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Seit
1. Januar
2000 sind die PIC/S “Recommendations on the Validation of Aseptic
Processes“ inkraft, die zentral auch auf die Bedeutung und Durchführung
des Media Fill im Rahmen der aseptischen Produktion eingeht.
Die
PIC/S ist derzeit sehr aktiv. Neben dem Dokument PR1/99-1, das
Empfehlungen zur Qualifizierung und Validierung (gültig ab März 99)
gibt, sind seit diesem Jahr auch die PIC/S „Recommendations on the
Validation of Aseptic Processes“ inkraft.
Die
PIC/S Guidelines haben besondere Bedeutung, da ihre Inhalte häufig in ergänzenden
Leitlinien zum EG-GMP-Leitfaden umgewandelt werden (z.B. PIC/S PR 1/99
wird Annex 15).
In
der Einleitung wird darauf hingewiesen, dass das Dokument auch für
Hersteller von sterilen Wirkstoffen gilt. Des weiteren wird Bezug auf PIC/S
PR 1/99-1 und natürlich auf die 1. ergänzende Leitlinie zum
EG-GMP-Leitfaden genommen.
Das
Kapitel 2 „Definitionen“ hat die Funktion eines Glossars.
Sehr
umfänglich ist das 3. Kapitel
„Process Simulation Test Procedures" gestaltet. Grundsätzlich
soll die Simulation möglichst gleichartig der Routineproduktion –
einschließlich Worst-Case-Szenarien - durchgeführt werden. Das heißt
auch, dass das „Compounding“ und Standzeiten simuliert werden sollen.
Ferner werden spezielle Anforderungen im Rahmen der Simulationsläufe an
verschiedene Produktgruppen wie:
-
Liquida
(Vials, sterile Produkte in Plastikverpackungen,
Ampullen)
-
Sterile
Pulver
-
Suspensionen
-
Lyophilisate
-
Halbfeste
Produkte
-
Klinikmuster
und kleine Batchgrößen
-
Biologische
und biotechnologische Produkte
-
Sterile
Wirkstoffe
beschrieben
Unter
Punkt 4 sind die Testbedingungen der Prozesssimulationen beschrieben, das
heißt auf:
und
wird
näher eingegangen.
Interessanterweise
wird bei der Auswahl des Nährmediums auch darauf hingewiesen, dass es ein
Wachstum der „Hausflora“ (z.B. Isolate vom Monitoring) ermöglichen
soll.
Zur
Interpretation der Ergebnisse (Kapitel 5) werden zwei Methoden
vorgeschlagen. Einmal die Bestimmung einer Kontaminationsrate als
Absolutwert (0,1%) und – die zu bevorzugende Methode – die Bestimmung
der Kontaminationsrate von 0,1% basierend auf einem 95% Konfidenzintervall.
Die letztgenannte Kontaminationsrate ist auch im EG-GMP-Leitfaden genannt.
Bei der Forderung nach alert and action limits zu den Kontaminationsraten
wird den Inspektoren empfohlen, auch die ISO 13408 mit hinzuzuziehen.
Diese
ISO-Norm (“Aseptic processing of health care products“) wurde Mitte
1998 angenommen, allerdings nicht von Japan, Großbritannien und auch
nicht von Deutschland. Während die beiden erstgenannten gegen die Annahme
stimmten, enthielt sich Deutschland der Stimme. Die Norm wird deshalb in
den genannten Staaten nicht gültig werden. Nichts desto trotz wird sich
diese Norm wohl als Stand von Wissenschaft und Technik etablieren. Somit
werden sich wohl auch die in ihr angegebenen, präzisierten
Akzeptanzkriterien der Media-Fill - auch in Deutschland – durchsetzen,
zumal das PIC/S-Dokument ja schon darauf Bezug nimmt.
Im
Kapitel 6 „Umgebungs- und Personal-Monitoring“ wird bezüglich der
Methoden und Limits sehr stark auf den Annex 1 des EG-GMP-Leitfadens Bezug
genommen. Ferner wird als wichtig erachtet, dass dort „gemonitort“
wird, wo die meisten Aktivitäten (Personal, Maschinen) sind und damit die
größten Risiken bestehen.
Auch
der Thematik „Schulung“ ist ein eigenes Kapitel (7) gewidmet. U.a.
wird gefordert, dass Personalschulungen die Inhalte:
-
Mikrobiologie
-
GMP
-
Hygiene
-
aseptische
Verbindungen
-
Alert-
und Action-Limits
sowie
umfassen.
Auch
das Personal, das die Auswertungen vornimmt, sollte geschult sein und
einen aktuellen Sehtest erfolgreich bestanden haben.
Im
Kapitel 8 werden weitere für die Validierung der aseptischen Fertigung
wichtige Faktoren beschrieben wie:
-
Container/Closure
Integrity Testing und Sterilisation
-
Geräte-Reinigung
und Sterilisation
-
Desinfektion
-
Filter-Validierung
-
Wartung
-
Blow
Fill Seal/Form Fill Seal
-
Sterility
Test
Resümee:
Anmerkungen zu den Entwürfen seitens der Industrie wurden leider nur sehr
wenig beachtet, so dass z.T. auch wenig glückliche Vorschläge und
Forderungen in diesem PIC/S-Dokument enthalten sind.
So
wird für die Simulation des Lyophilisationsprozesses vorgeschlagen, die
Konzentration eines verdünnten Mediums ohne Einfrieren nur durch
partielles Vakuum zu erreichen.
Bei
halbfesten Produkten wird als eine Möglichkeit der Auswertung der
Sterilitätstest erwähnt. Dies würde mindestens 3000 Sterilitätstest
pro Media-Fill bedeuten.
An
das Nährmedium wird die Forderung des Wachstums verschiedener
Mikroorganismen gestellt. Hierbei werden allerdings Aerobier und
Anaerobier gemeinsam für ein Nährmedium genannt.
In
Kapitel 9 ist eine „Revision History“ vorgesehen, so dass die o.g.
Vorschläge und Forderungen ggf. in den Revisionen geändert werden können.
Die
Bezugsquelle für PIC/S “Recommendations on the Validation of Aseptic
Processes“ ist:
PIC/S
Secretariat, 9-11
rue de Varembé, CH
1211 Geneva 20
Quellen:
Dr.
K. Haberer (Compliance Advice and Services in Microbiology GmbH) auf der
Veranstaltung „GMP-gerechte Lyophilisation“, 09/10.Februar 2000,
Weingarten.
PIC/S
“Recommendations on the Validation of Aseptic Processes“
Autor:
Sven Pommeranz, Projektleiter
CONCEPT HEIDELBERG
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