Das Thema Entwicklung ist seit einigen Jahren verstärkt im Fokus der
behördlichen Überwachung. In diesem Zusammenhang wird auch eine (alte)
neue Technik, das Design of Experiments (DoE), häufiger erwähnt.
Das PAT-Team der EMEA hat ein Reflection Paper veröffentlicht, in dem
vorläufige Empfehlungen zur Darstellung PAT-relevanter Informationen in
Anträgen oder Änderungsmitteilungen für eine Marktzulassung beschrieben
sind.
Neben dem Thema Quality Risk Management (siehe News
vom 3. Mai 2006) ist ein anderer Schwerpunkt die Thematik DoE.
DoE wird als Hilfsmittel sowohl bei der Entwicklung der Formulierung
als auch bei der Prozessentwicklung angesehen. Bei Anwendung von DoE
wünscht sich die EMEA eine Beschreibung der Experimente und eine
möglichst graphische Darstellung mit einer beschreibenden Interpretation.
Es wird darauf hingewiesen, dass der Antragstellter dem Assessor
"adäquate Informationen" zur Verfügung stellen soll, damit
dieser versteht, was untersucht wurde und warum. Natürlich wird auch eine
Schlussfolgerung der Ergebnisse erwartet. Das Papier listet dann recht
ausführlich Punkte auf, die für die Zulassung relevant sein könnten. In
dieser Auflistung wird u. a. die Angabe der Art des experimentellen
Designs (full/factorial design), aber auch graphische Darstellungen,
statistische Bewertungen und natürlich der Design Space erwähnt. Eine
Verifizierung des Models, das sich von DoE ableitet, wird ebenfalls
genannt. Ausdrücklich erwähnt wird, dass unterschiedliche
Informationstiefen in Abhängigkeit von der Entwicklungsstufe (frühe bzw.
späte Phase) möglich sind.
Und wie sieht es national aus?
Das BfArM hat 2005 eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe aus Inspektoren und
Assessoren zu PAT gegründet. Als ein PAT-Werkzeug wird vom BfArM auch DoE
genannt. Als mögliche Anwendung für DoE erwähnt das BfArM die Analyse
des Einflusses kritischer Prozessparameter (Analyse von Effekten und
Wechselwirkungen) und die Beschreibung des Design Space. Als Beispiel für
DoE werden noch Optimierungsstrategien genannt.
Dass DoE auch einen Zulassungsantrag beschleunigen kann, ist in einer
News vom 25. April an einem Beispiel von Genentech für eine US-Zulasssung
beschrieben.
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