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QM
System nach GMP und ISO 9000 (Version 2000) in 5 Unternehmen des
Biotechnologiepark Luckenwalde zertifziert
1.
Projektidee
Ein funktionierendes
Qualitätsmanagemnetsystem ermöglicht oder erleichtert erheblich
insbesondere Unternehmen der Biotechnologie den Marktzugang und wird so zu
einem wesentlichen Erfolgskriterium für das Unternehmen.
Da
Biotechnologieunternehmen einer Vielzahl von regulatorischen Anforderungen
unterliegen, erschien es sinnvoll, gerade für die kleinen und mittleren ein
Qualitätssicherungssystem zu erarbeiten, dass sowohl alle regulatorischen als auch alle anderen notwendigen
Standards abbildet.
Um
diese Zielstellung zu erreichen, initiierte die Industrie- und
Handelskammer Potsdam gemeinsam mit dem Biotechnologiepark Luckenwalde ein
von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium des Landes
Brandenburg gefördertes Pilotprojekt im Rahmen dessen 5 Unternehmen im
Biotechnologiepark Luckenwalde Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001,
gekoppelt mit GMP Anforderungen sowie der EN 46001 aufgebaut und als eine
der ersten Firmen mit einer Delta-Zertifizierung erfolgreich zertifiziert
bekommen haben.
Die
am Pilotprojekt beteiligten Firmen wurden so gewählt, daß sie als Pool
ein breites Tätigkeits- und Anforderungsspektrum abdecken.
Die
Ist-Analyse ist der Startpunkt der eigentlichen Projektarbeit. Am 13. und
14. Januar 2000 führten zwei Berater von Concept Heidelberg die
Ist-Analyse bei den beteiligten Unternehmen durch. Die Ist-Analyse diente
der Erfassung der vorhandenen Prozesse und Abläufe. Zudem wurde bei der
Ist-Analyse geklärt, welche exakten Anforderungen an das QM-System zu
stellen sind. Bei den Unternehmen des Biotechnologieparks Luckenwalde
wurden aus den folgenden Geschäftsfeldern die Kern-Anforderungen
abgeleitet:
Alpha-Bioverfahrenstechnik
GmbH
Verfahrensentwicklung
und Auftragsproduktion von Proteinen für die diagnostische und
pharmazeutische Industrie
CellTrend GmbH
Entwicklung und Produktion von immunologischen Testverfahren,
Zellkultur-Testsystemen, In-vitro-Diagnostika, Individuelle
Pharmakotherapie
CHIRACON GmbH
Synthese, Entwicklung und Vertrieb pharmazeutischer Rohstoffe
MeGA
Tec GmbH
Entwicklung und Herstellung von Gewebekonstrukten für die autologe
Transplantation
MIKROMOL
GmbH
Entwicklung, Herstellung und
Vertrieb von Chemischen Referenzsubstanzen
3.2.
Der Leitfaden
Der Leitfaden ist
kein Musterhandbuch. Der Leitfaden ist ein Basissystem, das GMP und ISO
9000 Anforderungen für kleine Biotechnologieunternehmen umsetzt. Kern des
Leitfadens ist die o.g. GMP-/ISO-Matrix. Sämtliche prozessrelevanten Abläufe
und Dokumentationen müssen durch die Firmen individuell erstellt werden,
d.h. jedes Unternehmen erstellt und verwaltet sein eigenes Qualitätsmanagementhandbuch
einschließlich der dazugehörigen SOPs.
Ein
standardisierter Prozess würde sowohl der Zielrichtung der neuen ISO
9000Version
2000 als
auch in ganz entscheidender Weise den pharmazeutischen Regelwerken
insbesondere den GMP-Anforderungen widersprechen
Der
Leitfaden wird wie folgt angewendet:
A)
Festlegung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Der
Leitfaden enthält eine Zusammenstellung der wichtigsten Regelwerke, deren
Inhalte und vor allem deren Anwendungsbereich. Jedes Unternehmen muss zunächst
prüfen, welche der Anforderungen umzusetzen sind.
Die vollständigen Regelwerke sind im Biotechnologiepark Luckenwalde
einsehbar.
B)
Handbuch- und SOP-Erarbeitung
Der
Leitfaden dient der Erstellung des Handbuches und der sogenannten SOP’s
(Standard Operating Procedures). SOP’s werden nur dann erstellt, wenn
die Beschreibung im Handbuch nicht detailliert genug erfolgen kann. Im
Sinne einer Top-Down Vorgehensweise erarbeiten die Firmen, nachdem sie die
rechtlichen Rahmenbedingungen gem. Punkt A definiert haben, Schritt für
Schritt, d.h. Kapitel für Kapitel die einzelnen Punkte aus dem Leitfaden
(Kap.1.1, Kap. 1.2, usw.) vor dem Hintergrund der individuellen Strukturen
.
Das
Prozessmodell im Leitfaden
3.3.
Projektmanagement – Realisierung
Während
des gesamten Realisierungszeitraumes (Januar – Dezember 2000) fanden in
regelmäßigen Abständen 2-tägige Projektsitzungen mit den Beratern
statt.
Diese
Projektsitzungen dienten der Projektsteuerung, d.h. es wurden die
Projektpläne rollierend aktualisiert (siehe auch Grafik Projektplan –
Beispiel). Zwischen den
Projektsitzungen erstellten die Firmen Entwürfe zu den erforderlichen
Dokumenten (z.B. Handbuchkapitel und SOP’s). Diese wurden per E-Mail an
die Berater zur Prüfung übersandt. Bei den dann folgenden Terminen
wurden die Entwürfe kommentiert und gegebenenfalls angepasst. Desweiteren
wurden während der Projektrealisierungsphase Schulungen zu speziellen
Themen wie z.B. Prozessvalidierung durchgeführt. Schließlich wurden die
Unternehmen auf das Vor-Audit vorbereitet.
Das
Vor-Audit durch die DQS Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von
Managementsystemen mbH wurde am 13.-17. November 2000 durchgeführt. Die
hier erkannten Schwachstellen konnten innerhalb der 4-wöchigen Frist bis
zum Zertifizierungstermin beseitigt werden.
4.
Das Ergebnis: Zertifizierung nach ISO 9001 Version 2000 und EN 46001
Die
Zertifizierung erfolgte durch ein Audit der DQS Deutsche Gesellschaft zur
Zertifizierung von Managementsystemen mbH vom 11. bis zum 15. Dezember
2000.
Neben
den Elementen der „alten“ 9001 wurden auch die Elemente der neuen
Revision überprüft (Deltazertifizierung). Zusätzlich wurden die
Unternehmen nach EN 46001 (GMP-Umsetzung für die Branche Medizinprodukte
und IVD) zertifiziert.
Somit
gehören die Unternehmen zu den ersten 30 Unternehmen, denen von der DQS
ein Zertifikat auf Basis der zwischenzeitlich am 15. Dezember 2000 in
Kraft getretenen Norm ISO 9001 Version 2000 zuerkannt wurde. Bei den
wenigen anderen Firmen, die sich so schnell dieser neuen Norm stellten,
waren renommierte Firmen wie z.B. RKW Brandenburg GmbH, Porsche Financial
Services GmbH oder Westdeutsche Landesbank Girozentrale.
5.
Fazit
Im
Rahmen des Pilotprojekts haben 5 Unternehmen des Biotechnologieparks
Luckenwalde als eine der ersten Firmen eine Delta-Zertifizierung nach der
ISO 9001, gekoppelt mit den GMP Anforderungen sowie der EN 46001,
erfolgreich durchlaufen. Bei der Projektrealisierung waren die Definition
der exakten Standards / Regelwerke und die Bereitstellung der
erforderlichen Ressourcen die Schlüsselfaktoren für den Projekterfolg.
Nur über den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung lässt sich jedoch
dauerhaft ein funktionierendes QM-System etablieren.
Der
Biotechnologiepark Luckenwalde unterstützt gern weitere
Biotechnologie-Unternehmen bei Aufbau und Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen.
6.
Ansprechpartner zum Pilotprojekt
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Projektträger
Industrie-
und Handelskammer Potsdam
Herr Dr. Gertenbach
Große
Weinmeisterstr. 59
14469 Potsdam |
Controller
Biotechnologiepark
Luckenwalde GmbH
Herr Werner
Im
Biotechnologiepark, TGZ I
14943 Luckenwalde |
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Pilot-Firmen
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Alpha-Bioverfahrenstechnik
GmbH
Herr Dr. Schroedter
Im Biotechnologiepark, TGZ I
14943 Luckenwalde |
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CHIRACON
GmbH
Herr Dr. Zuhse
Im Biotechnologiepark, TGZ I
14943 Luckenwalde |
MeGA-Tec
GmbH
Frau Weitzel-Kage
Im Biotechnologiepark, TGZ II
14943 Luckenwalde |
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MIKROMOL
GmbH
Herr Dr. Funk
Im Biotechnologiepark, TGZ II
14943 Luckenwalde |
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Berater
CONCEPT HEIDELBERG
Oliver Schmidt, Sven Pommeranz
Rischerstr. 8
69123 Heidelberg |
Zertifizierer
DQS Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen
mbH
Herr Bonifer
August-Schanz-Str. 21
60433 Frankfurt |
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