufsichtigen. Dazu gehören insbesondere:

  • eine vollständige Chargenprüfung vor der Chargenentscheidung
  • die Genehmigung von Prozessänderungen vor Beginn der kommerziellen Herstellung
  • eine angemessene Aufsicht über Untersuchungen und CAPA-Maßnahmen

Herstellungstätigkeiten ausgesetzt

Während der Inspektion erklärte der Betrieb, dass seine FDA-Arzneimittelregistrierung abgelaufen sei und nur dann erneuert werde, wenn ein Auftrag aus den USA eingehe.

Die FDA stellte klar, dass der Betrieb die Behörde vor der Wiederaufnahme regulierter Herstellungstätigkeiten informieren muss. Vor diesem Schritt wird erwartet, dass das Unternehmen die festgestellten Mängel und systemischen Schwachstellen behebt.

Weitere Informationen enthält der vollständige Warning Letter zu TCI Co., Ltd BioCosme PABP BRANCH, der auf der Website der FDA veröffentlicht wurde.

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