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Um die unvorteilhafte Wettbewerbssituation für die europäische
Pharmaindustrie zu verändern, hat die European Compliance Academy (ECA)
eine Arbeitsgruppe Rapid Microbiological Methods (RMM) initiiert. Ziel der
Gruppe mit bislang 11 Vertretern aus der europäischen Pharmaindustrie und
dem deutschen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sind die Steigerung der
Arzneimittelqualität und Kostenreduzierungen durch Einführung neuer
Technologien. Dazu will sie die Industrie unterstützen, um die Ziele
möglichst schnell zu erreichen. Auf der anderen Seite wird die Gruppe
auch Behörden innerhalb eines bestimmten Rahmens entsprechende
Informationen über neue Technologien zur Verfügung stellen, um eine
schnelle und einfache Entscheidungsfindung zu fördern.
In ihrem ersten Treffen, das Anfang Juni im PEI in Langen stattfand,
hat die Arbeitsgruppe die aktuelle Situation bewertet und einen
Arbeitsplan zusammengestellt.

Das Foto zeigt von links nach rechts:
Dr Paul Newby, GlaxoSmithKline; Dr Christina Bruntner, Pall Life
Sciences; Dr Robert Johnson, Dialogue; Dr Thomas Lukow, Novartis Behring;
Elisabeth Jander, Pall Life Sciences; Mike Edgington, Director for
Regulatory Affairs (ECA); Dr Thomas Mikosch, Centocor; Dr Klaus Haberer,
Compliance Advice and Services in Microbiological; Dr Thomas Montag,
Paul-Ehrlich-Institut; Dr Sven Deutschmann, Roche Diagnostics; Dr Ulrich
Herber, Concept Heidelberg
Eines der Themen, die die Gruppe identifiziert hat, ist die fehlende
Standardisierung für die Einreichung von RMMs. Außerdem sieht die Gruppe
die Erwähnung bestimmter Methoden im Kapitel 5.1.6. des Europäischen
Arzneibuchs kritisch, weil sie möglicherweise einen falschen Akzent auf
diese Tests setzt. Hinzu kommt, dass für bereits zugelassene Produkte
durch die geforderte Typ II-Variation ein erheblicher Aufwand entsteht –
und dadurch die Einführung von RMMs verzögert wird. Die Gruppe äußerte
auch Bedenken über die unpassenden Methoden, die mitunter von Behörden
verlangt werden – wie z.B. klassische EP Steriltests für
Zelltherapeutika. Generell werden RMMs bei der Zulassung neuer Produkte
nach Auffassung der Arbeitsgruppe jedoch an Bedeutung gewinnen.
Zur Ausarbeitung eines auch für die Industrie repräsentativen
Arbeitsplans führte die Gruppe eine Umfrage durch. Das Ergebnis
repräsentiert rund 40 bedeutende europäische Pharma- und
Biotechunternehmen und zeigt, dass viele Firmen RMMs in den nächsten 1-3
Jahren einführen wollen und dass die meisten von ihnen planen, sie für
das mikrobiologische Monitoring einzusetzen und auf quantitative Methoden
setzen. Die meisten Unternehmen bescheinigten auch, dass es keine
ausreichende regulatorische Unterstützung gibt, um Veränderungen schnell
herbeizuführen, und dass eine bessere Führung durch klare Anforderungen
zu einer zügigeren Einführung der Methoden führen würde. Nach
Ergebnissen der Umfrage schätzen viele Unternehmen den Zulassungsprozess
als komplex ein, was die Einführung verlangsamt. Eine klare Erwartung
seitens der Behörden bei der Einführung von RMMs würde die
Einschätzung vieler Unternehmen verändern.
Um auf beiden Seiten – in der Industrie als auch in Behörden – das
Verständnis für die Anforderungen bei der Einführung von RMMs zu
fördern, und um sie mit Fallstudien und verfügbarer Erfahrung zu
unterstützen, wird die Gruppe einen "Best Practice Guide" ins
Leben rufen. In zwei Hauptkapiteln wird sich der Guide auf klassische und
auf neue Arzneimittel mit ihren jeweiligen Aspekten und Anforderungen
konzentrieren. "Wir wollen auch nationale Behörden und Inspektorate
einbeziehen. Deshalb haben wir geplant, einen ersten Entwurf mit
Vertretern der EMEA, EDQM und nationaler Behörden zu diskutieren",
sagte Mike Edgington, Director for Regulatory Affairs, ECA. Um die
Informationen des Guide mit beiden Seiten zu teilen, sind auch
Online-Seminare und Kurse geplant, die durch die ECA organisiert werden
sollen. Zusätzlich ist die Veröffentlichung von Beiträgen in
europäischen Fachzeitschriften der Pharmaindustrie vorgesehen.
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