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GMP-News
26. September 2005

 

FDA Warning Letters an europäische Pharmafirmen
nehmen wieder zu!

 
Im Rahmen unserer systematischen Auswertung der FDA Warning Letters (WLs) haben wir uns diejenigen genauer angesehen, die nach einer GMP-Inspektion durch die FDA an europäische Firmen ausgestellt wurden. Berücksichtigt wurden alle vom Oktober 2001 bis jetzt erschienenen Warning Letters, d.h. der untersuchte Zeitraum umfasst nahezu 4 vollständige Fiskaljahre.

Im Folgenden kurz die wichtigsten Befunde:

Während im Fiscal Year 02 und 03 kein Warning Letter für eine europäische Firma ausgestellt wurde, wurden 2004 gleich 3 Warning Letters an EU-Firmen versendet. 2005 waren es aber auch bereits 2 - und das, obwohl das Fiscal Year noch nicht beendet ist.

  • FY 04: 3
  • FY 05: 2

Firmensitz der WL-Empfänger:

  • FY 04: Schweiz, Österreich, Frankreich
  • FY 05: Schweiz, Italien

Alle 5 Firmen sind Hersteller steriler Arzneimittel.

Folgende GMP-Mängel wurden am häufigsten gefunden:

  • Keine ausreichenden Vorkehrungen zur Vermeidung mikrobiologischer Kontaminationen (21 CFR 211.113); in 4 von 5 WLs
  • Mangelhaftes Review der Chargendokumentation, schlechtes Abweichungsmanagement (21 CFR 211.192); in 4 von 5 WLs
  • Prüfmethoden sind für den vorgesehenen Zweck nicht geeignet oder werden nicht befolgt (21 CFR 211.160); in 3 von 5 WLs
  • Wartung und Reinigung der Ausrüstung ist ungenügend bzw. schlecht dokumentiert (21 CFR 211.67); in 3 von 5 WLs

Gemäß ihrem risikoorientierten Ansatz inspiziert die FDA Pharmafirmen, die sterile Arzneimittel produzieren, mit oberster Priorität und – wie diese Zusammenstellung vermuten lässt – besonders streng.

Nachfolgend einige Auszüge aus den Warning Letters im Originalwortlaut, beispielhaft zu jedem der o.g. CFR-Paragrafen:

"Appropriate written procedures designed to prevent microbiological contamination of drug products purporting to be sterile, were not established and followed. Specifically, written procedures were not established and followed to validate the … filling process because of deficiencies in media fill studies. 21 CFR 211.113."

"Failure of the quality control unit to review production records to assure that no errors have occurred or, if errors have occurred, that they have been fully investigated [21 CFR 211.22 and 211.192]."

"Written control procedures were not always followed when changes were made to test methods and validated systems, … [21 CFR 211.160].

"There is not sufficient documentation to determine the effectiveness of your cleaning agent … 21 CFR 211.67."

Durch alle findings zieht sich wie ein roter Faden die generelle Unzufriedenheit der FDA mit der Dokumentation und den schriftlichen Anweisungen in den verschiedenen Abteilungen, sei es in Bezug auf Reinigung (Produktion), Prüfmethoden (Qualitätskontrolle) oder Nachverfolgung von Abweichungen (Qualitätssicherung). In engem Zusammenhang damit steht das nicht konsequente Befolgen der eigenen Anweisungen durch das Personal – ein Mangel, der den FDA-Investigatoren bei Firmen mit unbefriedigendem GMP-Status kaum verborgen bleibt und der in den Warning Letters immer wieder zu lesen ist.

Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung lässt sich nicht unbedingt ein "europaspezifischer" Fokus der FDA bei der Inspektion von Pharmafirmen ableiten. Die oben genannten häufig gefundenen GMP-Verstöße sind z.B. auch in der Auswertung aller Warning Letters des Fiskaljahres 2004 unter den ersten sechs der TopTen-Liste der häufigsten findings zu finden (siehe unsere GMP-News vom 7. Februar 2005). Auf jeden Fall sind Firmen, die einen Besuch der FDA erwarten, sicher gut beraten, diese Punkte besonders sorgfältig in die Vorbereitung der Inspektion mit einzubeziehen.
  

Zu den in dieser News genannten und weiteren wichtigen GMP-Themen werden Seminare mit Referenten aus Behörden und Industrie angeboten. Die European Compliance Academy organisiert in Kooperation mit CONCEPT HEIDELBERG:

Nationale Veranstaltungen von CONCEPT HEIDELBERG:

 
Autor:
Dr. Gerhard Becker
CONCEPT Heidelberg
 
 

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