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GMP-News
13. April 2006

 

FDA detailliert Vorstellungen zu ihrer "cGMP for the 21st Century Initiative"

 
Anlässlich der 30. Internationalen GMP Konferenz, die Mitte März an der University of Georgia stattfand, ging Scott Gottlieb, FDA Deputy Commissioner for Medical and Scientific Affairs, näher auf die GMP-Initiative der Behörde ein.

Danach beabsichtigt die FDA die Entwicklung neuer Regelwerke auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Risikomanagement und Qualitätssicherung. Die neuen Standards sollen dazu beitragen, Kosten in Herstellung und Technologie zu reduzieren und gleichzeitig Innovationen zu fördern, die die Präzision steigern. Gleichermaßen will die Behörde damit sicherstellen, dass alle drei Centers der FDA die gleichen aktuellen Methoden anwenden – und damit auch die Inspektoren, die sich auf spezielle Produktionsmethoden konzentrieren.

Des Weiteren will die FDA das heutige Wissen aus der Herstellungspraxis in ihre regulatorische Entscheidungen einfließen lassen und allgemein übliche Qualitätsspezifikationen etablieren, um damit den Herstellungsprozess besser beurteilen zu können. Durch einen integrierten Systemansatz für eine Regulierung der Produktqualität, an dem beide Seiten zusammen arbeiten, verfolgt die Behörde das Ziel, sowohl Herstellungsprozesse als auch regulatorische Prozesse wesentlich zu verbessern. Insgesamt charakterisiert Gottlieb das Programm als ein Modell, in dem

  • Produktqualität und -wirkung ein Ergebnis von einem effizienten Herstellungsprozess sind,
  • Produktspezifikationen auf dem Verständnis beruhen, wie Rezeptur und Prozessfaktoren die Wirkung beeinflussen,

  • eine ständige Qualitätssicherung und eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung sichergestellt wird,

  • regulatorische Grundsätze und Maßnahmen wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigen und damit Produktanwendungen, Prozess-Validierung und Leistungsfähigkeit des Produktes unterstützen und

  • sich risikobasierte regulatorische Prüfungen auf das wissenschaftliche Verständnis beziehen, welchen Einfluss Rezeptur und Herstellungsprozess auf die Produktqualität und -wirkung haben sowie auf die Eignung unterschiedlicher Strategien zur Vermeidung des Risikos von schlechter Produktqualität.

Mit der FDA-Initiative will die Behörde die Regulierung der Herstellung und der Produktqualität weiterentwickeln und modernisieren und damit dem 21. Jahrhundert anpassen. Ziel ist, Hersteller anzuregen, ihre Methoden, Anlagen und Einrichtungen zu modernisieren, Kosten zu reduzieren, die Qualität zu verbessern und Störungen zu beseitigen, durch die Arzneimittel mitunter nicht auf den Markt kommen.

Als wichtigstes Element sieht die FDA dabei die Übernahme moderner Qualitätskontroll-Systeme, die in anderen Industrien zur Verbesserung des Produktionsprozesses geführt haben – weil Qualität nicht in ein Produkt hinein getestet werden kann, sondern vielmehr schon in der Produktion entstehen muss.

Das beinhaltet nach Auffassung der Behörde auch den Einsatz von PAT (Process Analytical Technology) für den gesamten Prozess, um letztendlich die Produktqualität zu gewährleisten und schon im Herstellungsprozess ggf. geeignete Maßnahmen zu definieren.

Die FDA ist sich jedoch bewusst, dass sie dafür den gesamten Herstellungsprozess verstehen muss. Deshalb entwickelt die "Office of New Drug Quality Assessment" (ONDQA) unter der Leitung von Moheb Nasr derzeit ein neues Qualitätsbewertungs-System, das wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich Produkt und Prozess einbezieht und Prinzipien des "Quality-by-Design" (QbD) anwendet. Ziel der Entwicklung ist die Förderung von Produkt- und Prozessinnovationen und die kontinuierliche Produktverbesserung im gesamten Lebenszyklus.

Um einen international harmonisierten Quality-by-Design-Ansatz zu entwickeln, hat die FDA im vergangenen Herbst einen Workshop unterstützt. Die Behörde arbeitet außerdem daran, eine ICH Guideline mit einer unfassenden Zusammenfassung zu Qualität zu entwickeln. Zusätzlich will sie ihren Ansatz, QbD zu übernehmen, auch in einer Guidance veröffentlichen und plant für den Sommer 2006 die Veröffentlichung ihrer finalen Guidance zu Qualitäts-Systemen.
 

Einen kompakten Überblick über die Struktur und Arbeitsweise der FDA sowie top-aktuelle Informationen über die neuesten Entwicklungen bei der Behörde erhalten Sie im Seminar
FDA kompakt: Inspektion und Zulassung am 25.&26. April in Heidelberg.

Design of Experiments (DoE) wird eines der wichtigsten Tools für die Produkt- und Prozessentwicklung werden. Daher beschäftigt sich unser aktuelles Praxisseminar mit diesem top aktuellen Verfahren:
DoE - Design of Experiments in der pharmazeutischen Industrie, 20. Juni 2006 in Mannheim

Die neue FDA Draft Guidance for Industry: "Quality System Approach to Pharmaceutical cGMP" gilt als eines der zentralen Elemente der FDA Initiative zur Reformierung der GMP/QS Anforderungen. Im Auftrag der European Compliance Academy organisieren wir:
FDA's and ICH's New Quality Systems Approach am 1./2. Juni 2006 in Prag

 
Autor:
Wolfgang Heimes
CONCEPT HEIDELBERG

Quelle: FDA Website – http://www.fda.gov/oc/speeches/2006/gmp0314.html

  

 

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