Der USP Stimuli Article über die richtige Verwendung der Mittleren Kinetischen Temperatur

Beim Transport pharmazeutischer Produkte kommt es trotz sorgfältiger Vorkehrungen immer wieder zu Überschreitungen der deklarierten Lagertemperatur. Um den Effekt solcher Schwankungen auf die Stabilität des Produkts abschätzen zu können, wird in der Regel die mittlere kinetische Temperatur (MKT) berechnet. In die aus der Arrhenius-Gleichung abgeleitete Berechnungsformel gehen die zu verschiedenen Zeitpunkten gemessenen Temperaturüberschreitungen T1, T2 ...   ein (DH = Aktivierungsenergie; R = allgemeine Gaskonstante).

Die USP hat vor einiger Zeit im Pharmacopoeial Forum einen Stimuli Article zur richtigen Verwendung der mittleren kinetischen Temperatur veröffentlicht. Anlass für diesen Artikel ist die häufig vorkommende falsche Anwendung der MKT, die ihren Zweck, den kumulativen Energieeintrag in das pharmazeutische Produkt abzuschätzen, verfehlt.

Der Artikel nennt als Beispiel die Berechnung der MKT über einen Zeitraum von 52 Wochen, während dessen alle 15 min eine Temperaturaufzeichnung erfolgt. Die einzelnen Schwankungen innerhalb dieser Periode spiegeln sich nicht in der MKT wider, sondern werden nivelliert. Bei einer im Beispiel vorgeschriebenen Lagertemperatur von 20 - 25o läge der 52-Wochen-Wert der MKT bei 23,98o und damit innerhalb der Toleranz. Werden jedoch 30-Tage-Werte der MKT berechnet, zeigt sich, dass diese zeitweise weit außerhalb des erlaubten Berreichs liegen. Im Beispiel des Artikels beträgt die MKT innerhalb einer 30-Tagesperiode 28,98o und an einem Tag sogar 30,7o.

Die Monographie <659> Packaging and Storage Requirements (USP 41 S. 6384) erlaubt für Produkte, die bei Raumtemperatur gelagert werden, zwar einen Temperaturbereich von 15 - 30o mit kurzzeitigen Werten bis zu 40o - allerdings nur, wenn diese in einem Zeitraum von weniger als 24 Std. auftreten und die MKT 25o beträgt. Der Spitzenwert der MKT von 28,98o verstößt somit gegen die Anforderungen der Monographie <659> und die Stabilität des Produkts ist nicht mehr gewährleistet.

Die Autoren des Stimuli Article plädieren daher für die Berechnung von 30-Tage-Werte der MKT für Produkte, die bei Raumtemperatur gelagert werden und leiten in einem analogen Beispiel für kühl zu lagernde Substanzen (2 - 8o) 24-Std.-Werte für die MKT ab.

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