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Vom 20. - 22. Oktober informierten unter anderem
Referenten der FDA und EMEA Präsentationen über aktuelle GMP-Themen sowie über "Regulatory Affairs". Über 200
Teilnehmer und 20 Referenten nahmen an der 7. Europäischen Konferenz zu
Active Pharmaceutical Ingredients (APIs) teil, die in Lissabon durch APIC/CEFIC präsentiert und von
CONCEPT HEIDELBERG organisiert wurde.
Dr. Moheb Nasr, FDA Direktor der
Abteilung "New Drug Chemistry", gab die erste Präsentation, in
der er über die Initiative Pharmaceutical GMP of the 21st Century sprach. Zu Beginn betonte er, dass die Initiative nicht
beabsichtigt regulatorische Anforderungen zu verringern, als vielmehr
einen starken allgemeinen Gesundheitsschutz zu erreichen. Um dies
umzusetzen, wurden von der FDA spezifische Ziele festgelegt:
- Förderung der frühen Umsetzung
neuer technologischer Fortschritte in der pharmazeutischen Industrie
- Erleichterter Einsatz von
Industrieapplikationen moderner Techniken des Qualitätsmanagments
- Förderung der Implementierung von risk-based
approaches im Hinblick auf "kritische
Themengebiete", die sowohl die Aufmerksamkeit der Industrie als
auch die der Behörden auf sich ziehen
- Sicherstellen, dass regulatorische
Inspektionen und Inspektionsregelwerke auf modernster pharmazeutischer
Wissenschaft basieren
- Steigerung der Konsistenz und
Koordination des Drug Quality Regulatory Program der FDA,
im Speziellen die der Inspektionen
Als Teil des "Risk-based Management
Plan" erläuterte Dr. Nasr das risk-based Pilotmodell für die FDA
Inspektionen, das am 29. September in einem White Paper veröffentlicht wurde.
Die FDA Inspektionen sollen demnach auf 3
Schlüsselelementen basieren:
- Die GMP Historie
Wenn eine Firma "saubere" Akten hat, wird sie sich weniger
Inspektionen gegenüber sehen
- Das pharmazeutische Produkt
Ausschlag über die Häufigkeit von Inspektionen resultiert nicht nur
aus der Komplexität des Arzneimittels, sondern auch aus der Kapazität eines
Produktionsbetriebs (z.B. wenn eine große Menge von Parenteralia
produziert wird, wird die Betriebsstätte öfter inspiziert werden,
als eine Produktionsstätte mit geringer Produktion). Natürlich hat die
Darreichungsform ebenfalls Einfluss darauf
(z.B. Parenteralia stellen ein höheres Risiko dar als feste
Darreichungsformen).
- Der Herstellungsprozess
"Es ist eigentlich egal wie komplex der Prozess ist". "
Der neue Ansatz basiert mehr darauf, wieviel Information man über den
Prozess besitzt und wie fähig man ist, den Prozess zu kontrollieren. (z.B.
durch die Anwendung modernster Technologie wie PAT).
Im Folgenden betonte Dr.
Nasr wie wichtig die internationale Zusammenarbeit ist.
FDA wird sich
aktiv in ICH Q8 (Pharmaceutical Development) und Q9 (Risk Managment) einbringen und dabei helfen eine Gruppe zu
initiieren, die ICH Q10 (Quality System) entwickelt.
Die
FDA hat auch beschlossen Mitglied der PIC/S zu werden. Dies wird der FDA
dabei helfen, das Problem begrenzter Ressourcen zu lösen.
Unter Leitung des Council on
Pharmaceutical Quality sind folgende Aktivitäten geplant:
- Entwicklung einer zusätzlichen
Guidance für Qualtitätssysteme pharmazeutischer Herstellung, so dass
die Ziele der Behörden, nämlich die Regelwerke zu
modernisieren und die Qualität der pharmazeutischen
Herstellung zu steigern, erreicht werden.
- Kontinuierliche Entwicklung des Risk-Based
Pharmaceutical Quality Assessment System, mit dem Ziel, das aktuelle CMC
Inspektionsssystem zu ersetzen und um Hindernisse in der
kontinuierlichen Verbesserung durch neue Arzneimittelzulassungen
auszuschalten.
