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Validierung - Up-date der Standards
Seit gut einem Jahr ist die 15.
ergänzende Leitlinie zum EG-GMP-Leitfaden (Annex 15) als Entwurf
vorhanden (s. GMP-News Nr. 54). Bis zum Frühjahr diesen Jahres konnte
dieser Draft kommentiert werden.
Ein sehr fundierter Kommentar der PDA
wird nachstehend erläutert:
Das Hauptaugenmerk der PDA richtet sich
auf die Kompatibilität des Annex 15 mit anderen Regelwerken der
ICH-Regionen (EU, USA, Japan), die das Thema Validierung ebenfalls
behandeln.
Diese Kompatibilität wünscht sich die
PDA ebenfalls für das vom CPMP (Committee for Proprietary Medicinal
Products), dem Arzneimittelspezialitätenausschuss der europäischen
Zulassungsbehörde EMEA (European Medicinal Evaluation Agency)
herausgegebene Dokument „Guidance on Process Validation" (CPMP/QWP/848/96/draft).
Weiterhin wird eine stärkere Trennung
zwischen Validierungsaspekten der pharmazeutischen Produktion und der
Wirkstoff-Herstellung (ICH Q7a) gewünscht.
Sehr schön formuliert ist der Wunsch
nach weniger Detailregulierung hinsichtlich der Prozessvalidierung („Process
Validations is a dynamic discipline requiring scientific judgement").
Ferner wird kritisiert, dass der Annex 15
einen „tutorial tone" hat. Dies ist eine Folge der inhaltlichen
Übernahme aus dem PIC/S Dokument PR 1/99-1. Dieses Dokument richtet sich
ja in erster Linie an Inspektoren und nicht an die Industrie. Deshalb wird
eine Kürzung gewünscht, um Vergleichbarkeit zu den anderen ergänzenden
Leitlinien zu erreichen.
Inkonsistenzen zwischen einzelnen
Begriffen innerhalb des Dokuments (Text und Definitionen) werden ebenfalls
kritisiert. Als Beispiel wird die Gleichheit zwischen Performance
Qualification und Process Validation erwähnt, die so nicht durchgängig
in der Industrie akzeptiert wird.
Die ISPE (International Society of
Pharmaceutical Engineers) hat eine neue Baseline zum Thema Qualifizierung
mit dem Titel „Commissioning & Qualification Guide" zum
November /Dezember 2000 angekündigt.
Dieses Dokument soll Schlüsselbegriffe
definieren eine konsistente und doch flexible Interpretation hinsichtlich
eines „designing, constructing, commissioning and qualifying of
facilities, utilities and equipment" ermöglichen.
Es geht hier also ausdrücklich um eine
Baseline, die weder eine Regularie ist noch welche ersetzen möchte!
Auch wird das Thema Prozessvalidierung
innerhalb der Baseline nicht behandelt.
Die Gliederung erfolgt in 13 Kapiteln

Quelle: ISPE Comissioning &
Qualification Guide
Die Philosophie ist:
- Auf Basis eines Good Engineering
Practice (GEP) ergänzt um das Commissioning und bei Bedarf erweitert
um eine Qualifizierung Räumlichkeiten und Ausrüstungen einer
pharmazeutischen Nutzung zuzuführen. Bei Bedarf heißt, qualifiziert
wird nur dann, wenn ein direkter Einfluss auf die Produktqualität (Direct
Impact) besteht.
- Dieser „Direct Impact" sollte
schon bei der Designentwicklung einkalkuliert werden, um
Qualifizierungsarbeiten rechtzeitig planen zu können.
- Unter GEP versteht die Baseline
angewandt Ingenieurskunst nach dem Stand der Technik während der
gesamten Projektabwicklung, um eine effektive, kostengünstige Lösung
zu erhalten.
- Als neuen Begriff führt die Baseline
das „Enhanced Design Review" ein. Es wird verglichen mit der
Design Qualifizierung, wie im Entwurf des Annex 15 beschrieben. Der
Begriff DQ wurde ausdrücklich vermieden, um keine Verwirrung mit den
Designanforderungen der FDA an die Medizinprodukte zu erzeugen.
- Unter Commissioning versteht die
Baseline eine gut organisiertes und dokumentierte Ingenieursleistung
hinsichtlich des „start-up" und „turnover" von
Räumlichkeiten, Systemen und Geräten. Commissioning mündet in eine
sichere und funktionsgerechte Umgebung, die die Desingvorgaben
erfüllt. Das Commissioning umfasst die Installation von Anlagen,
Einstellarbeiten und Testläufe. Es bildet die Basis für die
Installation und Operational Qualification und sollte auch in einem
Plan hinterlegt sein.
- Für die Qualifizierungsarbeiten
fordert die Baseline die aktive Beteiligung der Qualitätssicherung,
ein strukturiertes Vorgehen unterstützt durch eine entsprechende
(umfangreiche) Dokumentation und ein Change Control System. Gestützt
wird die Qualifizierung auf „Qualification Rationales".
- Das aus der Computervaldierung schon
bekannte V-Modell wird nun auch für „Direct Impact Systems"
angewendet, somit wird auch die PQ integriert:

Quelle: ISPE Comissioning &
Qualification Guide
- Eine wesentlich stärkere Rolle als
bisher wird der Qualitätssicherung zugesprochen. Sie sollte schon
sehr früh in neue Projekte eingebunden werden, um zu verifizieren
welche Qualifizierungsarbeiten notwendigen sind und wie diese
innerhalb des „Commissioning" durchgeführt werden können.
Dies erspart Doppelarbeiten und reduziert den Zeitaufwand.
Quellen: PDA Letter, April 2000
Pharmaceutical Engineering, May/June 2000
European Pharmaceutical Review, Vol 5
Issue 1, Spring 2000
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