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Seminar Nr. 15653

Der Stabilitätsbeauftragte (A 22)


30. Mai / 1. Juni 2017, Heidelberg


Kosten: EUR 1.590,-- (zzgl. MwSt.)


RÜCKFRAGEN UNTER:

Tel.: 06221 / 84 44 0 E-Mail: info@concept-heidelberg.de

Referenten


Dr. Gert Brandl, Bayer Pharma AG, Berlin
Dr. Siegfried Keidel, F. Hoffmann-La Roche AG
Dr. Hoanna Ruppel, Labor L+S AG
Dr. Thomas Trantow, Analytik-Service Dr. T. Trantow



Zielsetzung


Ziel dieses Seminars ist es, das erforderliche Wissen zu vermitteln, um
  • Stabilitätsprüfungen zu planen,
  • Stabilitätsprüfungen zu organisieren und zu überwachen,
  • Stabilitätsprüfergebnisse zu bewerten,
  • aus den Stabilitätsdaten Haltbarkeitsaussagen abzuleiten,
  • Daten der Folgestabilität (GMP) zu beurteilen.


Hintergrund


Stabilitätsdaten von Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln und die abgeleiteten Haltbarkeitsaussagen sind ein elementares Element von Zulassungsanträgen. Wegen der Dauer und der Kosten von Stabilitätsstudien ist es entscheidend, diese fehlerfrei zu planen und durchzuführen. Kompetenz und Verantwortung für diese Aufgaben sind häufig in der Funktion eines hierfür Beauftragten konzentriert. Einige wichtige Kernaufgaben des Stabilitätsbeauftragten sind:

Planung, Organisation und Auswertung von Stabilitätsstudien
Überprüfung der Einhaltung der spezifizierten Haltbarkeit bei Chargen mit Abweichungen in der Herstellung
Planung von Stabilitätsprüfungen bei Änderungen im Rahmen des Change-Control Prozederes
Auswahl der Chargen für die Folgestabilität

Stabilitätsprüfungen sind GMP-relevant und werden häufig bei Inspektionen hinterfragt. Insofern ist es von entscheidender Bedeutung, die vielfältigen Anforderungen an die verschiedenen Arten von Stabilitätsprüfungen genau zu kennen.

Zielgruppe


Dieses Seminar ist konzipiert sowohl für diejenigen, die Stabilitätsprüfungen planen, durchführen und bewerten, als auch für Verantwortliche und für Mitarbeiter der Qualitätssicherung und der Zulassung in der pharmazeutischen Industrie, sowohl bei den Herstellern von Wirk- und Hilfsstoffen als auch von Fertigarzneimitteln, aber auch bei Dienstleistern wie Lohnherstellern und Auftragslaboren. Ganz besonders angesprochen werden die Stabilitätsbeauftragten in den Laboren und alle, die an anderer Stelle z.B. in der Analytischen Entwicklung, mit Stabilitätsprüfungen zu tun haben.

Programm


Programm 1. Seminartag
Basiswissen für den Stabilitätsbeauftragten: Aufgaben und Ziele, Arten von Stabilitätsprüfungen, Festlegungen der Basisguideline (ICH Q1A)

  • Ermittlung oder Bestätigung von Haltbarkeitsaussagen?
  • Echtzeit- / Beschleunigungs- / Zwischen- / Stressprüfungen
  • Klimazonen / Standard-Lagerbedingungen
  • Lagerdauer / Prüfzeitpunkte / Prüfmuster
  • „Stabiler Wirkstoff“ / „Signifikante Änderungen“
  • Anforderungen an zulassungsrelevante Stabilitätsprüfungen
Klimazonen und Lagerbedingungen

Übersicht der für Stabilitätsprüfungen relevanten Guidelines für Zulassung, Änderungen und GMP
  • ICH, EMA, FDA
  • Neuere Entwicklungen
Stabilität in der Entwicklung: Wirkstoffe
  • Stabilitätsprüfung in der Entwicklung
  • Photostabilität
  • Beispielhafte Stabilitätsprotokolle für Stressstabilität vor Aufnahme der Entwicklung, Stabilitätsprofil Wirkstoff incl. Photostabilität, Vorläufiges Re-Test Datum, Langzeitstabilität Registrierungschargen
  • Besonderheiten bei der Dokumentation
Stabilität in der Entwicklung: Prüfarzneimittel
  • Stabilitätsprüfung von Arzneimitteln in verschiedenen Phasen der Entwicklung
  • Stressstabilität
  • Transportstabilität
  • Stabilitätsprüfung von Prüfarzneimitteln incl. Komparatoren und Placebos
  • Ableitung von Use-by date und Haltbarkeitsaussage incl. In-use Stabilität
  • Besonderheiten bei der Dokumentation und Etikettierung von Prüfarzneimitteln
  • Analysenverfahren und Spezifikationen
  • Komparatoren
Workshop im Plenum: Konzeption von Stabilitätsstudien (Haltbarkeitsprüfung)

Organisation von Stabilitätsstudien: Praktische Durchführung und Inspektion
  • Verantwortlichkeiten
  • Ablauf der Stabilitätsprüfung (Einlagerung, Dokumentation, Fristen, Untersuchungstermine und Zeittoleranzen, Handhabung der Muster)
  • Prüfpläne / Überwachung
  • Dokumentation, EDV bei Stabilitätsprüfungen
  • Kostenaspekte
  • Häufige Mängel
Planung. Prüfung und Überwachung von Stabilitätsstudien: Reduziertes Design [(Bracketing und Matrixing) (ICH Q1D)]
  • Grundlagen zur Design-Reduktion
  • Voraussetzungen und Möglichkeiten des Bracketing / des Matrixing
  • Nutzen und Risiken / Anwendungsbereiche der Designreduktion
Programm 2. Seminartag
Auswertung von Stabilitätsstudien und Ableitung von Haltbarkeitsaussagen

  • Festlegungen der ICH-Guidelines Q1A und Q1E
  • Grafische Darstellungen / Auswertungen
  • Grundlagen statistischer Auswertung
  • Extrapolation: Wann – wie weit?
  • Ableitung von Laufzeiten für die Markt-Produkte
  • Vorteile statistischer Auswertungen
  • Häufige Mängel von Stabilitätsstudien und resultierende Risiken für Laufzeit-OOS
Workshop im Plenum: Bewertung von Stabilitätsdaten und Ableitung von Haltbarkeitsaussagen
  • Augenscheinliche Auswertung
  • Statistische Auswertung
  • Ableitung der Haltbarkeitsaussage
  • Bewertung der Poolbarkeit
Workshop in Gruppen:
Auswertung von Stabilitätsstudien an praktischen Beispielen

  • Augenscheinliche und statistische Auswertung
  • Designvorschläge für frühere Aussagen / Reduktion des Laboraufwands
Stabilitätsprüfung zugelassener Produkte (Haltbarkeitsüberwachung)
  • Regulatorische Anforderungen
  • Standard-Prüfplan für Arzneimittel
  • Bulkstabilität
  • Organisation, Studienmanagement
  • Praktische Durchführung (Einlagerung/Auslagerung/Analytik/Auswertung)
  • Ergebnisbewertung/Vorgehen bei OOS und bei relevanten OOE-Fällen
  • Reduziertes Design (Bracketing und Matrixing)
  • Reduzierte Analytik (Worst Case Testing, Clustering)
  • Konzepte zur Studieninitiierung/zum Musterzug bei größeren Produktsortimenten
Erfolgsfaktoren bei Stabilitätsprüfungen – OOT/OOE?
  • Was macht den Erfolg bei zulassungsrelevanten Stabilitätsprüfungen aus?
  • Was macht den Erfolg bei der Stabilitätsüberwachung aus?
  • Stabilitätsdaten im PQR
  • Häufige Ursachen von Stabilitätsproblemen / Lösungsansätze
Qualifizierung/Betrieb von Klimaprüfkammern und Kühlschränken
  • Anforderungen an Klimakammern / Designqualifizierung
  • Initiale Qualifizierung
  • Überwachung / Kalibrierung / Requalifizierung
GMP bei Stabilitätsprüfungen
  • Dokumentation / Rohdaten
  • Archivierung / Aufbewahrungsfristen
  • Qualitätsmanagement
  • Daten für das Product Quality Review (PQR)
  • Stabilitätsprüfungen in Auftragslaboren
  • Methodentransfer
Programm 3. Seminartag
Workshop in Gruppen: Haltbarkeitsüberwachung

