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GMP-News
28. September 2004
 

Risikomodell zur Priorisierung
von GMP-Inspektionen - Pilotmodell der FDA

 
Im folgenden haben wir Ausschnitte aus der Rede von DAVID HOROWITZ, Esq., Director, Office of Compliance, CDER, zusammengestellt. 
Die Aufgabenstellung eines Risikomodells zur Priorisierung von GMP-Inspektionen fasst er wie folgt zusammen:

"Wie sollten wir unser sehr begrenztes Inspektionsbudget am besten aufteilen? Wohin sollten wir zuerst gehen, damit unsere GMP-Inspektionsmittel nicht verbraucht sind, bevor wir einige der wichtigsten Werke besichtigt haben? [...]

Obwohl die FDA bisher in gewisser Weise schon risikobasierende Programme umgesetzt hat, wird sie eine noch systematischere, strengere risikobasierende Vorgehensweise entwickeln.

Das, worüber wir heute sprechen, sind meiner Ansicht nach einfach die ersten Schritte auf dieses Ziel zu. Diese Folie finde ich erstaunlich, und ich habe sie heute zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, weil ich den Daten einfach nicht glauben konnte."

 
"Und ich habe die blaue Linie vorher gezeigt, weil es viele Beweise dafür gibt, dass unsere Ressourcen, die für die Durchführung systembasierender Inspektionen zur Verfügung stehen, im Laufe der Jahre deutlich zurückgegangen sind.

Nun hat dieser Rückgang teilweise damit zu tun, dass Mittel in Pre-approval Inspections fließen, die eine GMP-Komponente aufweisen; jedoch erklärt das den Rückgang nur zum Teil, nicht zur Gänze, da er recht steil verläuft, und ich glaube, dass der Trend wahrscheinlich anhalten wird, obwohl wir in den letzten Jahren versucht haben, den Rückgang an verschiedenen Stellen aufzuhalten.

Aber diese grüne Linie ist sehr außergewöhnlich, da sie zeigt, dass die Anzahl an registrierten US-Firmen enormen gewachsen ist, und das hat mich besonders überrascht, weil ich - aufgrund der Tatsache, dass diese Branche globalisiert ist - dachte, dass es keinen so starken Anstieg an US-Firmen geben würde.

Meiner Meinung nach weist das auf einen weiteren Trend der letzten Jahre in der Branche hin, nämlich einen Boom in der Lohnherstellung, im Outsourcing und das für diese Gruppe nicht unbedingt typische Phänomen der Wiederverpacker medizinischer Gase. Viele dieser Anlagen aus den 90-er Jahren haben angefangen, sich bei der FDA registrieren zu lassen. Ein Großteil von ihnen hat sich schon früher mit dieser Tätigkeit beschäftigt, doch immer mehr haben sich registrieren lassen. [...]"

Im Folgenden bezieht sich David Horowitz auf die derzeit in der Entwicklung und Abstimmung befindliche Guideline ICH Q9 "Quality by Design".

"Daher werde ich jetzt einen Blick auf die Arbeitsdefinitionen von Q9 werfen, um mir ein Bild davon zu machen, was eine 'schädigende Auswirkung' ist und wie diese Begriffe anzuwenden sind."

"Ich habe festgestellt, dass es eine lebhafte Diskussion um Q9 gab. Es ist immer noch im Werden begriffen. Diese Definitionen sind nicht ganz so entstanden, wie wir von der FDA das gemacht hätten, aber ich denke, was unsere heutigen Zwecke angeht, sind sie beispielhaft dafür, wie man vorgehen kann, wenn man über diese Themen nachdenkt.

Wenn es bei einem Risiko um die Wahrscheinlichkeit und den Schweregrad einer schädigenden Auswirkung geht, ist die Hauptfrage natürlich, für wen oder was dieses Risiko besteht. In anderen Worten liegt der Schlüssel des Problems in der Definition der schädigenden Auswirkung, und Q9 geht erst mehrere Definitionen durch, um dann herauszufinden, was eine schädigende Auswirkung im Kontext der pharmazeutischen Qualität sein könnte. [...]

Was wir versucht haben, ist, uns die Risiken anzusehen, die mit jeder einzelnen Produktionsstätte verknüpft sind, sie zu aufzuaddieren und sie im Vergleich mit den Risikoergebnissen für die anderen Produktionsstätten einzustufen. Unser Ziel ist es also, unser derzeitiges Wissen um Risiken für die Arzneimittelqualität systematisch in unsere Bemühungen zu integrieren, einzelnen Betriebsstätten eine Priorität zuzuweisen, um so ein periodisches System für GMP-Inspektionen zu schaffen. [...]"

Anschließend ging David Horowitz dazu über, zu erläutern, welche Aspekte/Kriterien bei einer Bewertung des Risikos des Unternehmers zu berücksichtigen sind.

"Wir denken, dass die Effektivität der Qualitätssysteme einen Hinweis darauf gibt, und wir glauben, dass ein Zusammenhang mit der Compliance der Firma in der Vergangenheit oder mit ihren zurückliegenden Inspektionsbefunden besteht. Natürlich sind nicht alle Verstöße gleich, aber wir sind doch der Meinung, dass man hier gewisse Voraussagen treffen kann.

Nun ist interessanterweise eines der Elemente des Risikos die Exposition, und ich denke, sie hängt zum einen Teil mit dem Schweregrad und zum anderen Teil mit der Wahrscheinlichkeit zusammen. Falls jedoch in einem Werk ein Fehler auftritt, sind viel schlimmere Auswirkungen zu erwarten, wenn die Arzneimittel an jeden Haushalt in der Welt oder in Amerika gehen, als wenn es sich nur um einen ortsansässigen Betrieb handelt, der ein paar Arzneimittel für die Umgebung produziert.

Also waren wir davon überzeugt, dass die Exposition der Arzneimittel, die in einem Betrieb hergestellt werden, einen Risikofaktor darstellt, der von der FDA beim Zuweisen der Prioritäten für die Aufteilung ihrer Mittel berücksichtigt werden sollte. [...]

Eine weitere Kategorie von Faktoren haben wir als die Prozessfaktoren bezeichnet, und meiner Ansicht nach soll das die Antwort auf die Frage sein: Sind einige Herstellungsprozesse für bestimmte Produktklassen fehlerträchtiger als andere? Intuitiv leuchtete uns ein, dass einige Prozesse komplexer und andere einfacher sind, jedoch hatten wir darüber nur sehr begrenzte Daten. Wir hatten darüber keine quantitativ ausreichenden Daten."

Das neue Risikomodell zur Priorisierung von FDA-Inspektionen wird ein wesentlicher Baustein der "cGMP Initiative for the 21st Century". Unsere Seminare befassen sich immer mit den aktuellen Trends zur EU- und FDA-GMP Compliance.
 

Die Vorbereitung auf eine FDA-Inspektion ist daher auch Gegenstand des GMP Education Course
GMP Compliance Auditor am 12./13. Oktober in Wien.
Speziell zu den FDA-Anforderungen an die Quality Unit organisieren wir
FDA-Compliance in der Qualitätssicherung am 24.-26. November in Heidelberg.

  

 

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