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09.10.2017


Warning Letter: Mängel im Umgang mit Beanstandungen und Rückrufen

Auf Grund von Defiziten bei der Ermittlung des Ausmaßes und der Hauptursachen eingehender Beanstandungen hat die US-amerikanische "Food and Drug Administration" (FDA) einen Warning Letter an einen indischen Arzneimittelhersteller ausgestellt. Die FDA-Inspektion fand bereits im Dezember 2016 statt. Da die Antwort des Herstellers bezüglich der Inspektionsfunde nicht zufriedenstellend war, stellte die FDA im August 2017 den Warning Letter aus.

Die FDA-Inspektoren beobachteten, dass Untersuchungen bei Prozessabweichungen und "out-of-specification" (OOS, nicht den Spezifikationen entsprechenden) Laborergebnissen mangelhaft waren und keine wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen enthielten. Laut der FDA war die Antwort des Herstellers hierauf unzureichend, da sie unter anderem daran scheiterte, das Ausmaß und die Hauptursache einer eingehenden Beschwerde vollständig zu untersuchen. Die FDA erwartet nun vom Hersteller eine nachträgliche Überprüfung aller Beanstandungs-, Herstellungs- und Laboruntersuchungen, welche mit Produkten, die für den US-amerikanischen Markt produziert werden, in Zusammenhang stehen. Darüber hinaus soll ein Maßnahme-Plan geliefert werden, der sicherstellt, dass alle zukünftigen Untersuchungen gründlich und wissenschaftlich fundiert sind und in angemessenen und wirksamen CAPAs ("corrective actions and preventive actions" = CAPA) resultieren.

Bei einer weiteren kritischen Abweichung scheiterte das Unternehmen daran, seine eigenen schriftlichen Verfahren in Bezug auf den Rückruf fehlerhafter Produkte zu befolgen (zum Beispiel: nach dem Erhalt einer Probe eines beanstandeten Produktes konnte ein Defekt bestätigt werden. Ein Produktrückruf, wie in den unternehmenseigenen Vorgaben für Rückrufe fehlerhafter Produkte vorgeschrieben, wurde jedoch nicht rechtzeitig veranlasst). Darum verlangte die FDA, dass eine Liste und eine zusammenfassende Erklärung für alle weiteren Fälle vorgelegt werden soll, in denen Produkte, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre vertrieben wurden, nicht den festgelegten Spezifikationen entsprachen, für die jedoch keine Maßnahmen entsprechend des Quality System Manual und des Rückrufverfahrens des Unternehmens ergriffen wurden. Zusätzlich sollen die geplanten Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen für jeden dieser Fälle vorgelegt werden, inklusive einer Beschreibung der CAPAs, die sicherstellen, dass die eigenen Verfahren für Produktqualität und Rückrufe befolgt werden.

Außerdem beobachtete die FDA Mängel in der Reinigung von Anlagen. Die FDA fordert das Probeverfahren und die analytischen Methoden, die genutzt wurden, um die während der Inspektion gefundenen Rückstände zu untersuchen, inklusive Validierungsprotokollen und Validierungsberichten. Darüber hinaus ist ein Maßnahme-Plan erforderlich, der gewährleistet, dass die Mitarbeiter, die für die Reinigung, die Verifizierung der Sauberkeit von Anlagen und die Wartung von Anlagen verantwortlich sind, angemessen geschult und fähig sind, ihre zugewiesenen Aufgaben auszuführen. Eine Gesamtbeurteilung zur Angemessenheit des Reinigungsprogrammes für alle Anlagen, mit besonderem Augenmerk auf schwer zu reinigenden Teilen, ist vorzulegen.

Ein weiterer Mangel wurde in Bezug auf die Prozesskontrolle gefunden. Die FDA beobachtete, dass das Unternehmen kein angemessenes fortlaufendes Programm zur Überwachung der Prozesskontrollen hat, um stabile Produktionsabläufe und eine gleichbleibende Arzneimittelqualität sicherzustellen. Das FDA-Leiliniendokument "Process Validation: General Principles and Practices" für allgemeine Grundsätze und Ansätze, welche die FDA als angemessene Bestandteile einer Prozessvalidierung erachtet, soll dabei befolgt werden.

Genaueres finden Sie auch direkt im FDA Warning Letter an Hetero Labs Limited.

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