Blick in
den KonferenzsaalMit 200 Teilnehmern
und 38 Ausstellern war die 2. Deutsche Pharma-Technik-Konferenz wiederum
ausgebucht. Nach der ersten Konferenz 1999 in München, beschäftigte sich die 2. Deutsche
Pharma-Technik-Konferenz in diesem Jahr mit dem FDA-/GMP-gerechten Umbau von
Pharmaproduktionsstätten.
Die Anforderungen der pharmazeutische Hersteller an Planungs- und
Anlagenbauunternehmen und das Verständnis der Zulieferer dafür war, wie so häufig, ein
heftig diskutiertes Thema. Sowohl Betreiber als auch Lieferanten tun sich mit der
Umsetzung von regulatorischen Voraussetzungen schwer. Die ISPE-Guidelines, die von der FDA
kommentiert wurden, sollen als sogenannte 'Baselines' die Lücke schließen.
Gespräche während der Table Top Exhibition,
hier am Stand der Mannesmann Anlagen AG, Österreich
Die GMP-/FDA-konforme Umsetzung wurde anhand einzelner
Praxisbeispiele aufzeigt und die Problemstellungen von Umbaumaßnahmen beleuchtet.
Die Themen Sanierung im laufenden Betrieb, Up-grade von EU- auf
FDA-Standard, Behördliche Akzeptanz (EG/FDA) wurden vor dem Hintergrund einzelner
Praxisprojekte dargestellt.
 Empfang am Vorabend
Die Table Top Exhibition und die Präsentationen von Vorträgen in
3 verschiedenen Foren [1. Decken, Wände, Fußböden, Ausrüstung, 2. Klima- und
Reinraumtechnik, 3. Anlagenbau (Ausrüstungen und Versorgungssysteme)] ermöglichte den
Teilnehmern, sich über das aktuelle Angebot der Engineering- und Anlagenbauunternehmen zu
informieren.
Gespräche während der Table Top
Exhibition

Die Teilnehmer an der 2. Deutschen Pharma-Technik-Konferenz
setzten sich aus den Bereichen Technik und Produktion, sowohl von Pharma- als auch von
Wirkstoffherstellern, aus dem Mitarbeitern des Bereichs Qualitätssicherung sowie aus
Vertretern des Pharmaanlagenbaus und Ingenieurbüros zusammen.
Im folgenden sind einige Highlights zusammengefaßt:
Dr. A. Weigel, Regional Manager bei Boehringer
Ingelheim Pharma KG in Ingelheim, referierte über den für die Engineeringfirmen sehr
attraktiven Pharmamarkt und stellte den sehr professionellen Umgang miteinander dar. Ein
positiver Weg für die Zukunft ist die Erhöhung der Offenheit in der Zusammenarbeit, so
Herr Weigel. Die Engineeringfirmen sollten sich auf ihre Stärken beschränken und nicht
ein breites Aufgabengebiet abdecken wollen. Bei der Entscheidung für die Vergabe des
Engineerings stehen das professionelle Know-how, die Referenzen und natürlich der Preis
im Vordergrund.
 Table Top Exhibiton
Dr. H. Allgaier, Geschäftsführer bei Life
Sciences Meissner + Wurst GmbH in Stuttgart, berichtete über die grundlegenden
Problemstellungen und Lösungsansätze sowie Modelle zur Realisierung. Er brachte den
Vergleich zwischen Mikroelektronik und der pharmazeutischen Industrie, der zeigte, dass
man, wie man am Beispiel von AMD Dresden erkennen kann, auch in einer kurzen Zeit große
Projekte realisieren kann.
Bruce Davis, Formulation Manager bei Astra Zeneca
in Macclesfield GB und Chairman des ISPE Guide for Sterile Manufacturing Facilities
stellte den Inhalt und die Bedeutung dieses ISPE Guides dar. ".....FDA is pleased to
cooperate with ISPE in the development of this Baseline Guide ..... and look forword to a
continued partnership", so die Aussage von Sharon Smith-Holsten (Deputy Commissioner
for External Affairs der FDA). Dieses ISPE Dokument soll zur Unterstützung des
Engineerings dienen und ist keine Vorschrift. Die Idee der Guideline sowie die Inhalte von
der Information für die Ingenieure über Zusammenhänge von Produktanforderungen und
Engineering-Anforderungen bis zum "Good Engineering Practice" und zur
Qualifizierung wurden dargestellt und mit interessanten Beispielen hinterlegt.
