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GMP-News
25. April 2006

 

Das neue FDA Compliance Program Guidance Manual,
Chapter 45 – Biological Drug Products

 
In Ergänzung zu dem von uns in der GMP-News vom 7. März 2006 vorgestellten Compliance Program Guidance Manual (CPGM) für Wirkstoffbetriebe hat die FDA mittlerweile auch eine überarbeitete Version dieses Dokumenttyps für Biologika veröffentlicht. Es handelt sich dabei um einen Leitfaden für FDA-Inspektoren.

Das Compliance Program Guidance Manual, Chapter – 45 Biological Drug Products ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, deren Unternehmen Biologika in die USA exportieren. Es deckt sowohl Wirkstoffe als auch Arzneimittel ab.

Für die Produktgruppe der Biologika, die in den Verantwortungsbereich des Center for Biologics Evaluation and Research (CBER) fallen, gelten neben den "üblichen" GMP-Anforderungen aus dem 21 Code of Regulations (CFR), Parts 210 und 211 und der Section 501(a)(2)(B) des Food Drug and Cosmetic Acts auch die Auflagen des 21 CFR 600-680.

Aufgrund dieser umfangreichen Vorgaben und der Komplexität der biologischen Produkte und ihrer Herstellprozesse hatte die FDA schon in 1997 für Inspektionen das Team Biologics etabliert. Es wird getragen vom Office of Regulatory Affairs (ORA) und dem CBER.

Die Besonderheiten von Biologika spiegeln sich auch in dem zu Beginn erwähnten CPGM wieder. Da das Dokument - von diesen Eigenheiten abgesehen - den systembezogenen Ansatz der FDA-Inspektionen widerspiegelt, sollen im Folgenden nur ein paar exemplarische Zusatzmaßgaben vorgestellt werden.

So werden die Inspektoren besonders auf Ausgangsmaterialien tierischen Ursprungs hingewiesen. Deren Testung soll in Übereinstimmung mit 21 CFR 600.11 und den Angaben in den Zulassungsunterlagen stattfinden.

Bei der eingehenden Kontrolle von Chargenfreigabeprotokollen sollen die Inspektoren auf die Übereinstimmung von Rohdaten mit den Daten, die an das CBER übermittelt wurden, achten. Dies hat besondere Signifikanz vor dem Hintergrund, dass das CBER jederzeit Proben und Chargendokumentation jeder Produktcharge anfordern und die Freigabe der Charge durch das CBER selber erfolgen kann [21 CFR 610.0(a)].

Eine weitere Spezialität für Biologika sind die Biologic Product Deviations (BPDs). Hier sollen die Inspektoren überprüfen, ob alle Abweichungen an das CBER weitergeleitet wurden. Ein besonderes Augenmerk soll auf den Informationsfluss zwischen dem Hersteller und einem möglichen Auftragshersteller gelegt werden [21 CFR 600.14(a)].

Weiterhin ist zu untersuchen, ob eine Meldung von Nebenwirkungen vollständig und im gültigen Zeitrahmen an das CBER statt fanden (21 CFR600.80).

In den Anhängen des Compliance Program Guidance Manuals finden sich prägnante Beschreibungen der Produktgruppen und deren Herstellungsprozesse, für die das CBER zuständig ist, u.a. Plasmafraktionierung, Impfstoffe, rekombinante Produkte, Allergene.

Um es zu wiederholen:

Allen, die sich mit Qualitätssicherung bei Biologika beschäftigen, sei die Lektüre dieses Dokuments empfohlen. Es gibt einen sehr guten Überblick, über die derzeitige CBER-Anforderungen und -Philosophie.
 

Im Bereich der Biologics werden aktuell die folgenden Veranstaltungen angeboten:

Qualität und Sicherheit bei Blut und Blutprodukten 2006, 11./12. Mai 2006 in Mannheim

GMP-Webinar: GMP in den frühen Phasen der Entwicklung – Fokus auf Biopharmazeutika, am 29. Mai 2006, 10.00 - 11.30 Uhr

Im Auftrag der European Compliance Academy organisiert Concept Heidelberg:

GMP-compliant Development of Biopharmaceuticals - With Site Visit at CMC Biopharmaceuticals, vom 15-17 Mai 2006 in Kopenhagen, Dänemark.

 
Das Compliance Program Guidance Manual, Chapter – 45 Biological Drug Products können Sie sich unter folgender Adresse von der FDA-Website herunterladen: http://www.fda.gov/cber/cpg/7345848.htm

Autor:
Dr. Ulrich Herber
CONCEPT HEIDELBERG
 

 

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