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12.02.2018


ZLG veröffentlicht neues Aide memoire für GMP-Inspektoren zur Prozessvalidierung

Mit der Revision des Annex 15 wurde das Thema Prozessvalidierung deutlich komplizierter. Wie sieht die Behörde das Thema Prozessvalidierung heutzutage? Um hier zu einer einheitliche Betrachtungsweise zu kommen, hat die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG) ein neues Aide memoire zur Prozessvalidierung herausgegeben.

Nachfolgend eine kurze Übersicht.

Auf 47 Seiten führt das Aide memoire aus, wie die allgemeinen Prinzipien der Validierung und des QRM auf die Prozessvalidierung angewendet werden sollen.  Diese allgemeinen Prinzipien sind in weiteren Aide memoires beschrieben. Gegliedert sind die 47 Seiten in

  • 1. Vorwort
  • 2. Inspektion der Prozessvalidierung
  • 3. Formulare

Am interessantesten ist natürlich das Kapitel 2 zur Inspektion. Es ist wiederum in 6 Unterkapitel unterteilt:

  • Einführung
  • Prozessentwicklung als Grundlage
  • zulässige Herangehensweise
  • Zulassungs- vs GMP-Anforderungen
  • GMP-Anforderungen
  • Exkurs QbD-basierte Prozesssteuerung und Kontrolle

Das Dokument steht im Zeichen der neuen Betrachtungen zum Thema Prozessentwicklung. So finden sich schon in der Einführung der Hinweis auf ein Lebenszyklusmodell zur Prozessvalidierung und Hinweise zur Kontrollstrategie. Im Unter-Kapitel zur „Prozessentwicklung als Grundlagen der Prozessvalidierung“ finden sich ebenfalls die "neuen" Begriffe Quality Target Product File, kritische und nicht-kritische Qualitätsattribute wie auch mit kritischen und nicht-kritischen Prozessparametern und Materialattributen. Ferner werden die aus ICH Q8 bekannten Herangehensweisen an die Entwicklung erläutert und Vor- und Nachteile diskutiert. Natürlich werden im weiteren Verlauf des Dokumentes die im Annex 15 genannten drei Validierungsansätze beschrieben. Einen großen Umfang nimmt das Thema Risikobeurteilung im Aide memoire ein. Interessanterweise fordert das Aide memoire hierzu die Quantifizierung von Risikohöhen. Sehr ausführlich werden ferner Vorgaben für einen Validierungsplan- und bericht beschrieben. Ein eigenes Unterkapitel behandelt die fortgesetzten Prozessverifikation (als ongoing process verification mit OPV abgekürzt). Ein Exkurs zur QbD-basierten Prozesssteuerung und -kontrolle beendet das sehr umfangreiche Kapitel 2. Ein Kapitel 3 führt abschließend Begriffsdefinitionen und Abkürzungen auf.

Fazit: Das neue Aide memoire zur Prozessvalidierung stellt das behördliche „current thinking“ bzgl. Prozessvalidierung dar und ist schon alleine deshalb, aber auch aufgrund seiner teilweisen konkreten Forderungen, sehr lesenswert. Sie finden das Dokument auf der ZLG-Homepage. EIne ausführliche Analyse des Dokuments finden Sie im nächsten GMP Newsletter.

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