3. Deutsche Pharma-Technik-Konferenz
am 23./24. Januar 2001, Congress
Centrum Mannheim
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Mit 150 Teilnehmern
und 40 Ausstellern war die 3. Deutsche Pharma-Technik-Konferenz
wiederum sehr erfolgreich. Nach den ersten beiden Konferenzen 1999
in München und 2000 in Hamburg, beschäftigte sich die 3.
Deutsche Pharma-Technik-Konferenz in diesem Jahr mit dem Thema Kostenoptimierte
Pharmafabriken. |
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Die Pharmafertigung an
den Standorten Deutschland, Österreich und Schweiz steht unter
einem enormen Kostendruck. Sich verändernde Marktstrukturen (z.
B. gesundheitspolitische Kostenreduzierungen) erfordern es, die
Gesamtkosten der Pharmaproduktion zu verringern. Intern stehen
heute alle Standorte vor der Frage, ob die hier produzierten
Leistungen nicht besser outgesourct oder zumindest an andere
Standorte (Center of Excellence) verlagert werden. |
Die 3. Deutsche
Pharmatechnik-Konferenz widmete sich Lösungsansätzen für diese
Zielsetzung. Optimierungsmöglichkeiten ergeben sich sowohl hinsichtlich
einer technologischen Weiterentwicklung, einer verbesserten Fabrikplanung
(u.a. Simulation), über optimierte Dokumentationssysteme u.v.a.m. Im
Rahmen der Konferenz wurden dazu Umsetzungsbeispiele aufgezeigt.
Die Table Top Exhibition
und die Präsentationen von Vorträgen in 3 verschiedenen Foren
ermöglichte den Teilnehmern, sich über Effizienzsteigerung durch 1. Neue
Technologien, 2. EDV-Tools und 3. Engineeringkonzepte zu informieren.
Die Teilnehmer an der 3.
Deutschen Pharma-Technik-Konferenz setzten sich aus den Bereichen Technik
und Produktion, sowohl von Pharma- als auch von Wirkstoffherstellern, aus
dem Mitarbeitern des Bereichs Qualitätssicherung sowie aus Vertreter des
Pharmaanlagenbaus und Ingenieurbüros zusammen.
Im folgenden sind
einige Highlights zusammengefaßt:
Herr Dr. P. Spillmann,
Geschäftsführer bei der Schering Produktions KG in Berlin stellte in
seinem einführenden Vortrag die Anforderungen an die kostenoptimierte
Pharmafabrik dar. Er verwies auf die Umfeldveränderungen für die
Pharmazeutische Industrie, die Probleme der pharmazeutischen Herstellung
und präsentierte Problemlösungsansätze. Das Ziel für die
kostenoptimierte / effiziente Pharmafabrik so Herr Dr. Spillmann ist der
Erhalt des Produktbereitstellungsprozesses als Kernkompetenz des
Unternehmens durch radikale Optimierung von Effizienz und Kosten der
gesamten Versorgungsketten (Supply Chain).
Herr P. Lada,
Projektmanager bei LSMW Stuttgart, Herr A. Gizicki, Leiter der
Investitionsabteilung bei Polpharma und der Direktor QA/QC von Polpharma
Herr T. Moys berichteten gemeinsam über den Ablauf ihres Projekts. Die
Änderung der Marktanforderungen und der polnischen Vorschriften zur
Herstellung von pharmazeutischen Produkten sowie die bevorstehende
Aufnahme Polens in die EU zwangen Polpharma’s Manager, nach Lösungen
für die Zukunft Ausschau zu halten. Die Idee zum Bau einer state of the
art Produktionsanlage, die nicht nur die aktuellen polnischen Normen,
sondern speziell auch sämtliche Normen der FDA sowie der EMEA erfüllt,
wurde 1996 geboren. Das Resultat der Planung war die Dry Forms Facility
II. Das sechsgeschossige Gebäude beinhaltet alle zur Tablettenproduktion
nötigen technologischen Bereiche, sowie eine Hochregal-Lagerhalle, das
Quality-Control-Laboratorium, den Verwaltungsbereich sowie sämtliche
Sozialbereiche. Die geplante Produktionskapazität in der 1. Phase
beträgt 3.6 Mrd. Arzneiformen pro Jahr, nach dem Transfer der
existierenden Produktion in das neue Gebäude. In der 2. Ausbaustufe kann
ein jährlicher Ausstoss von 5.1 Mrd. Tabletten, Filmtabletten, Dragees,
Kapseln sowie Brausetabletten erreicht werden.
Beispiele zur
Kostenoptimierung in der Pharmafertigung stellte Herr Dr. U. Schaffer,
Leiter des Bereiches Produktion und QK von Byk Gulden vor. Er definierte
die Kostenoptimierung als kontinuierliches Ziel. Da im pharmazeutischen
Produktionsbereich die Herstellkosten eine zunehmend wichtige Rolle
spielen, wird verstärkt der Focus auf die Kostenentwicklung in diesem
Bereich gelegt. Zwar stellen die Herstellungskosten, so Herr Dr. Schaffer
weiter, noch einen relativ kleinen Teil der Gesamtkosten dar, tragen sie
aber auch mit wenigen Prozentpunkten zur Verbesserung des
Gesamtergebnisses bei. Da die pharmazeutische Produktion – bis auf
wenige spezifische Ausnahmen – nicht zur Kernkompetenz eines
Unternehmens gehört, wird der Unternehmer die Produkte dort herstellen
lassen, wo sie am kostengünstigsten sind.
