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18. Mai 2006
 

ASTM Draft Guide: Risikobasierter Qualifizierungs-Ansatz

 
Im April 2006 wurde ein Entwurf zu einem Standard Guide für "Science- and Risk-Based Approach to Qualification of Biopharmaceutical and Pharmaceutical Manufacturer Systems" veröffentlicht. Dieser Entwurf steht nun zur weiteren Kommentierung bereit und in einem Vorwort werden die bisher eingegangenen Kommentare gewichtet beschrieben. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Vorworts.

Ziel des Standard Guides ist es, einen Rahmen für die Qualifizierung von Produktionsgeräten und Hilfssystemen, einschließlich deren Steuerungen festzulegen. In den bisherigen Kommentaren kristallisieren sich vier Bereiche besonders heraus:

  1. Was ist die am besten geeignete Rolle der Quality Unit im Rahmen der Qualifizierung?
  2. Wie sollte der Standard Guide die "installation and operational verification" adressieren?
  3. Wie sollte der Standard Guide das "design review/qualification" adressieren?
  4. Wie sollte der Standard Guide mit Änderungen in der Projektphase während der Qualifzierung umgehen?

Zu 1. Die Gewichtung der Kommentare gibt in sieben Punkten die Rolle der Quality Unit (QU) an.

Zu 2. Hier liefert das Vorwort sehr interessante Aspekte, da es den derzeitigen Industrietrend, Qualifizierungsaspekte im Rahmen von Good Engineering Practice (GEP) und "Commissioning" abzuarbeiten, weiterführt.

Unter GEP versteht der Standard Guide etablierte Ingenieursmethoden und Standards, die während des Project Life Cycle angewendet werden. Als "commissioning" wird ein gut geplanter, dokumentierter und durchgeführter Ingenieursansatz im Rahmen des "Start up" bis "turn-over" zum Nutzer von Gebäuden, Systemen und Geräten gesehen – mit dem Ergebnis einer sicheren und funktionalen Umgebung, die dem festgesetzten Design-Anforderungen und Nutzererwartungen entspricht.

IQ und OQ sollten mit besonderer Betonung auf kritische Elemente stattfinden. Ausdrücklich erwähnt wird, dass die Industrie IQ und OQ sehr formal sieht und deshalb deren Effektivität und Flexibilität geschmälert wird und die Qualifizierungsaktivitäten nicht als normaler Teil der Installation und in den beginnenden Betriebsphasen genutzt wird. Viele Kommentare sehen die IQ und OQ gar als optional an bzw. mehr im Sinne eines "final audits" von GEP und "commissioning". In drei Unterpunkten werden Optionen bzgl. IQ und OQ vorgestellt.

Zu 3. Wert wird auf die Einbindung der QU in das Identifizieren und Klassifizieren von Risiken gelegt. Hier wird auch Bezug auf ICH Q9 (Risk Management) genommen. Das Ergebnis solcher Aktivitäten mündet in eine Liste kritischer Elemente (Komponenten, Funktionen, etc.), die in die Installations- und Funktions-Inspektionen sowie in Tests im Rahmen von GEP/"commissioning" führt. Der Kommentar schlägt vor, diese Liste kritischer Elemente und das "final review" dieser Liste durch die QU Design Qualification zu nennen. Auch die Bezeichnung "Equipment Suitability Requirements" wurde diskutiert. Nach Auffassung der Arbeitsgruppe könnte "Design Qualification" durch bereits freigegebene DQ-Protokolle zu unnötigem Arbeitsaufwand führen.

Zu 4. Das Vorwort schlägt zwei Arten von Änderungssystemen vor. Ab der Fertigung für den menschlichen Gebrauch sollen Änderungen mit QA-Freigabe greifen. In allen anderen Fällen wird ein "project change management" als Teil des "project quality plans" empfohlen. Dieser Plan wird von der QA freigegeben.

Fazit:

Der Standard Guide setzt sehr konsequent und weitergehend den derzeitigen Industrie-Trend zur Implementierung von Qualifizierungsaktivitäten in GEP/"commissioning" um. Bis hin zum (möglichen) Weglassen eigenständiger IQ- und OQ-Aktivitäten. Ein Vorschlag reduziert die DQ zur Liste kritischer Elemente und deren "final review". Änderungen werden unterschieden in projektbezogene Änderungen und Änderungen im Rahmen der Fertigung zur Anwendung am Menschen.

Der ASTM Guide ist derzeit noch ein Entwurf (2. Draft). Über die verschiedenen Interessen- und Pharmaverbände kann der Draft kommentiert werden. Wenn Sie Mitglied der European Compliance Academy (ECA) sind, können Sie das Dokument in der "Members Area" herunterladen und kommentieren.
   

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Mit der Anwendung von Risk Management befassen sich die folgenden Seminare:

Seminartipp: CONCEPT HEIDELBERG organisiert für die European Compliance Academy (ECA):

 
Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG