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15. September 2005

 

Revision des EMEA-Inspektionsleitfadens

 
Während bei der FDA sehr viele Dokumente öffentlich zugänglich sind (Freedom of Information, FOI) ist das in der EU leider vergleichsweise selten.

Eine der wenigen Ausnahmen ist ein Dokument mit dem Titel "Compilation of community procedures on inspections and exchange of information", das die Europäische Zulassungsbehörde, EMEA, schon 2003 herausgegeben hat. Zweck dieses Dokumentes ist es, einheitliche Behörden-Inspektionen in der EU zu ermöglichen. Dieses Dokument wurde letztes Jahr und Anfang diesen Jahres revidiert und ist dadurch bis auf 95 Seiten angewachsen. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung des Dokuments im Hinblick auf Inspektionen in pharmazeutischen Unternehmen (S. 27 – 41), da insbesondere dieser Teil eine nützliche Hilfestellung auch für pharmazeutische Unternehmen ermöglichen kann.

Das Kapitel Inspektionen in pharmazeutischen Unternehmen umfasst 15 Seiten und beschreibt nach eine kurzen Einleitung und einem Glossar:

  • Allgemeiner Ablauf von Inspektionen
  • Abschlussbesprechung
  • Inspektionsbericht
  • Inspektionsfrequenzen
  • QM der Inspektionstätigkeit

Zwei Annexe zur Durchführung produktbezogener Inspektionen und zu Inspektionen der Klinikmusterfertigung ergänzen das Kapitel.

Der Punkt "Allgemeiner Ablauf" von Inspektionen ist nochmals in Unterkapitel gegliedert. Detailliert wird in diesen Unterkapitel z. B. auf die Vorbereitung des Inspektors vor der Inspektion eingegangen. Was soll er sich im Vorfeld möglichst alles ansehen (z.B. Site Master File), wie kann sein Inspektionsplan aussehen? Wie führt er das Eröffnungsgespräch? Was erwartet der Inspektor von der inspizierten Firma im Rahmen des Eröffnungsgespräches.

Insbesondere diese Fragestellung ist für die pharmazeutischen Industrie sehr wichtig, um sich auf das Eröffnungsgespräch adäquate vorbereiten zu können.

Wie kann eine Inspektion im Betrieb, wie ein Dokumentenreview aussehen? Welche Dokumente werden üblicherweise bei einer generellen GMP-Inspektion eingesehen, welche bei eine produktbezogenen Inspektion. Welche Informationen erwartet ein Inspektor bzgl. Lohnherstellung und -prüfung, bzgl. Beanstandungen und Produktrückruf und bzgl. Selbstinspektionen?

Am Ende des Dokuments finden Sie dann noch das EU-einheitlichen Inspektionsberichtsformat.

Fazit: Das Dokument kann durchaus im Sinne eines Perspektivenwechsels auch der pharmazeutischen Industrie als Vorbereitung auf eine Behördeninspektion dienen.
   

Haben Sie noch weiteres Interesse am Umgang mit Behördeninspektionen? Speziell zu dieser Fragestellung haben wir eine Veranstaltung für sie konzipiert:

How to pass Eu and FDA inspections
am 16.-18. November in Prag, Tschechische Republik

Ein Inspektor der britischen Behörde MHRA wird Ihnen aus erster Hand seine Erfahrungen mit EU-Inspektionen berichten.

 
Autor:
Sven Pommeranz

Quelle:
Compilation of Community Procedures on Inspections and Exchange of Information