Die Praxisprojekte:
Dr. T. Hornykiewytsch, Mitglied der Remodelling Teams H600 bei der Firma
Hoechst Marion Roussel in Frankfurt berichtete über den Umbau der Pharmafertigung. Man
stellte fest, dass die Nutzung der Hülle von H 600 möglich, Freiflächen vorhanden und
eine schrittweise Realisierung durchführbar war. Dies waren nur einige Kriterien für die
Entscheidung pro Umbau. Der intensive Kontakt zu den Behörden erleichterte das Projekt.
Als Ergebnis resultierte eine Mitte September 1999 bestandene FDA-Inspektion (PAI) für
Insulin.
Dr. U. Schaffer, Leiter Bereich Produktion und
Qualitätskontrolle der Firma Byk Gulden Lomberg GmbH in Singen. Für seine Firma waren
unter anderem die bessere Auslastung, die Festigung der Kernkompetenz und der Sprung in
neue GMP-Dimensionen die Ziele. "Ready for inspektion" 4. Quartal 1999 war ein
weiters Ziel welches mit minimalen Unterbrechungen der laufenden Produktion zu erreichen
war. Die Realisierung erfolgte in 2 Teilprojekten, in denen die Technik und die Produktion
bzw. die Qualität und sonstige Punkte die Themen waren. Durch FDA-Comliance in
verschiedenen Bereichen stellte sich ein Mehraufwand heraus.
Dr. C. Baumann, Leiter Pharmatechnik der Firma F.
Hoffmann-La Roche AG in Basel berichtete über die Entscheidung im Projekt das bestehendes
Gebäude weiter zu verwendet und somit umzubauen. Ein Kriterium dafür waren die deutlich
geringeren Kosten im Vergleich zum Neubau. Der größte Teil der Kosten lag bei den
GMP-Maßnahmen. Die Darstellung des Zonenkonzeptes, die Details und die Umsetzung waren
beeindruckend.
 Social
Event am Abend: im Bild von l.n.r.: V. Saalfeld, Glatt GmbH, D. Nickolaus, Pharmaplan GmbH
Für Herrn Dr. Ü. Hekiman, Werksleiter von
Hoechst Marion Roussel in Topkapi-Istanbul, Türkei war "Business-Excellence" in
der Pharma-Produktion mit "Im Haus Know-how" eine große Herausforderung. Dies
war zu erreichen ohne Unterbrechung der Produktion, mit beschränkten
Finanzmöglichkeiten, mit Mangel an Baufachfirmen für die pharmazeutische Industrie und
mit einer beschränkten Anzahl von technischem Personal. Die gesetzten Ziele wurden nicht
nur erreicht, sondern die Ergebnisse auch ausgezeichnet. Im Vergleich zu anderen
Unternehmen in der Türkei hat man eine führende Position in der Unfallstatistik, der
Produktionszeit, der QC-Zeit, dem Lagerbestand und der Kundenzufriedenheit übernommen.
Allerdings gibt es noch einen Nachholbedarf auf dem Gebiet der Qualifizierung und der
Validierung wie man erkennen mußte.
Wie Herr H.G. Kandel, Leiter der Abteilung
Process and Project Engineering Europe der Firma Centeon Pharma GmbH aus Marburg
beschrieb, ist die betreffende Produktionsanlage Mitte der siebziger Jahre gebaut worden
und sollte auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Ein Umbau während der
Produktion war wegen des Umfangs der Maßnahmen nicht möglich und somit ein Stillstand
unumgänglich. Da mit dieser Anlage ein täglicher Umsatz von etwa 1 Mio $ erwirtschaftet
wird, lag es auf der Hand, den Stillstand für den Umbau so kurz wie möglich anzusetzen.
In der Gesamtzeit von 14 Monaten, und davon einer Bauzeit von lediglich 5 Monaten wurde
ein Umbau für etwa 100 Mio DM vorgenommen, der die Anforderungen von europäischen und
US-amerikanische Inspektoren problemlos erfüllte.
Während
des Social Events: Edgar Sirch, ehem. Bayer AG, Referent für Bausch+Ströbel
Interessenten für die 3. Deutsche Pharma-Technik Konferenz, die
im 1. Quartal 2001 stattfinden wird (Aussteller und Teilnehmer), können sich bei Concept
Heidelberg für die Programmankündigung in die Mailingliste eintragen lassen.
Kontakt:
Concept Heidelberg
Postfach 101764
D-69007 Heidelberg
Telefon 0 62 21 / 84 44-0
Telefax 0 62 21 / 84 44 34
e-mail: info@concept-heidelberg.d
Internet: http://www.gmp-navigator.com
Autor: Harald Martin, Projektleiter Concept Heidelberg |