Lange erwartet hatte die FDA im September 2004 die finale Version der Guidance for Industry "Sterile Drug Products Produced By Aseptic Processing" veröffentlicht.
Obwohl sicher die meisten Mitarbeiter der pharmazeutischen Industrie Englisch in Wort und Schrift beherrschen, sind in der täglichen Praxis deutschsprachige Dokumente doch einfacher zu lesen. Aus diesem Grund hat CONCEPT HEIDELBERG die FDA Guidance ins Deutsche übersetzt. Einen kurzen Auszug aus der Übersetzung haben wir unten aufgeführt.
Jeder Teilnehmer der am 22./23. Februar 2005 in Köln stattfindenden
Aseptik-Konferenz erhält automatisch diese Übersetzung mit den Teilnehmerunterlagen.
Autor:
Dr. Andreas Mangel
CONCEPT HEIDELBERG
Leseprobe aus der Übersetzung:
A. Ausgangsstoffe
Ein aseptisch hergestelltes Produkt kann durch die Verwendung eines oder mehrerer Ausgangsstoffe kontaminiert werden, die mit Mikroorganismen oder Endotoxinen
verunreinigt sind. Beispiele für Ausgangsstoffe sind Wirkstoffe, Wasser für
Injektionszwecke (WFI) oder andere Hilfsstoffe. Wichtig ist es, die biologische Belastung
(z. B. Bioburden, Endotoxine) jedes möglicherweise kontaminierten Ausgangsstoffes zu
bestimmen und geeignete Akzeptanzkriterien aufzustellen.
Daten zur Belastung mit Endotoxinen sind wichtig, weil parenteral verabreichte Produkte
nicht pyrogen sein dürfen. Akzeptanz oder Zurückweisung jeder Charge von
Ausgangsstoffen, die möglicherweise Endotoxine enthalten könnten, soll durch schriftliche Anweisungen und entsprechende Spezifikationen geregelt sein. Jeder
Ausgangsstoff, der die festgelegten Endotoxingrenzen nicht einhält, soll zurückgewiesen
werden.
In der aseptischen Herstellung wird jeder Ausgangsstoff einzeln sterilisiert oder mehrere
Ausgangsstoffe werden zusammengebracht und die entstehende Mischung wird
sterilisiert.1 Die Bioburden zu kennen ist wichtig für die Einschätzung, ob ein
Sterilisationsprozess geeignet ist. Für die Sterilisation von Ausgangsstoffen können
verschiedene Methoden geeignet sein (vgl. die diesbezügliche Erörterung in Abschnitt
IX). Eine verbreitet angewandte Methode ist die Filtration einer Lösung des
Ausgangsstoffs (der Ausgangsstoffe) in einem Lösungsmittel wie z. B. Wasser für
Injektionszwecke (WFI), USP. Die Lösung wird durch Membranfilter oder Kerzenfilter
sterilfiltriert. Eine Filtersterilisation wird bei löslichen Ausgangsstoffen eingesetzt die
durch Hitze möglicherweise beeinträchtigt werden. Als Variante dieser Methode wird die
gefilterte Lösung des Ausgangsstoffs aseptisch auskristallisiert und als steriles Pulver
präzipitiert (oder lyophilisiert). Jedoch macht diese Methode vermehrt Eingriffe und
Bearbeitungsschritte erforderlich und birgt daher ein höheres Kontaminationsrisiko
während der Herstellung.
Sterilisation mit trockener Hitze ist eine geeignete Methode bei Ausgangsstoffen, die
hitzebeständig und unlöslich sind. Allerdings muss eine Pulversterilisation wegen der
wärmedämmenden Eigenschaften von Pulvern mittels Studien zur Hitzepenetration und
Temperaturverteilung sorgfältig validiert werden.
Für die Sterilisation einiger Ausgangsstoffe kann Bestrahlung eingesetzt werden. Durch
Untersuchungen soll gezeigt werden, dass dieses Sterilisationsverfahren für den
betreffenden Einsatzstoff geeignet ist.
1 Vgl. Anlage III hinsichtlich der Erörterung bestimmter biologischer Ausgangsstoffe, die von Anfang des
Prozesses an aseptisch gehandhabt werden.
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