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GMP-News
7. Februar 2005
 

Neuer APIC-Guide
zur Altanlagenqualifizierung veröffentlicht

 
Ende 2004 hat die APIC (Active Pharmaceutical Indgredient Committee), das ist die Sektorgruppe des europäischen Chemieverbandes CEFIC, eine "Guidance on Qualification of Existing Equipment" herausgegeben. Die APIC repräsentiert die Interessen der Industrieunternehmen, die pharmazeutischen Wirkstoffe herstellen.

Die Guidance ist 13 Seiten lang und gliedert sich in 7 Kapitel. Neben der Vorstellung der Autorengruppe, einer Einführung und Zielsetzung, sowie den regulatorischen Anforderungen nimmt das Kapitel 5 "Guidance" den meisten Raum ein. Referenzen, ein Glossar und ein Abkürzungsverzeichnis komplettieren das Dokument.

Als Zielgruppe wird die gesamte Wirkstoffhersteller-Industrie angesprochen, einschließlich den Herstellern von Wirkstoffzwischenprodukten und ggf. auch Hersteller von frühen Wirkstoffstufen.

Das (Haupt-)Kapitel "Guidance" beginnt mit der Thematik Risiko-Bewertung ("Risk Assessment"). Die Risko-Bewertung wird als sehr hilfreiches Tool angesehen, das auf alle Arten der Qualifizierung (Alt-Gebäuden, Alt-Ausrüstung, Alt-Systeme) angewendet werden kann.

Als Techniken zur Risiko-Betrachtung werden HAZOP, FMEA und "decision trees" erwähnt. Diese Aufzählung ist allerdings als nicht abschließend gekennzeichnet, so dass auch andere Techniken möglich sein sollten.

Zur Risiko-Betrachtung von "unit operations" oder Funktionen sind 6 Fragen aufgelistet, die eine Einschätzung der Kritikalität hinsichtlich möglicher Qualitätseinbußen u./o. Kreuzkontaminationen geben.

Wenn einer dieser 6 Fragen mit ja beantwortet wird, ist die entsprechende Funktion GMP-relevant. Danach soll während der Risiko-Betrachtung die Wahrscheinlichkeit des Auftretens und die Entdeckbarkeit des Fehlers bewertet werden sowie Maßnahmen zur Risikominimierung identifiziert werden.

Ferner ist ein Beispiel einer technischen GMP-Risikobetrachtung aufgeführt.

Ein 10 Punkteprogramm führt durch die eigentlichen Qualifizierungsaktivitäten:

  1. Sammeln von Fließdiagrammen und Matrices als Übersichts- und Monitoringtool
  2. Verweis auf eine Durchführungsmatrix, die Beispiele für Tätigkeiten, im Rahmen von Qualifizierungen und zur Dokumentation gibt.
  3. Erstellung eines Validierungsmasterplans (VMP) u./o Qualifizierungsplans
  4. Sammeln, bewerten und aktualisieren der Anlagendokumentation. Zur Hilfestellung wird eine Beispiel-Dokumentationsmatrix empfohlen. Mit dieser lässt sich sehr schnell die Notwendigkeit und Verfügbarkeit der entsprechenden Dokumente (z. B. Lastenheft, Wartungsprotokolle...) sowie deren Nummerierung eruieren.
  5. Risk-Assessment zur Identifizierung der notwendigen Qualifzierungsaktivitäten.
  6. Erstellung einer Qualification Matrix für die IQ (Ein Beispiel ist angegeben)
  7. Aktualisierung der IQ-Dokumente entsprechend den tatsächlichen Bedingungen vor Ort.
  8. Erstellung einer weiteren Qualifizierungsmatrix für die OQ und PQ, um die notwendigen Tätigkeiten identifizieren zu können. (Auch hierzu ist ein Beispiel angegeben).
  9. Durchführung der OQ und PQ
  10. "Ongoing Change Management" nachdem die Ausrüstung als qualifziert freigegeben wurde.

Ein Fließdiagramm verdeutlicht nochmals das 10 Punkte-Programm.

Fazit: Das Dokument ist sehr praxisnah geschrieben. Durch die vielen Beispiele wird die Thematik der Altanlagenqualifizierung sehr transparent erläutert. Etwas überraschend ist der relativ späte Einsatz der Risikoanalyse erst unter Punkt 5 innerhalb des 10-Punkte Programms. Im entsprechenden Fließdiagramm steht die Risikoanalyse allerdings - sinnvollerweise - gleich nach dem Validierungsmasterplan an zweiter Stelle. Eine kleine Inkonsistenz, die die Qualität des Dokuments nicht wirklich schmälert.

Im Rahmen unserer Veranstaltung "cGMP bei der Altanlagenqualifizierung in der Wirkstoffproduktion", 15. März 2005 in Mannheim, gehen wir auf die APIC-Guidance dezidiert ein.

Selbstverständlich erhält jeder Teilnehmer der Veranstaltung die Guidance im Rahmen der Veranstaltungsdokumentation.

Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG   

P.S. Am 18.-22. April finden die ICH Q7A Masterclass Courses statt. Hier kann ein individuelles Themenspektrum, u.a. zur Qualifizierung von Anlagen, zusammengestellt werden.
   
 

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