- Für pharmazeutische Hilfsstoffe
Der pharmazeutische Hersteller ist für
die Qualität der von ihm verarbeiteten Ausgangsstoffe (Wirkstoffe,
Hilfsstoffe, Packmittel) verantwortlich. Vor diesem Hintergrund kommen der
Lieferantenbewertung und dem
Lieferantenaudit als wichtigem Bestandteil des Qualitätssicherungssystems
besondere Bedeutung zu.
Um einerseits den für den Lieferanten
entstehenden hohen Kosten- und Zeitaufwand zu verringern, andererseits die
Kosten von Lieferantenaudits für den Kunden selbst zu reduzieren,
erarbeitet die IPEC (International Pharmaceutical Excipients Council) zur
Zeit ein Modell für ein standardisiertes Auftrags-Audit, ein sog. Third
Pary Auditing Program, das bis Ende 2000 umgesetzt werden soll.
Grundlage für die Durchführung des
Audits ist die IPEC-Richtlinie „GMP Audit Guideline for Bulk
Pharmaceutical Excipients" (11/1998), die auf der Grundlage der
GMP-Richtlinien für Hilfsstoffe („Good Manufacturing Practices Guide
for Bulk Pharmaceutical Excipients", 1995) erarbeitet wurde.
Nach dem Third Party Auditing Program können
sowohl der Hilfsstoffhersteller als auch der Kunde, d.h. die
Hilfsstoff-verarbeitende pharmazeutische Industrie, ein Audit in Auftrag
geben.
Der Audit wird von einer von IPEC
beauftragten, unabhängigen Firma ausgeführt. Die Ergebnisse werden in
Übereinstimmung mit der Checkliste der IPEC „GMP Audit Guideline for
Bulk Pharmaceutical Excipients" dokumentiert. Bewertungen werden in
den Auditbericht nicht aufgenommen. Der Audit-Bericht wird dann zunächst
dem Hilfsstoff-Hersteller zur Stellungnahme übersandt, der den
Audit-Bericht auch dann erhält, wenn er den Audit nicht in Auftrag
gegeben hat. Der endgültige Auditbericht wird dann innerhalb der
IPEC-Organisation aufbewahrt und bei Anfrage von anderen möglichen Kunden
an diese verkauft. Der Auditbericht trägt ein Gültigkeitsdatum und die
Angabe, ab wann ein Follow-up-Audit zu erfolgen hat. Die das Audit in
Auftrag gebende Firma bezahlt den Audit. Die Preisfestsetzung und die
Erarbeitung eines Erstattungssystems für den ursprünglichen Auftraggeber
des Audits sind vorgesehen.
Im Hinblick auf die
rechtlichsverbindliche Akzeptanz der Third Party Audits gab
IPEC-Mitglied Irwin Silverstein an, dass „lawyer with both
industry and FDA experience have been involved in devoloping the program
and (that) „nobody has raised a concern that the third party audit would
present more of a problem than having your own people do the same audit"
(The Gold Sheet, Vol 34, No. 1, January 2000).
Um das Auditing-Programm zu ergänzen,
entwickelt IPEC zur Zeit eine „GMP Audit Guideline for Distributors of
Bulk Pharmaceutical Excipients", das zusammen mit dem "Good
Manufacturing Practices Audit Guideline for Bulk Pharmaceutical Excipients"
zu verwenden ist. Diese Guideline soll in Kürze verfügbar sein.
Die bisher von der IPEC
veröffentlichten, dem Third Party Programm zugrundeliegenden
Guidelines ("IPEC Good Manufacturing Practices Guide for Bulk
Pharmaceutical Excipients" und "Good Manufacturing Practices
Audit Guideline for Bulk Pharmaceutical Excipients") können
kostenpflichtig bei IPEC Americas bestellt werden (info@ipecamericas.org
). Die IPEC-Guideline "Good Manufacturing Practices Guide for Bulk
Pharmaceutical Excipients" ist auch in der USP 24 <1078>
veröffentlicht.
- Für Computerhardware und -software
Ähnlich dem IPEC-Programm sponsort die
PDA ein "shared" Auditingprogramm für Computerhard- und
softwarehändler. Zertifizierte Auditoren, die einen 2-Tages-PDA-Kurs
absolviert haben, führen die Audits durch. Die im Rahmen des Audits
anfallenden Daten werden von einem eigens zu diesem Zweck von der PDA
gegründeten Unternehmen, dem „Audit Repository Center" (ARC),
verwaltet und zwischen den pharmazeutischen Unternehmen ausgetauscht (s.a.
www.auditcenter.com ).
Zur Erarbeitung eines Auditing-Programms
hat die PDA eine Arbeitsgruppe („Supplier Auditing and Qualification
Task Group") gegründet, in der Computerspezialisten verschiedener
Pharmaunternehmen und Paul Motise und Janis Halvorsen von der FDA
vertreten sind.
Im Rahmen ihres „SupplierAudit Process
Model" hat die PDA Anfang diesen Jahres erste Ergebnisse als „Technical
Report No.32; Auditing of Suppliers Providing Computer Products and
Services for Regulated Pharmaceutical Operations" in CD-ROM-Format
veröffentlicht.
- PharmAudit für pharmazeutische
Wirk- und Hilfsstoffe
CONCEPT HEIDELBERG bietet mit PharmAudit
- Das kostenneutrale Auftrags-Audit zur Lieferantenbewertung
eine weitere Möglichkeit der Third Party Audits an.
Unter der Voraussetzung, dass der zu
inspizierende Lieferant mit einem Audit einverstanden ist, wird im
Kundenauftrag ein Auftrags-Audit durchgeführt. Dabei sollten zunächst
mindestens zwei Firmen das Auftrags-Audit in Auftrag geben. Das
Lieferanten-Audit wird von einem kompetenten Auditor, Dr. Norman C.
Franklin durchgeführt. Die Ergebnisse der Audits werden zunächst in
Form eines Entwurfs an den Lieferanten zur Stellungnahme zugesandt. Der
endgültige Entwurf wird dann von den Auditoren an CONCEPT HEIDELBERG
gesandt und dort archiviert. Die auftraggebenden Firmen bezahlen dann
zunächst das Auftrags-Audit.
Auf Anfrage anderer Kunden wird eine
Kopie dieses Auditberichts verkauft. Von diesem Verkaufspreis wird den
ursprünglichen Auftraggebern dann ein festgelegter Prozentsatz erstattet.
Im Hinblick auf die rechtlichen Aspekte
eines solchen Auftrags-Audits ist zu sagen, dass nach Aussagen von
Überwachungsbeamten weder aus der PharmBetrV noch aus dem
EG-GMP-Leitfaden ableiten lässt, dass ein pharmazeutisches Unternehmen
Audits bei Lohnherstellern oder Lieferanten selbst durchführen muß,
sofern es sich auf anderem Wege, z.B. durch Auftrags-Audits –
vergewissert, dass der Lohnhersteller/Lieferant ordnungsgemäß arbeitet.
Gerade fertiggestellt wurde der
Auditreport über die Firma Krämer+Martin Pharma-Handels GmbH, der bei
CONCEPT HEIDELBERG bestellt werden kann.
Weitere Details zu PharmAudit sind in
unserer entsprechenden Broschüre, die wir Ihnen auf Anfrage gerne
zusenden, beschrieben.
Für Fragen und Auskünfte steht Ihnen
Frau Dr. Barbara Jentges und Telefon 06221 / 84 44 12, Fax 06221 / 84 44
34 oder E-Mail jentges@concept-heidelberg.de
gerne zur Verfügung. |