FDA beanstandet Visuelle Inspektion

Bei einer Inspektion im März 2026 beanstandet die FDA Mängel im Programm zur visuellen Inspektion steriler injizierbarer Arzneimittel. Im Warning Letter kritisiert die Behörde insbesondere die unzureichende Qualifizierung des Inspektionspersonals sowie Defizite bei Qualifizierungskit und Dokumentation.

Die FDA beanstandet in ihrem Warning Letter u.a., dass die visuelle Inspektion des Herstellers nicht geeignet ist, sicherzustellen, dass sterile injizierbare Arzneimittel "essentially free of visible particulates" sind. Im Zentrum der Beanstandung steht die nach Ansicht der FDA unzureichende Qualifizierung des Personals, das die visuelle Kontrolle von sterilen Beuteln durchführt. Außerdem werden die Zusammensetzung des hierfür verwendeten Qualifizierungskits sowie unzureichende Dokumentation bemängelt. Das verwendete Qualifizierungstestkit enthält nach Auffassung der FDA keine ausreichend repräsentativen sichtbaren Partikel, etwa im Hinblick auf die Partikelgröße. Zudem seien die Qualifizierungsaufzeichnungen zu wenig detailliert gewesen, um die Qualifikation der Mitarbeitenden nachvollziehbar zu machen.

In seiner Antwort auf die Inspektionsmängel hat das Unternehmen angegeben, dass das Qualifizierungskit repräsentative Partikel enthalten habe; zusätzlich werde ein neues Kit entwickelt. Außerdem kündigt das Unternehmen an, Produktions- und Post-Market-Daten regelmäßig zu überprüfen, um zu verifizieren, dass das Kit repräsentativ bleibt.

Für die FDA ist die Antwort jedoch nicht ausreichend. Nach Darstellung der Behörde adressiert sie nicht den Kernfehler, dass das Qualifizierungsprogramm nicht gezeigt habe, dass das Inspektionspersonal sichtbare Partikel hinreichend detektieren kann. Die FDA weist darauf hin, dass die Beispielpartikel im Kit möglicherweise nicht repräsentativ für kleinere Partikel sind, die in den Arzneimitteln auftreten können. Die FDA erläutert dabei grundsätzlich, dass die visuelle Detektion von Partikeln ein probabilistischer Prozess ist. Sie hängt unter anderem davon ab, dass sichtbare Partikel von trainiertem Personal mit geeigneter Sehschärfe reproduzierbar erkannt werden können. Daraus leitet die FDA konkrete Erwartungen an die Qualifizierung ab: Das Qualifizierungskit solle Partikel in Größe und Zusammensetzung enthalten, welche die Mitarbeiter über die Bandbreite der im Arzneimittel möglichen Partikelgrößen, angemessen fordern. Als typische Anforderung nennt die FDA, dass solche Kits Partikel im Bereich von 100-150 µm enthalten sollten, um die Detektionsfähigkeit der Mitarbeiter der visuellen Inspektion ausreichend zu "challengen".

Die FDA fordert eine umfassende, unabhängige Bewertung des visuellen Inspektionsprogramms sowie einen darauf aufbauenden Remediation-Plan. Dieser Plan soll die Inspektionsmethodik (soweit erforderlich) verbessern, vor allem aber Qualifizierungsprotokolle und Dokumentation für sämtliches Inspektionspersonal so ausgestalten, dass die Qualifikation nachvollziehbar und belastbar nachgewiesen werden kann. Außerdem fordert die FDA, die Anforderungen aus USP <790> "Visible Particulates in Injections" in die eigenen Verfahren zu integrieren und Qualifizierungsstudien mit einer geeigneten Bandbreite an Partikeltypen und -größen durchzuführen - einschließlich Partikeln von etwa 100-150 µm -, um die Detektionsfähigkeit der Mitarbeiter der visuellen Kontrolle angemessen zu prüfen.

Den ausführlichen Warning Letter finden Sie auf der Seite der FDA.

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