  • Konsequenzen von OOT/OOS
  • Reduktion des Aufwands
  • Fallbeispiel zur Haltbarkeitsüberwachung
Out-of-Trend-Prüfung (OOT) bei der Haltbarkeitsüberwachung
  • Trend - was ist das ?
  • Abgrenzung OOT - OOE
  • Etablierung von Erwartungsbereichen / Warngrenzen OOE
  • OOT: Ableitung der Trendgrenzen je Zeitpunkt oder über alle Zeitpunkte (aus allen Daten)?
  • OOT: Prüfung einzelner Werte oder Prüfung von Veränderungsgeschwindigkeiten?
  • Simultane Intra- und Inter-Batch-Sicht zum Erkennen von Artefakten
  • Beispiele
  • Praxistransfer
Auswertung, Interpretation und Diskussion von Beispielen zur Haltbarkeitsüberwachung
  • Ableitung der Haltbarkeitsaussage aus Daten der Stabilitätsprüfung
  • Etablierung der Vorgehensweise und der Warngrenzen für die Haltbarkeitsüberwachung
  • Produktionschargen in der Haltbarkeitsüberwachung: Chargen mit höheren / geringeren Ausgangswerten / Abbauraten
  • Bewertung der Haltbarkeitsaussage im Licht der Produktionschargen
Workshop in Gruppen: Planung einer Stabilitäts-Studie
(wahlweise für die Zulassungsstabilität / für die Haltbarkeitsüberwachung)

  • Details der Auswertung / Erarbeitung von Haltbarkeitsaussagen / Trendanalysen in der Haltbarkeitsüberwachung
Stabilitätsprüfung im Auftragslabor
  • Optionen und relevante Aspekte beim Outsourcen
  • Equipment: relevante Aspekte; Praxisbeispiele
  • Probenlagerung und Probenmanagement
  • Analytik: relevante Aspekte; Praxisbeispiele
  • Referenzstandards
  • Gap-Analyse und Transfer
  • Risiken beim Outsourcen


Workshops


Die Workshops zur Vertiefung und zum Erfahrungsaustausch sind ein wesentliches Element dieses Seminars. Die erarbeiteten Ergebnisse werden allen Teilnehmern verfügbar gemacht.

Im Workshop im Plenum am ersten Tag werden anhand ausgewählter Beispiele die für Stabilitätsprüfungen erforderlichen Festlegungen und Planungen besprochen.

In einem Workshop im Plenum am zweiten Tag werden anhand ausgewählter Beispiele aus Stabilitätsdaten Haltbarkeitsaussagen abgeleitet; es wird dabei gezeigt, welche Informationen mithilfe statistischer Auswertungen erhalten werden und wann solche Auswertungen hilfreich sind (unabhängig davon, ob diese eingereicht werden). Die Teilnehmer können vorab einen anonymisierten Datensatz ihrer Wahl zur statistischen Auswertung einreichen.

In einem Workshop zur Haltbarkeitsüberwachung in Parallelgruppen am dritten Seminartag wird untersucht, welche Konsequenzen aus OOT/OOS-Ereignissen in der Haltbarkeitsüberwachung zu ziehen sind, wie der Aufwand reduziert werden kann und welche Aussagen in einem Fallbeispiel der Haltbarkeitsüberwachung möglich sind.

In einem Workshop in Parallelgruppen am dritten Seminartag werden für verschiedene Szenarien Haltbarkeitsstudien geplant. Dabei wird untersucht, welche Informationen für die Planung bereit sein müssen, welche Design-Entscheidungen welche Konsequenzen haben und wie die Daten auszuwerten sind.