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Bedingt durch den Freedom of Information Act (FOI) sind
Inspektionsergebnisse der FDA öffentlich zugänglich. Nur sehr selten
erfährt man allerdings Inspektionsergebnisse europäischer
Überwachungsbehörden. John Taylor von der britischen Überwachungsbehörde
MHRA hat im Rahmen der ECA Veranstaltung "How to Pass EU and FDA
Inspections – GMP Compliance Auditor" vom 04.-06. Oktober 2006 in
Barcelona Inspektionsergebnisse seiner Behörde präsentiert.
Die MHRA ging aus der 2003 durchgeführten Fusion der Medicines Control
Agency und der Medical Devices Agency hervor. Die Behörde hat als
Inspektionsfrequenz für die eigenen Herstellungsbetriebe einen
2-Jahresrhythmus und für die "Third country manufactures" einen
3-Jahresrhythmus vorgegeben.
Die Klassifikation von Inspektionsergebnissen erfolgt durch die MHRA in
"critical", "major" und "others". Dabei charakterisiert "critical" einen
Mangel, der einen signifikanten Einfluss darauf hat, dass ein Produkt
einen Patienten schädigen könnte. Auch eine Kombination von
"major"-Abweichungen, die auf einen kritischen Systemfehler hindeuten,
wird als kritisch eingestuft.
Ein "major"-Mangel könnte ein Produkt erzeugen, das nicht in
Übereinstimmung mit der Zulassung steht. Oder er steht für eine
Kombination von "other"-Abweichungen, die auf einen Systemfehler oder auf
wiederholende "other"-Abweichungen hindeuten.
Ein "other"-Mangel ist eine Abweichung, die nicht in "critical" oder
"major" eingeordnet werden kann, aber auf eine GMP-Abweichung hindeutet.
Die Top-Ten-Liste der "critical" und "major"-Abweichungen aller
inspizierten Bereiche (einschließlich Drittländer, wholesalers,
Lohnlabore) zeigt auf Platz 1 und 2 Beobachtungen in Bezug auf das
Quality-System (s. Bild 1). Ein Bild, das sich auch bei Auswertung der
FDA-Beobachtungen in deren Bereich vergleichbar ergibt.

Abbildung 1
Beispiele für kritische Abweichungen im QM-System waren u.a.:
- Herstellung und Qualitätskontrolle sind nicht voneinander unabhängig
- Ware wird vom Leiter des Warenlager frei gegeben; er benutzt hierzu
einen Stempel mit der Unterschrift der Qualified Person
- Keine Überprüfung von Chargennummer und Haltbarkeitsdatum
Ebenfalls bezogen auf alle Bereiche stellte John Taylor ein Trending
vor (s. Abbildung 2)

Abbildung 2
GMP-Abweichungen in Drittländer sind oft auch durch eine Unkenntnis der
europäischen GMP-Regeln begründet. Abbildung 3 und 4 zeigen eine
Auflistung dieser Mängel und ein Trending. Hier steht (leider) die Gefahr
der mikrobiellen Kontamination wieder an der Spitze.

Abbildung 3

Abbildung 4
Sehr interessant sind ebenfalls die Abweichungen im Bereich der "Good
Distribution Practice" (nur UK). Hier wurden, wie bereits in den
Vorjahren, die meisten ernsten Beobachtungen bei Temperaturkontrolle und
Monitoring gemacht. (siehe Abbildung 5). Auf Platz zwei folgen nicht
erlaubte Aktivitäten; eine Beobachtung, die erst seit 2004 in dieser Liste
geführt wird.

Abbildung 5
Bezüglich Mängel bei der Fertigung von klinischen Prüfmustern finden
sich auch hier Beobachtungen zum QM-System ganz vorne (s. Abbildung 6).

Abbildung 6
2005/ 2006 führte die MHRA bisher 15 Wirkstoffinspektionen gemäß Teil 2
des EU GMP-Leitfadens durch. Die fünf häufigsten Mängel (major) waren:
- Laboratory Controls
- Process Equipment
- Quality Management
- Materials Management
- Production and In-Process-Controls
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