Herr Dr. T. Hilpert,
Betriebsleiter bei Aventis Pharma in Frankfurt berichtete über den
Wettlauf mit der Zeit bei der Produktionsverlagerung eines Wirkstoffes im
Rekordtempo. Rund zwei Jahre dauert es normalerweise bis eine
Wirkstoffproduktionsanlage ihren Betrieb aufnimmt. Dass es auch schneller
geht, zeigte Herr Dr. Hilpert am Beispiel der Fexofenandin Produktion. In
nur dreizehn Monaten plante und errichtete das Projektteam im
Industriepark Hoechst eine zehnstufige Syntheseanlage. Wie dies unter den
Rahmenbedingungen Genehmigung, Know-How-Transfer aus den USA und
Integration in das bestehende Gebäude möglich war, veranschaulichte der
Vortrag.
Klassischer Reinraum
versus Isolatortechnik, so hieß der Titel des Vortrags von Herrn W. Lau,
Projektleiter bei Roche Diagnostics in Mannheim. Er stellte das
Hygienekonzept, die Einsparungen beim Ausbau, die Klimatechnik und die
Schnittstellenproblematik in seiner Präsentation in den Vordergrund. Er
kam zum Ergebnis, dass die Isolatortechnik ohne Zweifel der Weg zur
erhöhten Sicherheit in der Produktion sei, sich aber die Frage nach der
Flexibilität bei der Produktion mit Isolatoren stellt. Während die
Investitionskosten gleich hoch sind, so Herr W. Lau, sind die
Betriebskosten beim Isolator ca. ein Drittel niedriger. Er stellte heraus,
dass diese Aussage aber nur dann zutrifft, wenn es nicht zu Störungen
kommt, die mit Handeingriffen nicht gelöst werden können. Eine solche
Störung bedeutet Produktionsausfall und kann nicht so einfach bewertet
werden.
Die optimierte Planung
und Umsetzung der Technischen Gebäudeausrüstung im
Pharmafeststoffbetrieb bei der Firma Merck KGaA in Darmstadt wurde von
Herrn . Münch, Projektleiter bei Merck und Herrn D. Nickolaus, Leiter des
Bereiches TGA und Pharmainnenausbau bei Pharmaplan in Bad Homburg
vorgestellt. Themen waren die Vorstellung des Projektes mit den Key
Figures, die Anlagen- und Sicherheitskonzepte (Raumlufttechnik,
Entstaubung und Entrauchung), der Betriebskostenvergleich und die ersten
Betriebserfahrungen. Die Ergebnisse des Betriebskostenvergleichs von AU-
und ML-Anlagen zeigte eine klare Tendenz. Hinsichtlich des Wärme- und
Kälteenergiebedarfs zeigte die ML-Anlage günstigere Werte auf. Die
Erklärung liegt in der höheren energetischen Effizienz der in der
Untersuchung betrachteten Mischkammer im Vergleich zum KVS-System. Herr
Münch wies am Ende des Vortrags auf die Herausforderung bei solchen
Projekten an den Generalplaner und im Besonderen auf die
Schittstellenverantwortung, die transparente Planungssystematik und die
Flexibilität hin.
Herr M. Beck,
Pharmazeutischer Betriebsleiter bei Boehringer Ingelheim Pharma KG in
Ingelheim präsentierte das Thema Prozessstabilität als
Optimierungsparameter. Die Visualisierung von Kennzahlen bzw. der Sinn uns
Unsinn war nur ein Punkt seines Vortrags. Zusammenfassend sagte er u.a.
dazu, dass die Einzelbetrachtung Fehlinterpretationen birgt, die
Betrachtung in Kennzahlenclustern erfolgen und man sich auf handelbare
Kennzahlen beschränken sollte. TPM als gesamtheitlicher
Optimierungsansatz war ein weiteres Thema. Als Learnings für die Zukunft
hob er den immanent wichtigen Faktor Mensch heraus. Vor dem Start eines
Projektes sollte überlegt werden wie man Daten aufnimmt, wie man sie
verarbeitet und kontrolliert. Wichtig ist weiter ein sauberes
Zielcontrolling sowie eine einfache und aussagekräftige Visualisierung.
Der Einsatz von TPM sollte ein strategisches Ziel des Betriebes sein.
Facility Management oder
Unterstützung des Wandels zum technologieorientierten Standort hieß der
letzte Vortrag auf der 3. Deutschen Pharmatechnik Konferenz. Herr Dr. D.
Kohn, Leiter der Gruppe Infrastruktur, Ver- und Entsorgungseinrichtungen
bei Boehringer Ingelheim Pharma KG am Standort Bieberach definierte
Facility Management als Geschäftsprozess, der ebenso wie Human Ressources
Management oder Financial Management die Basis für jede unternehmerische
Tätigkeit im Kerngeschäft ist. Ein Geschäftsprozess, mit dem man zwar
keine Erlöse erzielen kann, mit dem man aber Kosten steuern und
Ergebnisse verbessern kann. Die gezielte Unterstützung dieses Prozesses
durch DV-Systeme ermöglicht eine wirtschaftliche Bewältigung der
umfangreichen und sich mit den Kerngeschäften des Unternehmens wandelnden
Aufgabenstellungen.
Interessenten für die 4.
Deutsche Pharma-Technik Konferenz (Aussteller und Teilnehmer) können sich
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Autor: H. Martin, Projektleiter Concept Heidelberg
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