Die neue USP-Monographie zur Validierung analytischer Methoden

Seit Mai diesen Jahres ist die lange erwartete / diskutierte USP-Monographie <1210> "STATISTICAL TOOLS FOR PROCEDURE VALIDATION" in Kraft.

In dieser Monographie werden aus der zugrunde liegenden Basisguideline ICH Q2(R2) abgeleitete statistisch orientierte Auswertungen zur Methodenvalidierung beschrieben, die bei der Validierung von Vorschlägen für "Compendial Methods" gemäß USP <1025> verwendet werden können ("This chapter describes utilization of statistical approaches in procedure validation as described in Validation of Compendial Procedures <1225>.").

Selbstverständlich können diese Methoden (statistical tools) auch für die Validierung eigener produktspezifischer Prüfverfahren eingesetzt werden. Diese Anwendungssituation scheint den Autoren dieser Monographie sehr gegenwärtig zu sein, denn in der Mitte von Kapitel 3 heißt es zur Entscheidung für die eine oder andere Formel: "Selection of an interval will depend on... and a company's risk profile."

Wie alle USP-Monographien mit Nummern ab 1000 hat auch diese Monographie orientierenden und empfehlenden Charakter; dies wird sogar ausdrücklich betont ("Although some statistical interval examples are provided in 32. Accuracy and Precision", these methods are not intended to represent the only approach for data analysis, nor to imply that alternative methods are inadequate.").

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass die vorgestellten Methoden der statistischen Auswertung nicht die einzig möglichen sind ("This chapter presented some simple statistical methods that can be used in procedure validation as described in <1225>. These methods may not be applied in all situations, and other statistical approaches, both more and less sophisticated, may be appropriate for any particular situation.").

Das bedeutet, dass diese neue Monographie für die Alltagsarbeit der Methodenvalidierer insbesondere als Interpretationshilfe zur ICH-Guideline Q2 nützlich ist. Einige Erklärungen weit verbreiteter Vorgehensweisen (z.B. Verwendung des in der ICH-Guideline zur Schätzung des LOD aus der Streuung ohne Begründung angegebenen Faktors (LOD =~ 3.3 * Sigma/Steigung, wobei 3.3 =~ 2 x 1.645 mit Z1-alpha = Z1-beta = 1.645)) sind als ergänzendes Hintergrundwissen interessant.

Der Veröffentlichung dieser Monographie vorausgegangen war eine ganze Serie umfangreicher Stimulus-Artikel im Pharmacopoeial Forum. Der Abschnitt zur statistischen Auswertung der Überprüfung der Kalibrierfunktion ("Linearitätsstudie") ist nicht mehr enthalten - somit geht es "nur noch" um die Auswertung der Untersuchungen zur Richtigkeit (Wiederfindungsrate /systematische Fehler (bias)) und zur Streuung (precision) und die Schätzung/Validierung von LOD und LOQ.

In der Veranstaltung A10/A11 ("Statistisches Denken für Analytiker), 6.-9. November 2018 in Heidelberg wird explizit auch auf USP <1210> eingegangen.

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