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21. April 2005

 

Wallhäußer-Preis 2004 an
Herrn Dr. Michael Pfeiffer, Boehringer Ingelheim, verliehen

 
Am 5. April 2005 wurde in Berlin im Rahmen der Pharmatechnik-Konferenz 2005 der von CONCEPT HEIDELBERG im Jahr 1987 initiierte und mit EURO 5.000, dotierte "Wallhäußer-Preis 2004 für Arzneimittelqualität und -sicherheit" verliehen.

Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die durch Publikationen oder ihr Lebenswerk einen wesentlichen Beitrag auf dem Gebiet der Arzneimittelqualität bzw. Arzneimittelsicherheit geleistet haben.

Die Juroren des Wallhäußer Preises, Dr. Wolfgang Schumacher, F. Hoffmann-La Roche AG, und Rudolf Völler, Regierungspräsidium Darmstadt, sprachen den Wallhäußer Preis 2004

Herrn Dr. Michael Pfeiffer, Boehringer Ingelheim,

zu.

Im folgenden ist ein Auszug aus der Laudatio von Herrn Dr. Wolfgang Schumacher wiedergegeben:

Herr Pfeiffer hat in Frankfurt Biologie studiert mit den Schwerpunkten Mikrobiologie, Humangenetik und Pharmakologie, im Jahre 1980 sein Diplom gemacht, und danach seine Dissertation am Hygieneinstitut der Uni Frankfurt bei Prof. Knothe angefertigt. Das Thema handelte von der Antibiotika-Resistenz von Darmkeimen nach Cephalosporingabe. Die erste Industrieanstellung hatte Herr Dr. Pfeiffer bei B. Braun Melsungen AG in Melsungen. Dort hat sich Herr Pfeiffer in der ersten Zeit im damaligen Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung mit der Entwicklung von Desinfektionsmitteln befasst. In der Hauptsache waren das Produkte auf der Basis von PVP-Jod und Alkohol, also zum Bereich Pharma dieses Unternehmens gehörig. Ab 1993 wechselte er in die Qualitätskontrolle von Medizinprodukten und ab 1998 in die Qualitätssicherung Pharma. Vor 5 Jahren ist Herr Pfeiffer dann zu Boehringer Ingelheim gewechselt und ist dort als Referatsleiter u.a. für die Durchführung und Betreuung von Audits zuständig.

In seiner beruflichen Tätigkeit sowie in seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er sich sehr zielstrebig mit den Endotoxinen auseinandergesetzt, die beim Menschen für pyrogene Reaktionen, d.h. für das Auslösen von Fieber, verantwortlich sind. Diese Endotoxine befinden sich vor allem in den Zellwänden von (gram-negativen) Bakterien.

Die von Herrn Pfeiffer bearbeitete In-vitro-Ersatzmethode zum Tierversuch ist der sogenannte LAL Test, der auf einem biologischen Phänomen beruht: Aus dem Blut des amerikanischen Pfeilschwanzkrebses (Limulus Polyphemus) wird ein sehr sensitiver In-vitro-Test gefertigt, der es ermöglicht, die Pyrogenität mit sehr grosser Sicherheit ohne den Tod von unzähligen Kaninchen nachzuweisen.

Das geschieht durch eine komplizierte Eiweissreaktion. Herr Pfeiffer hat sich um dieses Verfahren verdient gemacht und ihm dazu verholfen, zugelassen zu werden. Solche neuen Verfahren werden von allen Gesundheitsbehörden als sehr kritisch eingestuft, und es dauert viele Jahre bis zu deren Zulassung als offizielle Arzneibuchmethoden. Herr Pfeiffer führte entsprechende Arbeiten ab Mitte der neunziger Jahre durch, noch zu Zeiten seiner Tätigkeit für die Firma B. Braun in Melsungen.

Wenn er als Vertreter der Spezies Qualität an die Öffentlichkeit tritt, um seine Erkenntnisse kund zu tun, dann geschieht dies meist in Form von Publikationen. Dementsprechend nimmt Herr Pfeiffer, was die Anzahl der Arbeiten aus der deutschen pharmazeutischen Industrie angeht, eine Spitzenstellung ein.

Seit neuester Zeit widmet er sich auch einem anderen Gebiet: dem Qualitätsmanagement und der Qualitätslenkung. Ein Mittel hierzu sind Audits von Lieferanten, Auftragsherstellern und externen Prüflabors sowie die interne Auditierung, durch Selbstinspektion. Eine im letzten Jahr von Herrn Pfeiffer publizierte Arbeit beleuchtet ein neues Verfahren, solche Ergebnisse von Audits zu quantifizieren, d.h. transparenter darzustellen, und eine objektivere Bewertung zuzulassen.

Herr Pfeiffer hat hier eine Nachweismethode entwickelt, Auditergebnisse prädiktiv als "Inspection Readiness" in einer Prozentzahl auszudrücken und auch die Ergebnisse von Behördeninspektionen derart festzulegen. Hier hat man – wie in international tätigen Unternehmen üblich - natürlich Messlatten entwickelt, die ein zu schlechtes Abschneiden sofort erkennen lassen.

Mit der heutigen Auszeichnung wird ein Kollege geehrt, der einen unermüdlichen Einsatz für die pharmazeutische Qualität zeigt. Für das Jahr 2004 haben wir ihn ausgewählt, da er im vergangenen Jahr den eingangs erwähnten Artikel "GMP-Selbstinspektionen als Vorbereitungs-Tool auf Kunden- und Behördenaudits" (PharmInd. 10, 2004) publiziert und sich über so viele Jahre hinweg unermüdlich für die Optimierung der pharmazeutischen Qualität eingesetzt hat.

Der Preis wird ausdrücklich für das Lebenswerk von Herrn Dr. Pfeiffer vergeben.

Von links nach rechts: Jurymitglied Dr. Wolfgang Schumacher (F. Hoffmann-La Roche AG), Preisträger Dr. Michael Pfeiffer (Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG), Oliver Schmidt (Geschäftsführer Concept Heidelberg GmbH)

   

 

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