|
Während der ECA-Konferenz "Out-of-Specification Results" im März berichtete
Frederick W. Blumenschein von der amerikanischen Food & Drug Administration
(FDA) über die endgültige Version der FDA Guidance for Industry on
"Investigating Out-of-Specification (OOS) Test Results for Pharmaceutical
Production" vom Oktober 2006. Blumenschein, der auch dem Team angehört, das die
endgültige Version der OOS Guidance ausgearbeitet hat, wurde per Video direkt
aus dem FDA CDER Office of Compliance in den USA zugeschaltet.
In einer nachfolgenden "Questions & Answers"-Session
beantwortete er außerdem zusammen mit zwei Kollegen Fragen der
Konferenz-Teilnehmer: Paul Haynie, Compliance Officer in der Abteilung
Manufacturing & Product Quality und maßgeblicher Autor der Guidance, sowie John
Dietrick, Leiter des Foreign Inspection Teams in der gleichen Abteilung und
ebenfalls Autor der Guidance. Dietrick war übrigens der FDA Compliance Officer,
der den Barr-Laboratories-Fall bearbeitete.
Im Folgenden sind einige Fragen und Antworten zusammengefasst:
Frage 1:
In der Guidance heißt es, dass der Manufacturing Review vor einem Retest
erfolgen sollte. Ist es auch möglich, den Retest durchzuführen und erst dann den
Manufacturing Review zu beginnen?
Antwort:
Es mag in bestimmten Situationen angemessen sein, aber normalerweise sollte der
Review zuerst erfolgen. Durch einen vorgezogenen Retest sollte ein Manufacturing
Review nicht ausgeschlossen oder automatisch für nicht notwendig erachtet
werden.
Frage 2:
Im USP gibt es ein General Chapter <1010>. Sind die statistischen Empfehlungen
in <1010> für die Behörde akzeptabel, wenn sie Teil eines internen Prozederes
sind?
Antwort:
Es ist in Ordnung, die Prozedere in <1010> aufzunehmen, außer wenn sie nicht mit
den Empfehlungen unserer (FDA) Guidances übereinstimmen. Die FDA Guidance
empfiehlt z.B., dass Outlier Testing in der chemischen Analyse eine sehr
untergeordnete Rolle spielt, während es im USP <1010> wesentlich ausführlicher
diskutiert wird.
Das Prinzip in unserer Guidance bleibt dasselbe: ein Ergebnis, das als
statistischer Ausreißer identifiziert wird, sollte an sich weder dazu führen,
dass es ausgeschlossen wird, noch dazu, dass das Gesamtergebnis für ungültig
erklärt wird. Es kann zusammen mit anderen Beweisen, die im Laufe der
Untersuchung entwickelt werden, zur Unterstützung der Aussage dienen, dass das
Gesamtergebnis ungültig ist.
Frage 3:
Wie steht die Behörde zu den in <1010> beschriebenen Methodologien?
Antwort:
Die FDA Guidance gibt keine Empfehlungen zur Wahl von statistischen Outlier
Tests. Sie sagt nur, dass die Anwendung von Outlier Tests in einer SOP
präzisiert werden und wissenschaftlich einwandfrei sein sollte.
Fragen und Antworten 4 - 11:
Die Fragen 4 bis 11 werden in der nächsten Ausgabe des GMP Journals
veröffentlicht, das Ende Juli erscheinen wird. Das GMP Journal (www.gmp-journal.de)
wird exklusiv für die Teilnehmer von Concept-Heidelberg-Veranstaltungen
herausgegeben. Sofern Sie innerhalb der letzten 12 Monate an einer
Concept-Heidelberg-Veranstaltung teilgenommen haben, erhalten Sie die Ausgabe
mit weiteren interessanten GMP-Analysen automatisch.
Quelle:
Mit freundlicher Genehmigung der European Compliance Academy (ECA): Conference:
"Out-of-Specification Results", Q-and-A session results taken from the ECA
Members Area (www.gmp-compliance.org)
|