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29. November 2004
 
 

 FDA White Paper: 
Innovation and Continuous Improvement in Pharmaceutical Manufacturing

 

Neben der FDA Guidance for Industry zum Thema PAT (Process Analytical Technology) vom September 2004 (siehe unsere GMP-News vom Oktober 2004) hat die FDA zeitgleich auch ein sogenanntes White Paper mit dem Titel „Innovation and Continuous Improvement in Pharmaceutical Manufacturing" herausgegeben. Diese Veröffentlichung ist ein zusammenfassender Bericht des FDA PAT Teams und der Manufacturing Science Working Group, in dem beschrieben wird, was bisher erreicht wurde und welche Schritte als nächstes vorgeschlagen werden, um den zukünftig gewünschten Status in der Herstellung pharmazeutischer Produkte ("Desired State of Pharmaceutical Manufacturing") zu erzielen. Die gesamte PAT Initiative hat eine Schlüsselfunktion in der übergeordneten Bestrebung der FDA, die pharmazeutischen GMP Regeln für das 21. Jahrhundert völlig neu zu definieren.

In dem 39 Seiten umfassenden White Paper stellt die FDA immer wieder heraus, dass sie bereit ist zur Kommunikation mit vielen verschiedenen Stellen und Organisationen, um PAT voranzubringen.

Der Zielgedanke des White Papers ist es, eine Vision für den "desired state for the pharmaceutical manufacturing in the 21st century" zu formulieren. Genau das ist ja das zentrale PAT Anliegen.

Die derzeitige Situation wird u.a. wie folgt beschrieben:

  • Ineffizient und kostenintensiv - und dazu haben auch die regulatorischen Vorgaben beigetragen
  • Die Prüfung physikalischer Parameter ist in den letzten Jahrzehnten zurückgeblieben (im Vergleich zu chemischen Prüfungen)

Das zukünftige Ziel für eine moderne pharmazeutische Fertigung wird in diesem FDA „White Paper" mit folgenden Schlagworten umschrieben:

  • Continuous Improvement anstelle von Corrective Actions
  • Erarbeitung eines tiefgehenden Verständnisses der Prozesse und Systeme (es geht um ein vollständiges, auch mechanistisches Verständnis der Produktionsprozesse)
  • Effektives und effizientes Design der Herstellungsprozesse
  • Kritische Ursachen für Streuungen (variability) im Herstellungsprozess sollen identifiziert und erklärt werden
  • Diese Streuungen sollen dann in den Herstellungsprozessen kontrolliert werden
  • Und damit die Produkt-Qualität (mit möglichst geringer Streuung) zuverlässig vorhersehbar sein ("Process Capability")
  • Kontinuierliche Echtzeit-Messung ("real time")
  • Statistische Prozesskontrolle

Das vollständige Dokument "Manufacturing Science White Paper: Innovation and Continuous Improvement in Pharmaceutical Manufacturing" finden Sie unter:

http://www.fda.gov/cder/gmp/gmp2004/manufSciWP.pdf

Das neue FDA White Paper zu PAT enthält viele Informationen, trotzdem sind weitere Klärungen erforderlich. 

Deshalb veranstaltet die Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit CONCEPT HEIDELBERG eine internationale Konferenz zum Thema Process Analytical Technology, bei der es um konkrete Umsetzungsbeispiele von PAT in die pharmazeutische Praxis geht. Angesprochen werden u.a.

  • Physical Measurements
  • Multivariate Measurement Techniques
  • Process Capability
  • Process Understanding
  • PAT Implementation
  • Real-Time Product Release
  • Data Management
  • The Impact of PAT on Quality Assurance

Mit Ali Afnan von der FDA spricht auch ein Mitglied des PAT Teams der FDA bei dieser PAT-Konferenz in Heidelberg. 

Die Konferenz wird am 27.-28 Januar 2005 in Heidelberg stattfinden. Direkt im Anschluss an die Konferenz „FDA’s New Quality Systems and Risk Approach", die am 26./27. Januar 2005, ebenfalls in Heidelberg, stattfindet.

Beide Programme finden Sie hier. 

 

Autor: 
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG