Die Dänische Arzneimittelbehörde hat die Ergebnisse von Inspektionen bei
Herstellern von sterilen Arzneimitteln veröffentlicht. Auch finden sich
hier Aussagen über die Vorgehensweise bei Inspektionen von Herstellern
aseptisch hergestellter Arzneimittel. Der Bericht wurde von Medicinal
Product Inspector Anette Bjerregaard und Head of Department Annette
Byrholt Hansen erstellt. Die folgende Übersetzung bezieht sich darauf.
Im Laufe des Jahres 2004 führte die dänische
Pharma-Überwachungsbehörde eine Reihe von Inspektionen bei Herstellern
steriler Arzneimittel, darunter auch endgültig sterilisierter und
aseptisch hergestellter Arzneimittel, durch. Die Inspektionen umfassten
die Herstellung von marktzugelassenen Produkten, von Arzneimitteln für
klinische Testverfahren und von pharmazeutischen Wirkstoffen.
Während der Inspektionen kamen verschiedene
Abweichungen von GMP-Regelwerken zu Tage. Die Firmen bemühen sich, dies
zu korrigieren, bevor ihre Firmenzulassungen ausgestellt/erneuert werden
können oder bevor die Erlaubnis zur Durchführung klinischer Tests
erteilt werden kann. Keine der Inspektionen hatte zur Folge, dass ein
Medikament vom Markt genommen werden musste. Die wichtigsten Abweichungen
sind im folgenden aufgeführt.
Der bei weitem größte Anteil der Abweichungen
betraf Räumlichkeiten und Ausrüstung:
- Einige Firmen konnten nicht nachweisen, dass ihre
Belüftungssysteme effektiv arbeiteten, so dass die Anforderungen für
Reinräume und den Druckunterschied zur Umgebung kontinuierlich
erfüllt waren.
- Desinfektionsmittel für Reinräume mit dem
höchsten Reinheitsgrad waren nicht immer sterilisiert und wiesen kein
Verfalldatum auf.
- Viele Abweichungen betrafen Anlagen, für die vor
dem ersten Einsatz nicht die erforderliche Qualifizierung vorgenommen
oder für die keine Verfahren zur Requalifizierung festgelegt worden
waren.
- In einigen Fällen gab es nur unzureichende
Reinigungsvorschriften oder Verfahrensanweisungen, die in der Praxis
nicht befolgt wurden. Es existierten nicht immer schriftlich
festgelegte Zeitlimits für den Gebrauch gereinigter oder
sterilisierter Geräte.
- In einigen Fällen gab es keine schriftlich
festgelegten Verfahren für Gegenmaßnahmen bei erhöhten Temperaturen
oder beim Erreichen von Grenzwerten in Bezug auf die Lagerhaltung von
Arzneimitteln.
Der zweitgrößte Anteil an Abweichungen betraf das
Qualitätsmanagement und die Qualitätskontrolle:
- Einige der Beanstandungen bezogen sich auf die
Art und Weise, wie die Firmen mit ihren Abweichungen in der
Arzneimittelproduktion umgingen. Entweder waren die Vorgehensweisen
für den Fall einer Abweichung nicht klar formuliert oder die eigenen
Verfahren zur Berichterstattung wurden nicht befolgt.
- In bestimmten Fällen wurde festgestellt, dass
Zwischenprodukte entweder gar nicht freigegeben wurden oder dass das
Freigabeverfahren für Zwischenprodukte nicht schriftlich festgelegt
war.
- Es konnte nicht immer nachgewiesen werden, dass
elektronisch gespeicherte Daten auf geeignete Art und Weise gegen
Verlust oder Beeinträchtigungen geschützt waren.
- In manchen Firmen fand man nicht autorisierte und
veraltete Dokumente oder handschriftliche Korrekturen in Dokumenten
ohne Datum und Unterschrift.
- Analysenergebnisse wurden nicht immer von einer
weiteren Person überprüft.
Abweichungen bezüglich Organisation und Personal
betrafen:
- Fehlende Autorisation der Arbeitsbeschreibungen
- Fehlender Nachweis darüber, dass die Mitarbeiter
die erforderliche theoretische und praktische Schulung erhalten
hatten.
Abweichungen bei der Herstellung von
Arzneimitteln umfassten u.a.:
- Eine unzureichende oder völlig fehlende
Reinigungsvalidierung, wenn verschiedene Produkte mit derselben Anlage
herstellt wurden.
Neue Vorgehensweise bei der Inspektion von
Herstellern aseptisch hergestellter Arzneimittel
In den Jahren 2003/2004 begann die dänische
Pharma-Überwachungsbehörde damit, die Anforderungen an
Gesundheitskontrollen für Mitarbeiter durchzusetzen, die in kritischen
Phasen der aseptischen Arzneimittelproduktion tätig sind. Das dänische
Arbeitsministerium hat Kenntnis von diesem Vorgang. Die europäische
Gesetzgebung für die Arzneimittelherstellung (GMP für Arzneimittel,
EU-GMP-Leitfaden Buch IV) enthält die Forderung nach regelmäßigen
Gesundheitskontrollen bei Mitarbeitern, die in der Arzneimittelproduktion
beschäftigt sind. Die dänische Überwachungsbehörde erwartet, dass
Produzenten von aseptisch hergestellten Arzneimitteln schriftliche
Anweisungen in Bezug auf die Gesundheit und Hygiene ihrer Mitarbeiter
haben und dass sie wo nötig tatsächlich Gesundheitskontrollen
durchführen.
Die betreffende Gesundheitskontrolle muss -
basierend auf einer Risikoeinschätzung - vom Hersteller festgelegt
werden. Die Risikoeinschätzung muss die folgenden Punkte
berücksichtigen:
- Ob die konkreten Arzneimittel als Wachstumsmedium
für mögliche kontaminierende Stoffe in Frage kommen.
- Ob die Handhabungsart der Produkte ein
Infektionsrisiko für die Patienten birgt.
- Inwieweit offene Einheiten während des
Herstellungsprozesses der Kontamination ausgesetzt sind.
- Ob die Kontamination mit spezifischen Infektionen
durch eine Kontrolle des fertigen Produkts aufgedeckt wird.
- Ob die firmeninternen Gesundheits- und
Hygieneanweisungen die Mitarbeiter, die ein Kontaminationsrisiko
darstellen, am Zugang zu den kritischen Phasen der Produktion hindern.
Wenn die Risikoeinschätzung zeigt, dass bestimmte
Infektionen nicht durch die vorhandenen Gesundheits- und Hygiene-SOPs
ausgeschlossen werden können (z.B. wenn der Überträger einer Infektion
keine Symptome aufweist), muss ein richtiges Programm für die
Gesundheitskontrolle aufgestellt werden, um das Nichtvorhandensein dieser
Infektionen zu dokumentieren.
Quelle:
http://www.dkma.dk/
Speziell für Hersteller von sterilen und aseptisch hergestellten
Arzneimitteln organisiert CONCEPT HEIDELBERG:
- Mikrobiologisches
Umgebungsmonitoring, 14./15. September, Mannheim
- Die Prüfung auf Sterilität,
21. September, Mannheim
- Complying with the New FDA Aseptic
Guide, 29./30. September, Berlin
- Reinraumtechnik FDA- und
GMP-konform, 18.-20. Oktober, Basel
- Microbiological Contamination,
20./21. Oktober, Barcelona
- Risikoanalyse in der
Sterilproduktion, 7./8. November, Heidelberg
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