In der GMP-News
vom 25. April wurde ein Artikel zum Thema Prozessvalidierung aus dem
Online-Forum von Pharmaceutical Technology (US-Ausgabe) beschrieben. Ein
Folgeartikel greift das Thema Prozessvaldierung nochmals auf und gibt auch
einen Ausblick bzgl. Änderungen des CMC-Teils im Zulassungsantrag.
Nachfolgend einige Auszüge aus diesem Artikel.
Mit Ihrer Initiative "cGMP for the 21st Century" hat die FDA
auch begonnen, das Konzept der Prozessvalidierung zu verändern. Bis heute
wird Prozessvalidierung mit 3 Validierungsläufen in Verbindung gebracht.
Diese Zahl stammt u. a. aus einem Compliance Policy Guide (CPG) zur
Prozessvalidierung aus dem Jahr 1993. Dieser Guide wurde 2004 revidiert.
In diesem neuen CPG ist keine Zahl bzgl. der Prozessvalidierungsläufe
mehr angegeben. Validierung wird als Life Cycle Approach angesehen,
deshalb wird im CPG auch der Begriff Validierungsläufe nicht mehr
verwendet.
Brian Hasselbalch, Office of Compliance, FDA sagte dazu, dass der Fokus
der Prozessvaldierung zu sehr auf der Anzahl der Wiederholungsläufe
liegt. Er sieht darin ein Wegdriften von dem ursprünglichen
Validierungsgedanken. Dieser ursprüngliche Gedanke hatte ein sehr
ausgeprägtes Design und Entwicklungselement. Full-Scale-Läufe sind nur
sinnvoll bei gutem Design und guter Entwicklungstätigkeit. Hasselbalch wünscht sich die Bestätigung von Design, Entwicklung und
Prozessfähigkeit während der Routineproduktion, erkennt aber an, dass
selbst gut gestaltete und entwickelte Prozesse teilweise eine Optimierung
benötigen. Und er sagt dazu, dass Prozesse optimiert werden müssen, um
die Ausbeute zu erhöhen oder die Qualität zu steigern. Insofern bleibt
zu hoffen, dass die geplante Revision der FDA Guideline on General
Principles of Process Validation Änderungen nach der Zulassung
vereinfachen wird.
In diesem Zuge soll auch der CMC-Teil in der Zulassung verändert
werden, damit das Review der Unterlagen leichter fällt. Ein Pilotprogramm
dazu ist gestartet. In diesem Zusammenhang wird auch der Einsatz von Design
of Experiments (DoE) genannt, das – richtig angewendet – zu
weiteren Spezifikationsgrenzen führen kann, als dies bisher möglich war.
Hier fällt auch der Begriff Design Space. Mittels dessen Hilfe sollen
post-approval changes ebenfalls vereinfacht werden. Um diesen Design Space
im Rahmen des Zulassungsprozesses richtig bewerten zu können, stellt die
FDA Experten mit den Fachgebieten pharmazeutische Entwicklung, Engineering
und physikalische Pharmazie ein. Das Review wird künftig durch ein
Expertenteam erfolgen, nicht nur durch einen Reviewer. Absolutes Ziel ist
es, neuen pharmazeutischen Innovationen und Prozessverbesserungen nicht im
Wege zu stehen. Aus diesem Grund wird derzeit auch eine Draft-Guideline zu
"Comparability Protocols" überarbeitet.
Die FDA möchte die Verantwortlichkeiten für die Compliance zukünftig
auf die Firmen verlagern Die Erleichterung bzgl. changes erfordert
allerdings eine gute GMP-Compliance der betreffenden Unternehmen.
Aber auch die "old style validation" wird weiterhin möglich
sein, wenn o. g. Bedingungen nicht erfüllbar sind. Dann erwartet die FDA
aber dennoch die Auswertung von Daten aus den Herstellungsbatches, um ein
besseres Prozessverständnis zu erreichen.
Dennoch hofft die FDA darauf, dass schon bald niemand mehr den
"alten" Weg bestreiten möchte.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter:
http://www.pharmtech.com/pharmtech/article/articleDetail.jsp?id=185843
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