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30. Oktober 2006
 

Aide Mémoire "Bio- und Gentechnologie" von ZLG beschlossen und zur Umsetzung an die Länder weitergeleitet

 
Die beschlossene Version des Aide mémoire "Bio- und Gentechnologie" ist von der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG) auf ihrer Webseite veröffentlicht worden.

Nach fachlicher Prüfung durch die Vorsitzende der Expertenfachgruppe 4, Frau Dr. Gabriele Wanninger, und Beschluss durch die Ländervertreter bei der ZLG ist das Dokument nun zur Inkraftsetzung an die Länderbehörden weitergeleitet worden. Dieser Vorgang wird nach Informationen aus der ZLG noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Mit dem Aide mémoire ist ein Leitfaden erstellt worden, der die Inspektionen von Betrieben, die pharmazeutische Produkte auf bio- und/oder gentechnologischem Wege herstellen und prüfen, in Deutschland vereinheitlichen soll.

Die folgenden Produkte und Herstellungsmethoden werden von diesem Dokument insbesondere erfasst:

Produkte:

  • Impfstoffe
  • Proteine und Polypeptide
  • Monoklonale Antikörper
  • Immunsera
  • Antigene
  • Peptidhormone
  • Zytokine
  • Enzyme

Das Aide mémoire findet keine Anwendung auf Gen- und Zelltherapeutika sowie auf Produkte, die unter die Monographie "Fermentationsprodukte" der Ph.Eur. fallen.

Herstellungsmethoden:

  • Mikrobielle Kulturen und Zellkulturen, einschließlich der mit Hilfe der rekombinanten DNS- oder Hybridomtechnik gewonnenen;
  • Extraktion aus biologischen tierischen oder menschlichen Geweben
  • Herstellung vermehrungsfähiger Agenzien in Embryonen, Tieren oder Zellkulturen

Bereits zu den im Vorfeld veröffentlichten "draft"-Versionen gab es erhebliche Diskussionen innerhalb der Industrie. So wurden von Industrieseite zum Beispiel die im Dokument vorgeschlagenen Reimraumklassifizierungen kritisiert. Eine Änderung, die dazu im Vergleich zur Version des Dokuments vom Januar 2005 noch aufgenommen wurde, ist die Anforderung an die Reinraumklassen bei Medien- und Pufferansatz:

"Draft", 2005:

Ansatz von Medien und Puffern:

Klasse C oder D, je nach Kontaminationsrisiko

Endgültiges Dokument, 2006:

Ansatz von Medien und Puffern:

je nach Kontaminationsrisiko (ggf. Klasse C oder D)

Gerade diese augenscheinlich kleinen Änderungen, die aber einen großen Einfluss haben können, machen ein exaktes Lesen nötig.

Insgesamt bietet das Aide mémoire einen umfangreichen und detaillierten Überblick über die GMP-Anforderungen an die Bio- und Gentechnologie. Dabei sind die Querverweise auf die Originaltexte sehr hilfreich.

Da dies der Text ist, der als Hilfe zur Inspektionsvorbereitung für Ihren Inspektor erstellt wurde, ist ein genaues Studium zur eigenen Inspektionsvorbereitung unerlässlich. Hier stehen die Punkte, die Ihr Inspektor abprüfen wird.

Die Lektüre dieses Dokuments ist ein Muss für alle, die in diesem Industriebreich involviert sind. Dabei deckt es nicht nur den Bereich zugelassener Arzneimittel, sondern auch den klinischer Prüfmuster ab.

Das Aide mémoire finden Sie auf der ZLG-Webseite unter folgender Adresse:
http://www.zlg.de/download/AM/QS/07121002.pdf
 

Die aktuellen Entwicklungen für die biopharmazeutische Industrie werden auch bei folgenden Seminaren und Lehrgängen umfassend berücksichtigt:

Im Auftrag der European Compliance Academy (ECA) führt CONCEPT HEIDELBERG folgende Veranstaltungen durch:

 
Autor:
Dr. Ulrich Herber
CONCEPT HEIDELBERG