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11. Mai 2006

 

Der neue Validierungsansatz der FDA – Life Cycle Approach

 
In der GMP-News vom 25. April wurde ein Artikel zum Thema Prozessvalidierung aus dem Online-Forum von Pharmaceutical Technology (US-Ausgabe) beschrieben. Ein Folgeartikel greift das Thema Prozessvaldierung nochmals auf und gibt auch einen Ausblick bzgl. Änderungen des CMC-Teils im Zulassungsantrag. Nachfolgend einige Auszüge aus diesem Artikel.

Mit Ihrer Initiative "cGMP for the 21st Century" hat die FDA auch begonnen, das Konzept der Prozessvalidierung zu verändern. Bis heute wird Prozessvalidierung mit 3 Validierungsläufen in Verbindung gebracht. Diese Zahl stammt u. a. aus einem Compliance Policy Guide (CPG) zur Prozessvalidierung aus dem Jahr 1993. Dieser Guide wurde 2004 revidiert. In diesem neuen CPG ist keine Zahl bzgl. der Prozessvalidierungsläufe mehr angegeben. Validierung wird als Life Cycle Approach angesehen, deshalb wird im CPG auch der Begriff Validierungsläufe nicht mehr verwendet.

Brian Hasselbalch, Office of Compliance, FDA sagte dazu, dass der Fokus der Prozessvaldierung zu sehr auf der Anzahl der Wiederholungsläufe liegt. Er sieht darin ein Wegdriften von dem ursprünglichen Validierungsgedanken. Dieser ursprüngliche Gedanke hatte ein sehr ausgeprägtes Design und Entwicklungselement. Full-Scale-Läufe sind nur sinnvoll bei gutem Design und guter Entwicklungstätigkeit. Hasselbalch wünscht sich die Bestätigung von Design, Entwicklung und Prozessfähigkeit während der Routineproduktion, erkennt aber an, dass selbst gut gestaltete und entwickelte Prozesse teilweise eine Optimierung benötigen. Und er sagt dazu, dass Prozesse optimiert werden müssen, um die Ausbeute zu erhöhen oder die Qualität zu steigern. Insofern bleibt zu hoffen, dass die geplante Revision der FDA Guideline on General Principles of Process Validation Änderungen nach der Zulassung vereinfachen wird.

In diesem Zuge soll auch der CMC-Teil in der Zulassung verändert werden, damit das Review der Unterlagen leichter fällt. Ein Pilotprogramm dazu ist gestartet. In diesem Zusammenhang wird auch der Einsatz von Design of Experiments (DoE) genannt, das – richtig angewendet – zu weiteren Spezifikationsgrenzen führen kann, als dies bisher möglich war. Hier fällt auch der Begriff Design Space. Mittels dessen Hilfe sollen post-approval changes ebenfalls vereinfacht werden. Um diesen Design Space im Rahmen des Zulassungsprozesses richtig bewerten zu können, stellt die FDA Experten mit den Fachgebieten pharmazeutische Entwicklung, Engineering und physikalische Pharmazie ein. Das Review wird künftig durch ein Expertenteam erfolgen, nicht nur durch einen Reviewer. Absolutes Ziel ist es, neuen pharmazeutischen Innovationen und Prozessverbesserungen nicht im Wege zu stehen. Aus diesem Grund wird derzeit auch eine Draft-Guideline zu "Comparability Protocols" überarbeitet.

Die FDA möchte die Verantwortlichkeiten für die Compliance zukünftig auf die Firmen verlagern Die Erleichterung bzgl. changes erfordert allerdings eine gute GMP-Compliance der betreffenden Unternehmen.

Aber auch die "old style validation" wird weiterhin möglich sein, wenn o. g. Bedingungen nicht erfüllbar sind. Dann erwartet die FDA aber dennoch die Auswertung von Daten aus den Herstellungsbatches, um ein besseres Prozessverständnis zu erreichen.

Dennoch hofft die FDA darauf, dass schon bald niemand mehr den "alten" Weg bestreiten möchte.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter:

http://www.pharmtech.com/pharmtech/article/articleDetail.jsp?id=185843
 

Die FDA-Initiative, der neue Ansatz zum Thema Validierung – und in diesem Zusammenhang auch Design of Experiments (DoE) – stehen im Mittelpunkt der folgenden Veranstaltungen:

DoE - Design of Experiments in der pharmazeutischen Industrie am 20. Juni in Mannheim

Die neuen FDA-Anforderungen an die Validierung - cGMP im 21. Jahrhundert (QV 20) am 6. Juli in Heidelberg

 
Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG