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5. November 2004
 

Reichen 3 Validierungsläufe noch zur FDA Compliance?

 
Seit der Veröffentlichung der Guideline on Process Validation 1987 kamen von der FDA nicht mehr viele konkrete Vorgaben zum Thema Prozessvalidierung hinzu. Dies änderte sich zum 12. März 2004 mit der Revidierung eines schon lange bestehenden Grundsatzdokument zur Validierung von pharmazeutischen Herstellungsprozessen für Arzneimittel, die vor der Vermarktung Zulassungsanforderungen erfüllen müssen. Dieses Grundsatzdokument trägt jetzt den Titel Process Validation Requirements for Drug Products and Active Pharmaceutical Ingredients Subject to Pre-Market Approval (bisher:
Process Validation Requirements for Drug Products Subject to Pre-Market Approval). Siehe auch GMP-Mews vom 22. April 2004. Diese sogenannten Compliance Policy Guides (CPG) sind für FDA-Angestellte bestimmt und sollen zur Einheitlichkeit der Grundsatzentscheidungen der Behörde in Sachen GMP-Konformität beitragend.

Neu an dieser Version ist die Anerkennung der Rolle neuer komplexer technischer Prinzipien und Steuerungstechnologien bei der Sicherung der Chargenqualität. Im Hinblick auf Arzneimittel, die mit Hilfe dieser neuen Prinzipien und Technologien hergestellt werden, ermöglicht dieses CPG Ausnahmen von der Regel, dass vor dem ersten Verkauf mehrere Validierungschargen produziert werden müssen. In dieser Version fehlt auch der Hinweis auf "drei" Validierungschargen in handelsüblicher Chargengröße als ausreichende Mindestmenge zum Erbringen des Validierungsnachweises: es wird keine feste Zahl mehr erwähnt. Diese Version verdeutlicht außerdem die Bedeutung der Informationsgewinnung nach der Vermarktung, insbesondere in Bezug auf jene Chargen, die direkt nach den Validierungschargen gefertigt werden. 2001.

Angekündigt wurde ebenfalls die Überarbeitung der Guideline on General Principles of Process Validation (Mai 1987), um moderne Herstellungsprinzipien, -technologien und -forschungsergebnisse einzubeziehen. Dazu gehört auch das Thema Risk Management und der Life Cycle Approach.

Bisher stand diese CGP ziemlich ohne Bezug zu sonstigen FDA-Aktivitäten. In den letzten Monaten gab es aber einige Veröffentlichungen der FDA, auch im Rahmen von Präsentationen, die wirklich auf einen Paradigmenwechseln hindeuten. In einem Vortrag auf der FDA-PDA-Conference im September in Washington zum Thema Validierung sagte FDA Investigator Brian Hasselbach am Ende seiner Präsentation: "Haben Sie es gemerkt? Ich habe 45 min. über Validierung gesprochen und die "magische Zahl (3)" nicht erwähnt."

Auf der APIC-Conference, 20.-22. Oktober 2004, in Lissabon wurden von Dr. S. Rönninger, HoffmannLa Roche auf der Basis von Ausfühungen von Dr. A. Hussain, Deputy Director Office of Pharmaceutical Science, CDER, FDA diese Zusammenhänge aufgezeigt. Diese Folien favorisieren den Life Cycle Approach und zeigen das Ziel der Prozesssicherheit auf. In letzter Konsequenz werden unter berücksichtigung der gesätzlichen Vorgaben die magischen 3 Validierungsläufe nicht mehr direkt notwendig sein.

Auch Dr. Nasr, FDA Director des ONDC, sagte in Lissabon, dass 3 Validierungsläufe keinen Nachweis darüber führen, ob ein Prozess beherrscht wird. Sicher wird man daher in Zukunft den Arzneimittel- und API-Hersteller nach zusätzlichen Daten fragen, die die Prozessbeherrschung untermauern.

Was sind die Konsequenzen für die Industrie?
 

Nutzen Sie unsere Veranstaltungen Der Validierungsbeauftragte (QV 16) und Workshop Validierung / Qualifizierung (QV 10), um mit Experten aus der Industrie diese neuen Entwicklungen zu diskutieren.

Das Thema Validierung ist auch Gegenstand der folgenden Seminare: