Risikomodell zur
Priorisierung
von GMP-Inspektionen - Pilotmodell der FDA
Im folgenden haben wir Ausschnitte aus der Rede von DAVID HOROWITZ, Esq.,
Director, Office of Compliance, CDER, zusammengestellt.
Die Aufgabenstellung eines Risikomodells zur Priorisierung von
GMP-Inspektionen fasst er wie folgt zusammen:
"Wie sollten wir unser sehr begrenztes
Inspektionsbudget am besten aufteilen? Wohin sollten wir zuerst gehen, damit
unsere GMP-Inspektionsmittel nicht verbraucht sind, bevor wir einige der
wichtigsten Werke besichtigt haben? [...]
Obwohl die FDA bisher in gewisser Weise
schon risikobasierende Programme umgesetzt hat, wird sie eine noch
systematischere, strengere risikobasierende Vorgehensweise entwickeln.
Das, worüber wir heute sprechen, sind
meiner Ansicht nach einfach die ersten Schritte auf dieses Ziel zu. Diese
Folie finde ich erstaunlich, und ich habe sie heute zum ersten Mal der
Öffentlichkeit präsentiert, weil ich den Daten einfach nicht glauben
konnte."
"Und ich habe die blaue Linie vorher
gezeigt, weil es viele Beweise dafür gibt, dass unsere Ressourcen, die für
die Durchführung systembasierender Inspektionen zur Verfügung stehen, im
Laufe der Jahre deutlich zurückgegangen sind.
Nun hat dieser Rückgang teilweise damit zu
tun, dass Mittel in Pre-approval Inspections fließen, die eine
GMP-Komponente aufweisen; jedoch erklärt das den Rückgang nur zum Teil,
nicht zur Gänze, da er recht steil verläuft, und ich glaube, dass der
Trend wahrscheinlich anhalten wird, obwohl wir in den letzten Jahren
versucht haben, den Rückgang an verschiedenen Stellen aufzuhalten.
Aber diese grüne Linie ist sehr
außergewöhnlich, da sie zeigt, dass die Anzahl an registrierten US-Firmen
enormen gewachsen ist, und das hat mich besonders überrascht, weil ich -
aufgrund der Tatsache, dass diese Branche globalisiert ist - dachte, dass es
keinen so starken Anstieg an US-Firmen geben würde.
Meiner Meinung nach weist das auf einen
weiteren Trend der letzten Jahre in der Branche hin, nämlich einen Boom in
der Lohnherstellung, im Outsourcing und das für diese Gruppe nicht
unbedingt typische Phänomen der Wiederverpacker medizinischer Gase. Viele
dieser Anlagen aus den 90-er Jahren haben angefangen, sich bei der FDA
registrieren zu lassen. Ein Großteil von ihnen hat sich schon früher mit
dieser Tätigkeit beschäftigt, doch immer mehr haben sich registrieren
lassen. [...]"
Im Folgenden bezieht sich David Horowitz
auf die derzeit in der Entwicklung und Abstimmung befindliche Guideline ICH
Q9 "Quality by Design".
"Daher werde ich jetzt einen Blick auf die
Arbeitsdefinitionen von Q9 werfen, um mir ein Bild davon zu machen, was eine
'schädigende Auswirkung' ist und wie diese Begriffe anzuwenden sind."
"Ich habe
festgestellt, dass es eine lebhafte Diskussion um Q9 gab. Es ist immer noch
im Werden begriffen. Diese Definitionen sind nicht ganz so entstanden, wie
wir von der FDA das gemacht hätten, aber ich denke, was unsere heutigen
Zwecke angeht, sind sie beispielhaft dafür, wie man vorgehen kann, wenn man
über diese Themen nachdenkt.
Wenn es bei einem Risiko um die
Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad einer schädigenden Auswirkung geht, ist die
Hauptfrage natürlich, für wen oder was dieses Risiko besteht. In anderen
Worten liegt der Schlüssel des Problems in der Definition der schädigenden
Auswirkung,
und Q9 geht erst mehrere Definitionen durch, um dann herauszufinden, was
eine schädigende Auswirkung im Kontext der pharmazeutischen Qualität sein könnte.
[...]
Was wir versucht haben, ist, uns die
Risiken anzusehen, die mit jeder einzelnen Produktionsstätte verknüpft
sind, sie zu aufzuaddieren und sie im Vergleich mit den Risikoergebnissen
für die anderen Produktionsstätten einzustufen. Unser Ziel ist es also,
unser derzeitiges Wissen um Risiken für die Arzneimittelqualität
systematisch in unsere Bemühungen zu integrieren, einzelnen
Betriebsstätten eine Priorität zuzuweisen, um so ein periodisches System
für GMP-Inspektionen zu schaffen. [...]"
Anschließend ging David Horowitz dazu
über, zu erläutern, welche Aspekte/Kriterien bei einer Bewertung des
Risikos des Unternehmers zu berücksichtigen sind.
"Wir denken, dass die Effektivität der
Qualitätssysteme einen Hinweis darauf gibt, und wir glauben, dass ein
Zusammenhang mit der Compliance der Firma in der Vergangenheit oder mit
ihren zurückliegenden Inspektionsbefunden besteht. Natürlich sind nicht
alle Verstöße gleich, aber wir sind doch der Meinung, dass man hier
gewisse Voraussagen treffen kann.
Nun ist interessanterweise eines der
Elemente des Risikos die Exposition, und ich denke, sie hängt zum einen
Teil mit dem Schweregrad und zum anderen Teil mit der Wahrscheinlichkeit
zusammen. Falls jedoch in einem Werk ein Fehler auftritt, sind viel
schlimmere Auswirkungen zu erwarten, wenn die Arzneimittel an jeden Haushalt
in der Welt oder in Amerika gehen, als wenn es sich nur um einen
ortsansässigen Betrieb handelt, der ein paar Arzneimittel für die Umgebung
produziert.
Also waren wir davon überzeugt, dass die
Exposition der Arzneimittel, die in einem Betrieb hergestellt werden, einen
Risikofaktor darstellt, der von der FDA beim Zuweisen der Prioritäten für
die Aufteilung ihrer Mittel berücksichtigt werden sollte. [...]
Eine weitere Kategorie von
Faktoren haben wir als die Prozessfaktoren bezeichnet, und meiner Ansicht
nach soll das die Antwort auf die Frage sein: Sind einige
Herstellungsprozesse für bestimmte Produktklassen fehlerträchtiger als
andere? Intuitiv leuchtete uns ein, dass einige Prozesse komplexer und
andere einfacher sind, jedoch hatten wir darüber nur sehr begrenzte Daten.
Wir hatten darüber keine quantitativ ausreichenden Daten."
Das neue Risikomodell zur Priorisierung
von FDA-Inspektionen wird ein wesentlicher Baustein der "cGMP
Initiative for the 21st Century". Unsere Seminare befassen sich immer
mit den aktuellen Trends zur EU- und FDA-GMP Compliance.
Die Vorbereitung auf eine FDA-Inspektion ist
daher auch Gegenstand des GMP Education Course GMP
Compliance Auditor am 12./13. Oktober in Wien.
Speziell zu den FDA-Anforderungen an die Quality Unit organisieren wir FDA-Compliance
in der Qualitätssicherung am 24.-26. November in Heidelberg.
AUCH 2009 WIEDER SONDERKONDITIONEN BEI DER DEUTSCHEN BAHN
Teilnehmer von Concept Heidelberg-Veranstaltungen erhalten bei der Deutschen Bahn auch 2009 wieder Sonderkonditionen für die Anreise mit der Bahn. Genaueres lesen Sie hier.
PHARMA-KONGRESS UND CLEAN ROOMS EUROPE KOOPERIEREN IN 2009
Durch eine Kooperation von zwei der führenden Events in Europa erhalten Besucher eine Reihe von Vorteilen. Lesen Sie hier weiter.
TEILNEHMER
VON CONCEPT-HEIDELBERG-VERANSTALTUN-GEN ERHALTEN 20% RABATT AUF GMP-HANDBÜCHER
Ab sofort bietet Concept Heidelberg einen neuen Buchungsservice. Bei Buchung eines Seminars über die GMP Navigator Webseite können GMP-Handbücher (z.b. EG-GMP-Leitfaden, FDA cGMP Guide, AMWHV, ICH Q7) mit 20% Nachlass bestellt werden. Mehr lesen Sie hier.
DER PHARMA-KONGRESS PRODUKTION & TECHNIK
Drei GMP-Konferenzen parallel, eine große Ausstellung und Betriebsbesichtigungen machen den Pharma-Kongress zum wichtigsten Branchentreffpunkt www.pharma-kongress.de
WEBINAR-AUFZEICHNUNG: "AKZEPTANZKRITERIEN IN DER VALIDIERUNG ANALYTISCHER METHODEN"
Immer wieder werden wir gefragt. Wie sieht denn ein Webinar aus? Wie läuft das ab? Und kann man auch eine Aufzeichnung davon erhalten? Wir haben einen 5 minütigen Ausschnitt nun online gestellt. Hier finden Sie mehr.
30 JAHRE CONCEPT HEIDELBERG - EIN UNTERNEHMENSPORTRAIT AUS DER ZEITSCHRIFT "DIE PHARMAZEUTISCHE INDUSTRIE"
Seit 30 Jahren in Heidelberg ansässig, gilt Concept Heidelberg heute als Europas größter Weiterbildungs- und Informationsdienstleister im Bereich der pharmazeutischen Qualitätssicherung. Mehr.