Seit der Veröffentlichung des neuen FDA-Compliance Guides Process
Validation Requirements for Drug Products and Active Pharmaceutical
Ingredients Subject to Pre-Market Approval (CPG 7132c08) im letzten
Jahr trat doch etwas Verunsicherung in der Industrie bezüglich der
Sichtweise der FDA, das Thema Prozessvalidierung betreffend, auf.
Dr. Chris Joneckis, Senior Advisor for CMC Issues des Centers for
Biologics Evaluation and Research (CBER) der FDA, gab im Rahmen einer WCBP
Training Session Erläuterungen zum Thema Prozessvalidierung. Obwohl auf
biotechnologische Produkte bezogen ist der Vortrag auch gut auf
Nicht-Biotech-Produkte übertragbar. Nachfolgend ein kurze
Zusammenfassung.
Im Rahmen der CGMP-Inititative für das 21. Jahrhundert
diskutiert die FDA auch das Thema Prozessvalidierung. Schon zu Beginn
seiner Präsentation stellt Dr. Joneckis die rhetorische Frage „Why
Validation", um diese Frage dann mit dem Schlagwort „Quality by
Design" selbst zu beantworten. Im Zusammenhang mit Quality by Design
fällt auch der Begriff Design Space. Die Fertigung innerhalb dieses
Design Spaces erzeugt ein Produkt, das den geplanten Qualitätsattributen
entspricht, so Dr. Joneckis. Er sieht als grundlegende Basis einer
Validierung Prozess- und Produktkenntnis an, die aus der Entwicklung
kommen soll. Er empfiehlt dazu ein „Risk Assessment" und
verweist auf die „Toolbox" von ICH Q9.
Dr. Joneckis stellt Validierung als Life Cycle dar, beginnend in der
Vorklinikphase, über die Klinikphase und die Zulassung, bis hin zur
Routineproduktion. Die Routineproduktion möchte er dann mit Change
Control, Monitoring und Statistischer Prozesssteuerung (SPC)
abgesichert sehen.
Er sieht es ferner als Entwicklungsziel an, die kritischen Paramter mit
Ihren Spannweiten zu identifizieren, eine „process robustness"
zu erreichen und diese in Studien abzusichern. Im Zusammenhang mit den
Entwicklungstätigkeiten erwähnt er auch „Design of
Experiments" (DoE). Der Abschlussbericht der Entwicklung soll
neben den Entwicklern selbst und von „Quality" auch von der
Validierungsgruppe „reviewt" werden. Im Rahmen der „Conformance
Studies" (Validierung) fordert er dann den Transfer der Informationen, die
sich aus der Entwicklung ergaben, in die Produktion. Dr. Joneckis erwähnt
im Zusammenhang mit Validierung noch die 3 konsekutiven Läufe, stellt
aber gleichzeitig die Frage „Wie realitätsnah sind diese Chargen
gefertigt, wie repräsentativ sind sie im Vergleich zur Routineproduktion?"
Im Rahmen der Routineproduktion erwartet er dann ein Monitoring und
Trending der kritischen Parameter und Leistungsdaten. Hier wird nochmals
u.a. SPC angesprochen. Er zieht dann Parallelen zwischen
Prozessvalidierung und Prozess Analytical Technologies (PAT). Für beides
sind Prozess- und Produktverständnisse notwendig (z. B. über DoE-Studien).
PAT kann dann zum kontinuierlichen Monitoring bzw. zur Steuerung
eingesetzt werden. Dr. Joneckis spricht in diesem Zusammenhang von „continual
validation", und eröffnet auch die Möglichkeit einer Reduzierung
des Umfangs von Validierungschargen, die auf den guten Kenntnissen aus der
Entwicklung beruht.
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