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23. Juni 2006
 

GMP Fragen und Antworten der Kanadischen Überwachungsbehörde

 
Neben der amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) hat auch die kanadische Überwachungsbehörde Health Canada auf ihrer Website einen "Questions & Answers"-Bereich eingerichtet. Die Q&A-Website wurde im Mai aktualisiert und soll nach Angabe von Health Canada auch in Zukunft in regelmäßigen Abständen überarbeitet werden.

Der interessante GMP-Fragen- und Antwortenkatalog, der auch als PDF herunter geladen werden kann, umfasst bisher die Bereiche Räumlichkeiten, Ausrüstung, Personal, Reinigung, Prüfung von Ausgangsstoffen, Prozesskontrollen, Qualitätskontrolle, Prüfung von Verpackungsmaterialien, Prüfung von Fertigprodukten, Dokumentation, Musternahme, Stabilität und Sterilprodukte.

In einer aktuell aufgegriffenen Frage geht es beispielsweise um die Prüfung von Ausgangsstoffen: Welche Dokumentation muss ein Labor bereitstellen können, um Prüfverfahren von Ausgangsstoffen (Wirk- und Hilfsstoffe) durchführen zu können, die den Regularien von Health Canada entsprechen?

Die Behörde empfiehlt dazu gemäß dem USP Draft General Chapter <1226>: "Verification of Compendial Methods", dass die Dokumentation eine Zusammenfassung der analytischen Daten beinhalten sollte, des Weiteren eine Auswertung der Ergebnisse und ein Vergleich der Akzeptanzkriterien. Außerdem, so die Antwort weiter, muss der Nachweis erfolgen, dass das zuständige Laborpersonal in der Lage ist, ein erfolgreiches Prüfverfahren durchzuführen und damit zuverlässige Daten zu liefern.

Eine weitere interessante Frage bezieht sich auf die Reinigung und deren Häufigkeit: Wie bzw. wie oft muss eine Anlage bzw. Räumlichkeit gereinigt werden, wenn nacheinander Batches des gleichen Produktes hergestellt werden? Und wie/wie oft bei Batches des gleichen Produkts in unterschiedlicher Stärke?

Hier bezieht sich die Behörde auf die Interpretation 3.5 unter C.02.007, wo definiert ist, "dass das Produkt zwischen der Produktion von Batches des gleichen Arzneimittels nicht unbedingt vollständig entfernt werden muss". Vielmehr hängen Häufigkeit und Art der Reinigung davon ab, in welchen zeitlichen Abständen die Batches produziert werden. Es muss lediglich gewährleistet sein, dass ein bestimmter Batch nicht vom vorherigen Batch oder vom Umfeld kontaminiert werden kann. Außerdem muss sicher gestellt sein, dass Rückstände des vorher produzierten Batches die Qualität des folgenden Batches nicht beeinflussen. Danach wäre also z.B. insbesondere bei Flüssigformen oder Suspensionen eine Reinigung notwendig, um zu verhindern, dass einige Einheiten am Anfang mit Rückständen verunreinigt sind. In diesem Fall wäre es notwendig, einen Reinigungsprozess zu etablieren und validieren sowie eine maximale Zeitspanne zu definieren, um Rückstände aus Schläuchen und Kolben zu entfernen und um Probleme wie eine mikrobielle Kontamination oder das Trocknen von Rückständen aus Cremes und Salben zu vermeiden.

Weitere interessante Fragen sowie die Antworten der kanadischen Überwachungsbehörde sind abrufbar unter:
www.hc-sc.gc.ca/dhp-mps/compli-conform/gmp-bpf/question/index_e.html
 

Einen Überblick über die Reinigungsvalidierung erhalten Sie auch in der Veranstaltung

Reinigungsvalidierung kompakt am 21. September 2006 in Viernheim bei Mannheim.

Außerdem führt Concept Heidelberg im Auftrag der European Compliance Academy (ECA) den Education Course FDA Compliance in Analytical Laboratories vom 4-6 Oktober 2006 in Prag, Tschechien, durch.

 
Zusammengestellt von:
Wolfgang Heimes
CONCEPT HEIDELBERG