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Im Oktober letzten Jahres diskutierten Vertreter der wichtigsten
Arzneimittelbehörden weltweit und der ICH Arbeitsgruppen in Prag, Tschechien,
die neuesten Entwicklungen im Bereich GMP und Regulatory Compliance von
Wirkstoffen. Dr. Katrin Nodop von der
European Medicines Agency (EMEA) erläuterte die Sachverhalte, die eine
Inspektion eines Wirkstoffbetriebes auslösen können. Weltweite Distributionswege
erfordern dabei eine besondere Beachtung der Transportkette zwischen
Wirkstoff-Herstellungsort und dem Ort seiner Verarbeitung. Gegenüber der
Überwachungsbehörde, so die Vertreterin der europäischen Behörde, ist jedoch
allein das durch den Inhaber der Herstellungserlaubnis durchgeführte oder
initiierte GMP-Audit ausschlaggebend, um die Erfüllung der Anforderungen bei der
Wirkstoffherstellung festzustellen. Die EudraGMP-Datenbank soll Behörden der
EU-Mitgliedsstaaten dabei unterstützen, durch Austausch von Informationen
Inspektionen möglichst effizient planen zu können.
Grace McNally von der amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) stellte
das Lebenszyklus-Modell der Prozessvalidierung nach dem Verständnis der
amerikanischen Behörde dar. Dabei machte sie deutlich, dass nach den Erwartungen
der FDA der Hersteller über die vier Stationen des Lebenszyklus der
Prozessvalidierung – design, confirm, monitor und assess – vor der
Vermarktungsphase seines Produktes ausreichende Kenntnisse über den
Herstellungsprozess erworben haben sollte. Dabei ist die frühe Entwicklungsphase
eines Prozesses entscheidend. Prozessanpassungen und –optimierungen nach
Markteinführung des Produkts werden von der FDA als kritisch angesehen, so McNally.
Die Vorteile einer Implementierung von "Quality by Design" erläuterte Dr.
Moheb Nasr, ebenfalls von der amerikanischen FDA. Im Idealfall ermögliche der
Ansatz eine "Echtzeit"-Chargenfreigabe ohne Quarantänezeit. Obwohl Investitionen zunächst anstiegen, wären
Prozessänderungen in der frühen Entwicklungsphase (Design Space) ohne großen
regulatorischen Aufwand und damit signifikante Einsparungen möglich. Die Behörde
fördere dieses Prinzip bei der Produkt-Neuentwicklung ausdrücklich und ist für
eine konstruktive Zusammenarbeit mit den entsprechenden Firmen offen und bereit.
Die Direktorin des EDQM, Dr. Agnès Artiges, berichtete über neue
Entwicklungen im CEP-Verfahren sowie über das Prüfprogramm des EDQM für
Wirkstoffe. Sie erläuterte das eigens entwickelte Inspektionsprogramm, das eine
wichtige Säule des CEP-Verfahrens darstellt. Dabei wird durch ein Audit die
produktionstechnische Realität mit dem CEP Dossier verglichen. Als häufigste
Beanstandungen, so Dr. Artiges, wurden bei bisherigen Audits Unstimmigkeiten in
der Dokumentation und bei Aufzeichnungen sowie Mängel im Qualitätsmanagement, im
Materialmanagement und der Prozessausrüstung festgestellt. Neben dem
Inspektionsprogramm gilt das Netzwerk der offiziellen medizinischen Kontrolllaboratorien (OMCLs) als wichtige Säule. Ein spezielles und von der
APIC unterstütztes EDQM-OMCLVerfahren soll den intensiven Informationsaustausch
zwischen dem EDQM, dem jeweiligen nationalen OMCL und dem Wirkstoffhersteller
regeln und damit zur Abwehr minderwertiger Wirkstoffe vom europäischen Markt
beitragen.
Nach dem Leiter der ICH Q10 Expert Working Group, Gerry Miglicaccio, sollte
das "ICH Qualitätstrio" ICH Q8, Q9 und Q10 nicht isoliert betrachtet werden. Die Vorteile, so
Miglicaccio weiter, lägen in einer kombinierten Betrachtungsweise und führten
bei konsequenter Anwendung zu effizienterem Risikomanagement und höherer
regulatorischer Flexibilität, da die Anzahl einreichungspflichtiger Änderungen im Prozess (changes, variations) reduziert wird.
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