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16. Oktober 2006
 

Neue Aktivitäten der FDA zur Risikominimierung bei TSE

 
Aufgrund aktueller Entwicklungen veröffentlichte die FDA am 8. August 2006 den Entwurf für eine Ergänzung der "Guidance for Industry: Revised Preventive Measures to Reduce the Possible Risk of Transmission of Creutzfeldt-Jakob Disease (CJD) and Variant Creutzfeldt-Jakob Disease (vCJD) by Blood and Blood Products" aus dem Jahr 2002. Der Zusatz beinhaltet die Empfehlung zur Ablehnung von Spendern von Blut und Blutkomponenten, die seit 1980 eine Bluttransfusion in Frankreich erhalten haben. Damit wurde diese Vorgehensweise auf das erste Land auf dem europäischen Kontinent ausgeweitet. Bisher bezog sie sich nur auf Großbritannien. Der Entwurf des Dokuments ist unter der folgenden Adresse abrufbar: www.fda.gov/CBER/gdlns/cjdfrance.pdf

Beweggründe für diesen Beschluss sind die Wahrscheinlichkeit der Exposition gegenüber BSE in Frankreich durch die hohen Rinderimporte aus Großbritannien und die dokumentierten, mutmaßlichen Fälle von transfusionsbedingten vCJD-Infektionen in Großbritannien. Zum 1. August 2005 betrug die Anzahl definitiver oder wahrscheinlicher vCJD-Fälle in Frankreich selbst 14.

Die in diesem Dokument beschriebene Maßnahme beruht auf einem Beschluss des TSE Advisory Committee der FDA bei seiner Sitzung im Februar 2005. Die Mitschrift dieses Treffens ist unter http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/05/transcripts/2005-4088t1.doc verfügbar. Die darin niedergefassten Diskussionen spiegeln die ganze Komplexität der TSE-Problematik wieder.

Dr Donna DiMichele, Associate Professor, Cornell University, gibt es in einer Wortmeldung sehr gut wieder: "Dieser Fall ist nicht wie West Nile, das wir, wie Sie wissen, sehr schnell unter Kontrolle bekommen haben. Aber, wissen Sie, ich weiß nicht, was man sonst tun soll. Die Bevölkerung hat immer noch … Es ist eine schreckliche Krankheit."

Obwohl dass sich die Expertengruppe in ihrer Empfehlung explizit auf Frankreich bezog, wiesen Mitglieder daraufhin, dass man weitere europäische Länder unter besondere Beobachtung stellen sollte.

Dr Glenn Telling, Associate Professor, University of Kentucky: "Ich bin beunruhigt über die erhöhte Zunahme in der Schweiz – die Schweiz hat die zweithöchste Anzahl an BSE in Europa – und über die Tatsache, dass New Variant CJD sich in mehr als einer molekularen Form manifestieren könnte."

Ein Hauptargument gegen die Empfänger französischer Blutspenden war, dass Frankreich selbst diese Personen von der Blutspende ausgeschlossen hat.
  

  • Wie ist der aktuelle Stand zum Umgang mit der TSE-Problematik in Deutschland und Europa?
  • In wieweit sind neben Blut und Blutprodukten auch biotechnologische Produkte betroffen?
  • Welche besonderen Fragestellungen ergeben sich bei neuartigen Arzneimitteln wie Zelltherapeutika?

Antworten auf diese Fragen erhalten Sie bei dem Seminar "TSE-Sicherheit" am 1. Dezember 2006 in Mannheim. Experten aus der Industrie, von Überwachungs- und Zulassungsbehörden bringen Sie auf den neuesten Stand.

 
Autor:

Dr. Ulrich Herber

CONCEPT HEIDELBERG

Hinweis: Die Zitate aus der Mitschrift des TSEAC Meeting sind vom Autor nach besten Wissen und Gewissen übersetzt worden. Es handelt sich nicht um autorisierte Übersetzungen.