Die FDA erhielt von eigenen FDA-Inspektoren, aber auch aus der
pharmazeutischen Industrie Anfragen, welche Abweichungen vom USP
Dissolution Test signifikant genug sind, dass dafür eine Beanstandung im
Formblatt 483 während einer FDA Inspektion ausgestellt werden muss. Ist
es beispielsweise schon gerechtfertigt einen 483-Eintrag vorzunehmen, wenn
Ergebnisse von Dissolution Tests zeigen, dass Stage 1 des Dissolution
Tests nicht erfüllt wurde?
In den Human Drug CGMP Notes vom März 1995 und März 1996 hat die FDA
diesen Sachverhalt in einer für die pharmazeutischen Industrie
erfreulichen Form klargestellt:
Selbst regelmäßige Abweichungen auf Stufe 1 der Freisetzungsprüfung
bei einem Arzneimittel sind nicht so signifikant, dass dafür eine 483er
Eintragung gerechtfertigt wäre. Genauso wenig eine gelegentliche
Überschreitung der Stufe 2. Eine Charge besteht erst dann den Dissolution
Test nach USP nicht, wenn sie auch auf Stufe 3 nicht entspricht.
Erst wenn bei einem bestimmten Produkt häufig die Stufe 2 nicht
eingehalten wird und gleichzeitig andere Chargen dieses Produktes in Stufe
3 abgelehnt werden müssen, wird ein 483-er Eintrag für angemessen
gehalten.
Soweit die Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen zum Dissolution
Test in den Human Drug CGMP Notes.
Eine sehr aktuelle Publikation zur Freisetzungsprüfung aus dem Jahr
2003, die unter Mitwirkung der FDA entstanden ist, ist das FIP/AAPS
Positionspapier zur Freisetzungsprüfung von neuen und speziellen
Darreichungsformen. Diese Veröffentlichung "FIP/AAPS Guidelines to
Dissolution/in Vitro Release Testing of Novel /Special Dosage Forms"
finden Sie hier.