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GMP-News
24. April 2007
 

Neue Entwicklungen im Bereich
GMP und Regulatory Compliance von Wirkstoffen

 
Im Oktober letzten Jahres diskutierten Vertreter der wichtigsten Arzneimittelbehörden weltweit und der ICH Arbeitsgruppen in Prag, Tschechien, die neuesten Entwicklungen im Bereich GMP und Regulatory Compliance von Wirkstoffen.

Dr. Katrin Nodop von der European Medicines Agency (EMEA) erläuterte die Sachverhalte, die eine Inspektion eines Wirkstoffbetriebes auslösen können. Weltweite Distributionswege erfordern dabei eine besondere Beachtung der Transportkette zwischen Wirkstoff-Herstellungsort und dem Ort seiner Verarbeitung. Gegenüber der Überwachungsbehörde, so die Vertreterin der europäischen Behörde, ist jedoch allein das durch den Inhaber der Herstellungserlaubnis durchgeführte oder initiierte GMP-Audit ausschlaggebend, um die Erfüllung der Anforderungen bei der Wirkstoffherstellung festzustellen. Die EudraGMP-Datenbank soll Behörden der EU-Mitgliedsstaaten dabei unterstützen, durch Austausch von Informationen Inspektionen möglichst effizient planen zu können.

Grace McNally von der amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) stellte das Lebenszyklus-Modell der Prozessvalidierung nach dem Verständnis der amerikanischen Behörde dar. Dabei machte sie deutlich, dass nach den Erwartungen der FDA der Hersteller über die vier Stationen des Lebenszyklus der Prozessvalidierung – design, confirm, monitor und assess – vor der Vermarktungsphase seines Produktes ausreichende Kenntnisse über den Herstellungsprozess erworben haben sollte. Dabei ist die frühe Entwicklungsphase eines Prozesses entscheidend. Prozessanpassungen und –optimierungen nach Markteinführung des Produkts werden von der FDA als kritisch angesehen, so McNally.

Die Vorteile einer Implementierung von "Quality by Design" erläuterte Dr. Moheb Nasr, ebenfalls von der amerikanischen FDA. Im Idealfall ermögliche der Ansatz eine "Echtzeit"-Chargenfreigabe ohne Quarantänezeit. Obwohl Investitionen zunächst anstiegen, wären Prozessänderungen in der frühen Entwicklungsphase (Design Space) ohne großen regulatorischen Aufwand und damit signifikante Einsparungen möglich. Die Behörde fördere dieses Prinzip bei der Produkt-Neuentwicklung ausdrücklich und ist für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den entsprechenden Firmen offen und bereit.

Die Direktorin des EDQM, Dr. Agnès Artiges, berichtete über neue Entwicklungen im CEP-Verfahren sowie über das Prüfprogramm des EDQM für Wirkstoffe. Sie erläuterte das eigens entwickelte Inspektionsprogramm, das eine wichtige Säule des CEP-Verfahrens darstellt. Dabei wird durch ein Audit die produktionstechnische Realität mit dem CEP Dossier verglichen. Als häufigste Beanstandungen, so Dr. Artiges, wurden bei bisherigen Audits Unstimmigkeiten in der Dokumentation und bei Aufzeichnungen sowie Mängel im Qualitätsmanagement, im Materialmanagement und der Prozessausrüstung festgestellt. Neben dem Inspektionsprogramm gilt das Netzwerk der offiziellen medizinischen Kontrolllaboratorien (OMCLs) als wichtige Säule. Ein spezielles und von der APIC unterstütztes EDQM-OMCLVerfahren soll den intensiven Informationsaustausch zwischen dem EDQM, dem jeweiligen nationalen OMCL und dem Wirkstoffhersteller regeln und damit zur Abwehr minderwertiger Wirkstoffe vom europäischen Markt beitragen.

Nach dem Leiter der ICH Q10 Expert Working Group, Gerry Miglicaccio, sollte das "ICH Qualitätstrio" ICH Q8, Q9 und Q10 nicht isoliert betrachtet werden. Die Vorteile, so Miglicaccio weiter, lägen in einer kombinierten Betrachtungsweise und führten bei konsequenter Anwendung zu effizienterem Risikomanagement und höherer regulatorischer Flexibilität, da die Anzahl einreichungspflichtiger Änderungen im Prozess (changes, variations) reduziert wird.
 

Die APIC organisiert die Europäische Wirkstoff Konferenz in diesem Jahr in Warschau. Referenten von der FDA, EMEA, EDQM, EU Kommission haben wiederum die Teilnahme bestätigt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.api-conference.org

Einen ausführlichen Bericht über die APIC-Konferenz finden Sie ebenfalls in der in Kürze erscheinenden Ausgabe des GMP Journals. Weitere Informationen zum Journal sind im Internet unter der folgenden Adresse abrufbar:
http://www.concept-heidelberg.de/chd_gmpjournal.html

 
Autor:
Dr Gerhard Becker
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