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GMP-News
11. August 2005

 

FDA-Statement zu den "magischen" 3 Validierungschargen

 
Die FDA setzt die als Human Drug cGMP Notes bekannt gewordene Interpretation von aktuellen GMP-Fragestellungen fort. In der Rubrik "Questions and Answers on cGMP" hat die FDA am 18. Mai 2005 das folgende Statement publiziert.

Fordern die cGMP-Regeln drei erfolgreich validierte Chargen, bevor ein neuer Wirkstoff oder ein neues Fertigarzneimittel zum Verkauf freigegeben werden kann?

Nein. Weder die cGMP-Regelwerke noch die Grundsätze der FDA legen ein Minimum an Chargen zur Validierung eines Herstellungsprozesses fest. Ebenso wenig bestimmt die aktuelle Industrierichtlinie zu Wirkstoffen, ICH Q7A, eine Anzahl an Chargen für die Prozessvalidierung.

Die FDA ist der Meinung, dass die Validierung eines Herstellungsprozesses oder die Änderung eines solchen Prozesses nicht auf eine so einfache Formel wie drei erfolgreich hergestellte Chargen in handelsüblicher Menge reduziert werden kann. Die Behörde ist sich dessen bewusst, dass der Gedanke der drei Validierungschargen weit verbreitet ist und teilweise auf Formulierungen in ihren eigenen Richtlinien zurückgeht. Die FDA ist allerdings gerade dabei, die aktuellen Erwartungen an die Prozessvalidierung zu klären. Die 1987 in Kraft getretene Guideline of General Principles of Process Validation wird derzeit überarbeitet, um dieses Thema anzusprechen. Der Schwerpunkt beim Nachweis validierter Prozesse liegt auf dem Verfahrensablauf und den Entwicklungsstudien des Herstellers zusammen mit dem Nachweis der Reproduzierbarkeit bei handelsüblichen Chargengrößen – eine Forderung, die schon immer bestanden hat.

Jedoch ist nirgends eine für die Validierung des Herstellungsprozesses notwendige Mindestzahl von Validierungschargen festgeschrieben. Man erwartet vom Hersteller, dass er in diesem Kontext eine gut begründete Rationale für seine Entscheidungen hat. Die Behörde fördert eine Herangehensweise an die Verfahrensvalidierung, die auf wissenschaftlichen Methoden beruht.

Im März 2004 hat die FDA den Compliance Policy Guide (CPG) (Sec. 490.100) zu Process Validation Requirements for Drug Products and Active Pharmaceutical Ingredients Subject to Pre-Market Approval revidiert. Der CPG beschreibt ein Konzept, wonach zuerst alle kritischen Ursachen für Schwankungen identifiziert und unter Kontrolle gebracht werden und danach Validierungschargen vorbereitet werden, um zu beweisen, dass der Herstellungsprozess unter den Bedingungen und mit den üblichen Parametern des normalen Betriebes zu einem akzeptablen Endprodukt führt. Normalerweise würde man die erfolgreiche Fertigstellung der ersten Validierungschargen erwarten, bevor der Vertrieb beginnt, doch der CPG beschreibt einige mögliche Ausnahmen zu dieser Regel. Obwohl der CPG nicht ausdrücklich die zeitgleiche Validierung eines nur in begrenzter Menge vorhandenen Wirkstoffs erwähnt, würde die FDA beispielsweise die zeitgleiche Validierung in Betracht ziehen, wenn es nötig ist, einen echten Engpass zu überwinden und falls die Studien zur zeitgleichen Validierung mit den im CPG identifizierten Bedingungen übereinstimmen (siehe Abschnitt 4. a-c).

Die im CPG dargelegten Bedingungen schließen erweiterte Tests für jede Charge ein, die eine Engpasssituation auffangen soll. Erweiterte Tests, die nach einem festgelegten Validierungsprotokoll durchgeführt werden, könnten zusätzliche Sicherheit darüber geben, dass die Charge alle festgelegten und erforderlichen Kriterien erfüllt, bevor der Wirkstoff für das Endprodukt verwendet wird. Zusätzlich könnte das Vertrauen in den Wirkstoffherstellungsprozess gestärkt werden, indem man die Probenahme erweitert (höhere und damit repräsentativere Probengröße) und ggf. die Untersuchung weiterer Eigenschaften. Für das Testen jeder Charge, einschließlich jeder Validierungscharge, braucht man validierte analytische Methoden. Die Behörde würde auch erwarten, dass der Hersteller ein Validierungsprotokoll verwendet, das eine Prüfung der Herstellungsberichte und einen Abschlussbericht nach der Fertigstellung mehrer Chargen beinhaltet, obwohl die zuvor hergestellten Chargen möglicherweise bereits vermarktet oder im Endprodukt verarbeitet wurden.

Zitierte Dokumente:

  • 21 CFR 211.100: Written procedures; deviations
  • 21 CFR 211.110: Sampling and testing of in-process materials and drug products
  • CPG 490.100 Process Validation Requirements for Drug Products and Active Pharmaceutical Ingredients Subject to Pre-Market Approval. 
  • ICH Q7A Good Manufacturing Practice Guidance for Active Pharmaceutical Ingredients

Quelle: www.fda.gov (deutsche Übersetzung CONCEPT HEIDELBERG)
 

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Die neuen FDA-Anforderungen an die Validierung

Erfahren Sie hier mehr zu dem neuen FDA-Prozessvalidierungs-Compliance-Guide und wie die konkrete Umsetzung erfolgen kann. 

  
 

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