- Überarbeiten der Guideline von 1987 über Prozessvalidierung, um Konzepte
der cGMP Initiative für das 21. Jhdt.
einzubeziehen - einschließlich Risk Management and Life-Cycle Approach
Dr. Nasr betonte, dass die berühmten 3
Validierungsläufe für die Prozessvalidierung keinen Beweis mehr dafür darstellen,
dass eine Firma den Prozess versteht.
Zusätzlich hierzu nannte er die
folgenden Aktivitäten unter der Leitung des Council on Pharmaceutical
Quality
- Kontinuierliche Entwicklung und
Formalisieren der risk-based tools,
um die regulatorische Überwachung der FDA zu verbessern
- Anpassung der CGMPs und Erreichen der Harmonisierungsziele
(intern und international)
- Fortführung der Kommunikation mit der Öffentlichkeit bezüglich
aktueller GMP Fragestellungen, um die Einhaltung
der FDA-Anforderungen zu vereinfachen
- Weiterhin das eigene Qualitätssystem
der FDA steigern (inklusive einer Steigerung von Mechanismen, um die
Kommunikation innerhalb der Organisation zu erleichtern)
- Fortführen und Erweitern von
Möglichkeiten, um wissenschaftlich basierte Regeln und Standards in
die pharmazeutischen Regularien zur Produktqualität zu integrieren
Dr. Nasr betonte, dass die FDA sich in
einem "kulturellen Wechsel" befindet. Die Inspektionspraxis
und ebenso die Organisation dieser Aktivität wird sehr von diesem Wechsel
beeinflusst. Im Hinblick auf die CMC-Spezifikationen sagte Dr. Nasr, dass sie
auf folgenden Punkten basieren sollen:
- Risk-based Assessment
- Klinische
Relevanz (Durchführung und Sicherheitsüberlegungen)
- Prozessfachwissen und -verständnis -
nicht notwendigerweise Prozessfähigkeit und analytische
Methodenbeschränkungen
- Wissen, das durch pharmazeutische
Entwicklungsberichte (PDR) errungen wurde
- Bessere Nutzung moderner statistischer
Methoden
Diese Punkte werden während des PQRI
Workshops im März 2005 angesprochen
Dr. Katrin Nodop von der European
Medicines Agency (früher European Medicines Evaluation Agency) gab eine
Präsentation über die neue pharmazeutische Gesetzgebung in Europa.
Resultierend aus diesem Bericht sind die folgenden Regelungen und
Richtlinien aufgestellt worden:
die Regulation 2309/93/EEC wird
durch die Regulation 726/2004 ersetzt
die Direktive 2001/83/EC ("Human Code") wird durch die Directive 2004/27/EC und
die Directive
2004/24/EC (Traditional Herbal Products) ergänzt
die Direktive 2001/82/EC ("Veterinary Code") ergänzt die Directive 2004/28/EC
Zwei der Hauptänderungen mit GMP
Konsequenzen sind:
- Inspektion und Kontrolle
- Datenbanken - Herstellungserlaubnis,
GMP Zertifikate, Nebenwirkungsmeldungen
Dr. Nodop hob hervor, dass die Review nicht besagt, dass API-Hersteller durch eine europäische Behörde
kontrolliert werden müssen. Vielmehr besagt es in "Titel IV":
Manufacture and
Importation, Human Art. 46(f) and veterinary Art.50(f), Kapitel 1",
dass
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Da die ICH
Q7A Guideline über GMP für APIs (in Europa Annex 18 der EU GMP-Leitfaden) die relevante
Guideline ist, besteht die Notwendigkeit
Annex 18 zu überarbeiten. Die Gründe sind:
- Generelle Forderung, dass die
Regeln der GMP für APIs in Annex 18 enthalten sind
- Priorität muss der Überarbeitung des
Inhalts der Annex 18 gegeben werden
- Einbeziehung von medizinischen Veterinärarzneimitteln
- Mögliche Ausschlüsse (radiopharmazeutische Produkte?, Pflanzliche
Arzneimittel, ?)
