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12. Oktober 2006
 

Neue OOS Guidance der FDA!

 
Acht Jahre nach der Draft OOS Guideline ist jetzt die seit langem erwartete FDA Guidance for Industry "Investigating Out-of-Specification (OOS) Test Results for Pharmaceutical Production" am 12. Oktober 2006 veröffentlicht worden.

Im Vergleich zur Entwurfsversion ist der Ablauf der OOS-Untersuchung jetzt klarer dargestellt. Phase I behandelt die Fehlersuche im Labor. Hier wird nach wie vor unterschieden zwischen den Verantwortlichkeiten des Laboranten (analyst) und des Laborleiters (supervisor).

Falls es sich nach der Fehlersuche im Labor zeigt, dass ein klar offensichtlicher Laborfehler vorliegt, kann das erste Ergebnis für ungültig erklärt werden und ein Retest-Ergebnis kann dann das erste Original-Ergebnis ersetzen. Es müssen aber alle Daten des ursprünglichen Ergebnisses aufbewahrt werden, einschließlich einer Erklärung.

Falls bei der Fehlersuche kein Laborfehler nachgewiesen werden kann, muss eine vollständige OOS Untersuchung (full-scale OOS investigation) durchgeführt werden.

Hierbei werden zum Thema Retest u.a. folgende Aussagen gemacht:

  1. "It is often important for the predefined retesting plan to include retests performed by an analyst other that the one who performed the original test. A second analyst performing a retest should be at least as experienced and qualified in the method as the original analyst."

Hier hat die FDA also die Kommentare der Industrie, dass Retests nicht immer durch einen zweiten Laboranten durchgeführt werden können, berücksichtigt, auch wenn nach wie vor der zweite Laborant als sehr wichtig angesehen wird.

  1. "The maximum number of retests to be performed on a sample should be specified in advance in a written standard operating procedure (SOP). The number may vary depending upon the variability of the particular test method employed, but should be based on scientifically sound principles. The number of retests should not be adjusted depending on the results obtained."

Es ist sehr erfreulich, dass die Anzahl der Retests nicht fest vorgegeben wird. Allerdings wird in einem Beispiel am Ende der Guidance aufgezeigt, wie für ein nicht-erklärbares OOS Ergebnis durch sieben Retests nachgewiesen werden kann, dass das erste Ergebnis wohl nicht die wahre Qualität der Charge wiedergespiegelt hat. Hier besteht also doch noch ein Anknüpfungspunkt zu der Fußnote des Barr-Urteils von 1993!

Weitere wichtige Themen der Guidance sind "Mittelwertbildung" und "Ausreißertests".  Leider sind in der finalen FDA Guideline keine Begriffsdefinitionen enthalten und es ist auch kein Flowchart zum Prozessablauf der OOS-Untersuchung aufgenommen worden.


  

Das Thema Out-of-Specification Results wird bei folgenden Veranstaltungen vertieft:

Webinar "Umgang mit OOS Resultaten auf Laborebene"
Referent: Dr Bernd Renger, Director Quality Control, Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG
29. November 2006, 11.00 – 12.30h

Im Auftrag der European Compliance Academy organisieren wir:

"Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment", Prague, 22-23 November 2006

In dem Vortrag "Out-of-Specification HPLC Results" werden die Auswirkungen der neuen FDA Guideline beleuchtet.

Speziell zur Umsetzung der OOS Guideline organisiert die ECA:

ECA Education Course "Out-of-Specification Results"
14-15 March 2007, Barcelona, Spain

 
Autor:
Dr. Günter Brendelberger
Projektleiter
CONCEPT HEIDELBERG

Die neue FDA Guidance for Industry: Investigating Out-of-Specification (OOS) Test Results for Pharmaceutical Production" können Sie hier herunterladen:
http://www.fda.gov/OHRMS/DOCKETS/98fr/98d-0777-gdl0002.pdf

Weitere Informationen finden Sie in der Pre-Publication der FDA hier:
http://www.fda.gov/OHRMS/DOCKETS/98fr/98d-0777-nad0002.pdf