FDA Leitfaden zum Thema Immunreaktionen auf Therapeutische Proteinprodukte

Für die Bewertung der Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Wirksamkeit und Sicherheit von biologischen Arzneimitteln und Wirkstoffen sind mögliche Immunareaktionen der Patienten von massgeblicher Bedeutung. Vor allem bei therapeutischen Proteinprodukten können Immunreaktionen auftreten - d.h. die Bildung von sogenannten Anti-Drogen-Antikörper (ADAs), die das Potential haben, den therapeutischen Nutzen negativ zu beeinflussen oder ganz außer Kraft zu setzen. 

Die Erfahrungen bisher zeigen, dass die Immunreaktionen bei Probanden sehr unterschiedlich ausfallen können: manchmal kaum messbar und manchmal extrem gefährlich und schädlich. Demzufolge ist die Erfassung solcher Immunantworten und der Nachweis und die Analyse von ADAs und deren Auswirkungen auf Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Sicherheit oder Wirksamkeit ein wichtiger Baustein bei der Entwickung und Prüfung therapeutischer Proteinprodukte. Das Risiko für die Probanden, eine ADA-erzeugende Immunantwort auf ein therapeutisches Proteinprodukt zu entwickeln, ist auch je nach Produkt unterschiedlich. Die FDA empfiehlt einen risikobasierten Ansatz zur Bewertung von und zum Umgang mit Immunantworten oder immunologisch bedingten klinischen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit therapeutischen Proteinprodukten. Solche Immunogenitätstests müssen in der Lage sein, ADAs nachzuweisen, die unerwünschte biologische oder physiologische Folgen auslösen können. Solche Immunreaktionen sollten auch in den Produktbeschreibungen als Nebenwirkung aufgeführt werden.

Was der Leitfaden enthält und seine Geltung

Aus den o.g.  Tatsachen ergibt sich, dass entsprechende Assays zur Untersuchung und Detektion von ADAs und der ausgelösten Reaktionen einen Schlüsselaspekt der Entwicklung von Produkten für therapeutische Proteine darstellen.
Aus diesem Grund hat die FDA jetzt den Leitfaden "Immunogenicity Testing of Therapeutic Protein Products —Developing and Validating Assays for Anti-Drug Antibody Detection" veröffentlicht. Er gibt Empfehlungen zur Erleichterung der Entwicklung und Validierung von Assays durch die Industrie zur Beurteilung der Immunogenität von therapeutischen Proteinprodukten während klinischer Studien. Dazu definiert der Leitfaden: "Für die Zwecke dieser Leitlinien ist die Immunogenität definiert als die Bereitschaft eines therapeutischen Proteinprodukts, Immunantworten auf sich selbst und verwandte Proteine zu erzeugen oder immunologisch verwandte klinische Nebenwirkungen zu induzieren."
Dafür umfasst der Leitfaden Informationen für die Entwicklung und Validierung von Screening-Assays, Bestätigungstests, Titrationstests und Neutralisationstests. Sie gelten für Assays zum Nachweis eines oder mehrerer Anti-Drogen-Antikörper. In einigen Fällen können die Empfehlungen auch für bestimmte Peptide, Oligonukleotide und Kombinationsprodukte gelten. Dagegen gilt dieser Leitfaden nicht für In-vitro-Diagnostika.

Weitere Detail entnehmen Sie bittedirekt dem Leitfaden "Immunogenicity Testing of Therapeutic Protein Products — Developing and Validating Assays for Anti-Drug Antibody Detection".

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