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Die Sanitisierung pharmazeutischer Wasseranlagen ist immer noch ein wichtiges Thema innerhalb der pharmazeutischen Industrie. Zum einen aufgrund der großen Menge an eingesetztem Wasser als Lösungsmittel, zur Reinigung oder als Bestandteil des Fertigarzneimittels und zum anderen aufgrund der Besonderheit von Wasser. Wasser wird durch seine Verunreinigungen charakterisiert (WFI und Trinkwasser unterscheiden sich nur durch ihre Verunreinigungen). Nicht alle dieser Verunreinigungen lassen sich online bestimmen. Ergebnisse der Mikrobiologie liegen zum Beispiel erst einige Tage nach Einsatz des Wassers vor. Während dieser Zeit wird das Wasser zur Produktion genutzt. Um den Rückruf oder die Vernichtung eines Produktes, das durch mikrobiologisch nicht spezifikationsgerechtes Wasser verunreinigt ist, zu vermeiden, ist eine effektive und sichere Sanitisierung des Wassersystems essentiell.
Drei verschiedene Methoden kommen zum Einsatz:
Thermische Methode: Einsatz von Hitze (periodisch oder kontinuierlich 75-80°C am kältesten Punkt der Anlage) ist immer noch die am häufigsten eingesetzte Methode in der pharmazeutischen Industrie. Diese ist zwar auf hitzeunempfindliche Systeme beschränkt, aber sehr effektiv in der Abtötung von Mikroorganismen. Ein weiterer Vorteil ist die relative einfache Validierung dieser Methode. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Sanitisierung mittels Hitze kein Mittel zur Entfernung eines bereits bestehenden Biofilms ist. Dies trifft auch auf die anderen hier aufgeführten Methoden zu.
Chemische Methode: Peressigsäure oder Wasserstoffperoxyd werden beispielsweise zur chemischen Sanitisierung eingesetzt. Zu beachten ist, dass vor Einsatz des Wassers alle zugesetzten Substanzen nachweislich entfernt wurden, siehe auch USP <1231>.
Das immer mehr an Bedeutung gewinnende Agens zur chemischen Sanitisierung ist Ozon. Bis vor wenigen Jahren eine von der FDA nicht bevorzugte Methode, wird Ozon heute akzeptiert. Ein Vorteil von Ozon ist seine Effektivität in der Keimzahlreduktion. So kann eine Reduktion um 6 log-Stufen mit einer Ozonkonzentration von 0,01-0,02 mg/L in 5 Minuten erreicht werden. Neben seiner Wirkung auf Mikroorganismen oxidiert Ozon auch organische Materialien im Wasser (TOC) und nimmt somit weiteren Keimen die Nahrungsquelle. Ein Nachteil dieser Methode ist die Toxizität von Ozon, Bedienpersonal muss entsprechend geschützt werden, sowie die Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff, was für sauerstoffempfindliche Produkte ungünstig sein kann. Die Diskussion ob Ozon unter die "added substances rule" fällt, ist nicht abschließend geklärt. In jedem Fall muss Ozon vor Einsatz des Wassers nachweislich mittels UV-Licht vernichtet werden-
Physikalische Methode: Einsatz von UV-Licht der Wellenlänge 254 nm ist eine weitere Methode der Sanitisierung. Durch Veränderung der Erbinformation der Keime wird deren Wachstum unterbunden. Da diese Methode nicht sehr effektiv ist und von vielen Faktoren abhängig ist, wird der Einsatz von UV-Licht heute nur noch in Kombination mit anderen Sanitisierungsmethoden empfohlen. So kann UV-Licht in periodisch hitzesanitisierten Systemen in Kaltphasen eingesetzt werden, bei Einsatz von Ozon wird UV-Licht zur Ozonentfernung in jedem Fall auch erforderlich.
Da keine der eingesetzten Methoden bestehende Biofilme entfernen kann, ist die Befolgung folgender Grundregeln unbedingt zu empfehlen, um die Bildung von Biofilmen im Vorfeld zu vermeiden:
- Das Wassersystem sollte kontinuierlich betrieben werden, Toträume sollten vermieden werden.
- Das Wassersystem sollte kontinuierlich oder periodisch sanitisiert werden.
- Das Wassersystem sollte durch Monitoring überwacht werden.
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