- Identifizierung von Lücken und Überschneidungen
In "Titel IV: Manufacture and
Importation, Human Art. 46(f)" wird erwähnt, dass
- This point shall also be applicable to
certain excipients, the list of which as well as the specific
conditions of application shall be established by a Directive adopted
by the Commission.
Zur Zeit wertet die Kommission aus,
welche Hilfsstoffe durch diese Anforderung abgedeckt werden. Ein
Fragebogen wurde vor kurzem veröffentlicht. Klicken sie hier,
um ihn downzuloaden.
Obgleich es keine gesetzliche
Verpflichtung gibt, dass die zuständige Behörde Kontrollen durchführt,
steht klar in
"Titel XI: Supervision and Sanctions Human Art. 111(1) and veterinary Art. 80(1)"
geschrieben, dass
In "Human Art. 111(5) and veterinary Art. 80(5)" ist definiert, dass:
- Within 90 days of an inspection as
referred to in paragraph 1, a certificate of GMP shall be
issued to a manufacturer if the outcome of the inspection shows that
the manufacturer complies with the principles and guidelines of GMP as
provided by Community legislation.
Zukünftig wird eine EU-Gemeinschaftsdatenbank für
die GMP-Compliance geschaffen. Das Verfahren für die
GMP-Datenbank soll wie folgt aussehen:
- Die Mitgliedsstaaten senden der Behörde
eine Kopie der Herstellungserlaubnis. Die Behörde gibt die
Informationen in die Gemeinschaftsdatenbank ein.
- Die Mitgliedsstaaten geben das GMP-Zertifikat
in die Gemeinschaftsdatenbank ein. Dies
wird durch die Behörde im Namen der EU-Community ausgeführt.
- Wenn das Resultat einer GMP Inspektion, wie
in Paragraph 1 genannt, so ist, dass der Hersteller sich nicht an die
Grundregeln und Richtlinien der GMP hält..., so wird diese
Information ebenfalls in die Gemeinschaftsdatenbank eingegeben werden
(siehe Parargraph 6).
Die neuen Features der Datenbank werden
in der folgenden Graphik dargestellt:

Als zukünftige Tätigkeiten für EMEA
auf dem Gebiet von GMP für APIs und Excipients nannte Dr. Nodop:
- Annex 18 soll um Veterinärarzneimittel
und andere bisher ausgeschlossene Produkte erweitert werden
- Entwicklung von Inspektionsberichtsformularen
- Form und Inhalt der GMP Zertifikate
- Form und Inhalt der Herstellungserlaubnis
- Erstellen einer Liste für Hilfsstoffe
- Ermittlung von Gründen für eine
Inspektion
- Gemeinschaftsdatenbank für GMP
- Definition des Inhalts
- Eingabemöglichkeiten
- Output Capabilities
- Kontaktaufnahme mit verschiedenen Interessengruppen
- Verbindung zu existierenden Systemen (Member State / Community)
- Sprachanforderungen
Entsprechend dem Zeitplan muss die
Implementierung dieser neuen Bestimmungen bis zum 30. Oktober 2005 beendet
sein. Außerdem muss die Industrie die neuen Bestimmungen ebenfalls einführen.
Zusätzlich
zu diesen zwei Präsentationen, wurden weitere aktuelle GMP und Regulatory Affairs
Themen von Behörden und Industrievertretern vorgestellt und diskutiert.
APIC/CEFIC und CONCEPT HEIDELBERG
möchten den Ausstellern danken:
- Hecht Anlagenbau
- Nycomed Austria
Besonderer Dank gilt dem Unternehmen Hovione, die
als Sponsor den Social Event unterstützt haben. Die Teilnehmer
und Referenten begrüßten die Möglichkeit der Stadtrundfahrt, den Besuch
des Museums und das
ausgezeichnete Abendessen danach.
Die 8. APIC/CEFIC Konferenz über Active
Pharmaceutical Ingredients wird auch 2005 organisiert. Für weitere
Informationen schicken Sie uns bitte eine E-mail: info (at) concept-heidelberg (dot) de.
Autor:
Oliver Schmidt
CONCEPT HEIDELBERG
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