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GMP-News
30. November 2005

 

Auswertung der GMP Inspektionen durch die MHRA

 
Bedingt durch den Freedom of Information Act (FOI) sind Inspektionsergebnisse der FDA öffentlich zugänglich. Nur sehr selten erfährt man allerdings Inspektionsergebnisse europäischer Überwachungsbehörden. John Taylor von der britischen Überwachungsbehörde MHRA hat im Rahmen der ECA Veranstaltung "How to Pass EU and FDA Inspections - GMP Compliance Auditor", 16.-18. November 2005, Prag, Inspektionsergebnisse seiner Behörde präsentiert. (ECA Webseite www.gmp-compliance.org)

Die MHRA ging aus der 2003 durchgeführten Fusion der Medicines Control Agency und der Medical Devices Agency hervor.

Die MHRA hat als Inspektionsfrequenz für die eigenen Herstellungsbetriebe (700) einen 2 Jahresrhythmus und für die "Third country manufactures" (300) einen 3 Jahresrhythmus vorgegeben.

Die Klassifikation von Inspektionsergebnissen erfolgt durch die MHRA in "critical", "major" und "others". Wobei "critical" einen Mangel charakterisiert, der einen signifikanten Einfluss darauf hat, dass ein Produkt einen Patienten schädigen könnte. Auch eine Kombination von "major"-Abweichungen, die auf einen kritischen Systemfehler hindeuten, gehören in diese Kategorie.

Ein "major"-Mangel könnte ein Produkt erzeugen, das nicht in Übereinstimmung mit der Zulassung steht.Oder er steht für eine Kombination von "other"-Abweichungen, die auf einen Systemfehler oder auf wiederholende "other"-Abweichungen hindeuten.

Ein "other"-Mangel ist eine Abweichung, die nicht in "critical" oder "major" eingeordnet werden kann, aber auf eine GMP-Abweichung hindeutet.

Die Top-Ten-Liste der "critical" und "major"-Abweichungen aller inspizierten Bereiche (einschließlich Drittländer, wholesalers, Lohnlabore) zeigt auf Platz 1 und 3 findigs in Bezug auf das Quality-System (s. Bild 1). Die FDA veröffentlichte unlängst eine Statistik Ihrer Inspektionen (1/2004 – 3/2005). Auf die 6 Inspektionssysteme bezogen nahm auch hier das Quality-System mit 47% aller Mängel den 1. Platz ein.


Bild 1

Auf die britische pharmazeutische Industrie bezogen stellte John Taylor auch ein Trending vor (s. Bild 2).


Bild 2

GMP-Abweichungen in Drittländer sind oft auch aufgrund eine Unkenntnis bzgl. europäischen GMP-Regeln begründet. Abbildung 3 und 4 zeigen eine Auflistung dieser Mängel und ein Trending.


Bild 3


Bild 4

Sehr interessant sind ebenfalls die ernsthaften "Good Distribution Practice" Abweichungen. Auffällig ist, dass die Temperaturkontrolle und das Monitoring sowie "Returns" und die QS-Dokumentation zusammen mehr als 50% der Mängel ausmachen (s. Bild 5).


Bild 5

Bezüglich Mängel bei der Fertigung von klinischen Prüfmustern findet sich auch hier das QM-System unter den Top 3 (s. Bild 6).


Bild 6

Auf freiwilliger Basis führt die MHRA auch Wirkstoffinspektionen gemäß Annex 18 durch. Die fünf häufigsten Mängel waren:

  1. Quality system documentation
  2. Potential for contamination
  3. IPC
  4. Starting material sampling and testing
  5. Training

Ebenfalls aufgelistet sind die Mängel bei der Impfstoffherstellung (s. Bild 7) und die Top Five bzgl. Mängeln im Blut- und Gewebebereich (s. Bild 8).


Bild 7


Bild 8
  

GMP Abweichungen sind Ausgangspunkt vieler Concept Heidelberg Seminare: Clicken Sie hier um eine Übersicht der GMP Seminare und Konferenzen zu lesen. 

Concept Heidelberg organisiert auch Veranstaltungen in englischer Sprache für die European Compliance Academy. Diese Veranstaltungen werden für das GMP Certification Programme (www.gmp-cerfitication.org) anerkannt. Alle Veranstaltungen die Concept Heidelberg für die ECA organisiert finden Sie hier.

 
Autor:
Sven Pommeranz
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