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GMP-News
27. Oktober 2006
 

Auswertung der GMP-Inspektionen durch die MHRA

 
Bedingt durch den Freedom of Information Act (FOI) sind Inspektionsergebnisse der FDA öffentlich zugänglich. Nur sehr selten erfährt man allerdings Inspektionsergebnisse europäischer Überwachungsbehörden. John Taylor von der britischen Überwachungsbehörde MHRA hat im Rahmen der ECA Veranstaltung "How to Pass EU and FDA Inspections – GMP Compliance Auditor" vom 04.-06. Oktober 2006 in Barcelona Inspektionsergebnisse seiner Behörde präsentiert.

Die MHRA ging aus der 2003 durchgeführten Fusion der Medicines Control Agency und der Medical Devices Agency hervor. Die Behörde hat als Inspektionsfrequenz für die eigenen Herstellungsbetriebe einen 2-Jahresrhythmus und für die "Third country manufactures" einen 3-Jahresrhythmus vorgegeben.

Die Klassifikation von Inspektionsergebnissen erfolgt durch die MHRA in "critical", "major" und "others". Dabei charakterisiert "critical" einen Mangel, der einen signifikanten Einfluss darauf hat, dass ein Produkt einen Patienten schädigen könnte. Auch eine Kombination von "major"-Abweichungen, die auf einen kritischen Systemfehler hindeuten, wird als kritisch eingestuft.

Ein "major"-Mangel könnte ein Produkt erzeugen, das nicht in Übereinstimmung mit der Zulassung steht. Oder er steht für eine Kombination von "other"-Abweichungen, die auf einen Systemfehler oder auf wiederholende "other"-Abweichungen hindeuten.

Ein "other"-Mangel ist eine Abweichung, die nicht in "critical" oder "major" eingeordnet werden kann, aber auf eine GMP-Abweichung hindeutet.

Die Top-Ten-Liste der "critical" und "major"-Abweichungen aller inspizierten Bereiche (einschließlich Drittländer, wholesalers, Lohnlabore) zeigt auf Platz 1 und 2 Beobachtungen in Bezug auf das Quality-System (s. Bild 1). Ein Bild, das sich auch bei Auswertung der FDA-Beobachtungen in deren Bereich vergleichbar ergibt.


Abbildung 1

Beispiele für kritische Abweichungen im QM-System waren u.a.:

  • Herstellung und Qualitätskontrolle sind nicht voneinander unabhängig
  • Ware wird vom Leiter des Warenlager frei gegeben; er benutzt hierzu einen Stempel mit der Unterschrift der Qualified Person
  • Keine Überprüfung von Chargennummer und Haltbarkeitsdatum

Ebenfalls bezogen auf alle Bereiche stellte John Taylor ein Trending vor (s. Abbildung 2)


Abbildung 2

GMP-Abweichungen in Drittländer sind oft auch durch eine Unkenntnis der europäischen GMP-Regeln begründet. Abbildung 3 und 4 zeigen eine Auflistung dieser Mängel und ein Trending. Hier steht (leider) die Gefahr der mikrobiellen Kontamination wieder an der Spitze.


Abbildung 3


Abbildung 4

Sehr interessant sind ebenfalls die Abweichungen im Bereich der "Good Distribution Practice" (nur UK). Hier wurden, wie bereits in den Vorjahren, die meisten ernsten Beobachtungen bei Temperaturkontrolle und Monitoring gemacht. (siehe Abbildung 5). Auf Platz zwei folgen nicht erlaubte Aktivitäten; eine Beobachtung, die erst seit 2004 in dieser Liste geführt wird.


Abbildung 5

Bezüglich Mängel bei der Fertigung von klinischen Prüfmustern finden sich auch hier Beobachtungen zum QM-System ganz vorne (s. Abbildung 6).


Abbildung 6

2005/ 2006 führte die MHRA bisher 15 Wirkstoffinspektionen gemäß Teil 2 des EU GMP-Leitfadens durch. Die fünf häufigsten Mängel (major) waren:

  1. Laboratory Controls
  2. Process Equipment
  3. Quality Management
  4. Materials Management
  5. Production and In-Process-Controls

  

GMP-Abweichungen sind Ausgangspunkt vieler CONCEPT HEIDELBERG-Seminare: Eine Übersicht der GMP- Seminare und Konferenzen finden Sie hier

Folgende Veranstaltungen befassen sich u.a. mit dem Thema Inspektion und Audit:

Beobachtungen zu "Quality System Documentation" gehören, wie immer, zu den häufigsten Abweichungen. Zu dieser Thematik bieten wir Ihnen die nachfolgenden Veranstaltungen an:

 
Autor:
Wolfgang Schmitt
CONCEPT HEIDELBERG
  

 

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