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GMP-News
19. Mai 2005

 

Neuer GAMP Guide für das Labor veröffentlicht

 
Das GAMP-Forum hat den neuen GAMP Good Practice Guide "Validation of Laboratory Computerized Systems" herausgegeben. Dieses Dokument, das speziell für computerisierte Systeme in analytischen Labors (im GMP-, GLP- und GCP-Umfeld) konzipiert ist, stellt eine Ergänzung des GAMP 4 Guides "Guide for Validation of Automated Systems" dar. Es wird in diesem zusätzlichen Guide berücksichtigt, dass in einem typischen Labor sehr unterschiedliche Geräte vorhanden sind, und dass es von daher nicht praktikabel und kostenbewusst ist, wenn man für alle Laborgeräte einen einheitliche Vorgehensweise für die Validierung der Systeme festlegen würde.

Die Hinweise in diesem Guide sollen dem Anwender in der pharmazeutischen Industrie helfen, eine Rationale für einen abgestuften Umfang der Validierung computergestützter Systeme im Labor zu entwickeln. Ein wichtiges Instrument für die Festlegung des Validierungsumfangs sind Risikomanagementüberlegungen. Folgende Überlegungen müssen hierbei in der Risikoanalyse berücksichtigt werden:

  • wie schwerwiegend ist ein möglicher Fehler?
  • wie wahrscheinlich ist das Auftreten dieses Fehlers?
  • wie wahrscheinlich ist es, dass dieser mögliche Fehler rechtzeitig entdeckt wird?

Zentraler Punkte dieser neuen Guideline ist aber die neue Kategorisierung in sieben Kategorien A – G. Speziell für den Laborbereich wurden die bisherigen fünf GAMP Kategorien noch weiter unterteilt. So steht die Kategorie A für Systeme, deren Software nicht konfigurierbar und modifizierbar ist (als Beispiel werden Öfen und Zentrifugen genannt) und die Kategorie G für komplexe Systeme (Beispiel: Selbstprogrammierte Software oder auch modifizierte Spreadsheets).

Ob diese weitere Unterteilung wirklich hilfreich ist, muss sich noch zeigen. So schreiben die Autoren selbst, dass z.B. ein NIR Spektrophotometer – in Abhängigkeit von der technischen Komplexität des Systems – sowohl in Kategorie C, D oder auch E eingeteilt werden kann!

Richtig ist sicherlich die in diesem Guide vorgenommene Berücksichtigung, dass viele analytische Systeme kommerziell verfügbare Systeme sind, bei denen nicht der traditionelle System Development Life Cycle (SDLC) angemessen ist, sondern der in dem GAMP Guide beschriebene System Implementation Life Cycle (SILC).

Sprachlich hat man sich im neuen GAMP Guide wieder für den Begriff "Validierung" anstelle von "Qualifizierung" entschieden, da der Begriff Validierung als der umfassendere und damit besser geeignete Begriff angesehen wird.

Den GAMP Good Practice Guide "Validation of Computeriszed Analytical Systems" kann man bestellen, wenn Sie hier klicken.
  

Falls Sie mehr zum Thema Risikomanagement erfahren möchten und lernen wollen, wie man konkret eine Risikoanalyse im analytischen Labor durchführen kann, besuchen Sie unser Seminar "Risikoanalyse in der Qualitätskontrolle", das am 29./30. Juni 2005 in Mannheim stattfindet.

Mehr Informationen über die Inhalte und die Vor- und Nachteile des neuen GAMP Guides "Validation of Laboratory Computerized Systems" erhalten Sie bei dem internationalen Education Course der European Compliance Academy "Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment" und in dem anschließenden Post-Conference Workshop über Validation of Chromatographic Data Systems, die vom 21. – 23. September 2005 in Kopenhagen stattfinden werden.

 
Autor:
Dr. Günter Brendelberger
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