Nicht zuletzt durch die Vielzahl der Behördeninspektionen ist das
Thema 'GMP-gerechte Dokumentation in der Pharma-Technik' in den Blickpunkt
des Interesses gerückt. Speziell dem Thema Änderungen bzw. der Kontrolle
der Änderungen und deren Dokumentation wurde besondere Beachtung
geschenkt.
Änderungskontrollsysteme sollten ein fester Bestandteil des jeweiligen
firmeninternen Qualitätsmanagements sein. Aufgabe und Ziel ist die
Sicherstellung, dass alle angekündigten oder beantragten Änderungen
ausführlich überprüft sowie vollständig dokumentiert und autorisiert
werden.
Die Behandlung von Änderungen im technischen Bereich beginnt mit deren
Einstufung bezüglich der GMP-Relevanz. Diese sollte durch eine
Risikoanalyse begleitet werden. Wie, d.h. mit welchen Methoden und welcher
Dokumentation dies erfolgt, ist nicht geregelt und wird von Firma zu Firma
unterschiedlich gehandhabt.
Ein häufiges Problem ist der Umgang mit Änderungen bei laufenden
Qualifizierungsphasen (z.B. während der IQ oder OQ). Hierbei spielt eine
entscheidende Rolle, dass Anlagenlieferant und pharm. Hersteller
einheitliche Verfahrensweisen zum Change Control absprechen und sich
gemeinsam daran halten.
Im Zusammenhang mit der Änderungskontrolle von Anlagen wird die Frage
nach Art und Umfang der erforderlichen Requalifizierung sehr häufig
gestellt. Oft wird darüber hinaus gefragt, ob man überhaupt
requalifizieren muss, wenn man ein Change-Control-System betreibt und
keine kritischen Änderungen durchgeführt wurden. Bei der Beantwortung
dieser Frage spielen die Themen vorbeugende Instandhaltung, Rekalibrierung
und statistische Prozesskontrolle eine wichtige Rolle. Change Control im
Bereich Technik ist daher eines von mehreren Mittel zur Aufrechterhaltung
des Qualifizierungsstatus.
Die zu Anfang erwähnten Behördeninspektionen und die Ergebnisse
daraus zeigen, dass die Dokumentation im Bereich Technik zwar meist als
selbstverständlich angesehen, am Ende im Bezug auf GMP-gerechte
Vorgehensweise aber doch häufig als nicht ausreichend erkannt wird.
Nachfolgend finden Sie einen Auszug aus den Originalzitaten der
Warning Letters Fiskaljahr 2003: Hier Beispiele aus dem Bereich
"Schriftliche Anweisungen; Abweichungen"
Changes to written procedures are not drafted, reviewed and approved by
the appropriate organizational unit and reviewed and approved by the
quality control unit [21 CFR 211.100(a)] and [21 CFR 820.40(b)]. …
Deviations from written production and process control procedures are
not justified. [21 CFR 211.100(b)] and [21 CFR 820.100(a)(2)].
Specifically, a deviation from the approved procedure … "Sterile
Filtration of Product" was not appropriately recorded and justified.
The process was changed to include in each of the […]nozzles used in the
aseptic filling of saline solution in room […] with no assessment of the
impact of the change on sterile finished products.
Failure to follow your procedure related to your Change Control Program
as required by 21 CFR 211.100(a). For example, many instances were
reported as lacking the required signatures prior to the implementation of
a change requested.
"The inspection revealed inadequate process validation of
drug manufacturing (as required by 21 CFR 211.100, 211.110(a), and
211.110(b)), failure to follow Standard Operating Procedures for
change controls and process validation (as required by 21 CFR 211.100(b) and
211.22(d)),
Vorgaben zu der GMP-gerechten Dokumentation von Änderungen finden Sie
Im Annex
15 zum EG GMP-Leitfaden.
Hier heißt es unter anderem:
... Alle Änderungen, die die Produktqualität oder die
Reproduzierbarkeit des Prozesses beeinflussen könnten, sollten formal
beantragt, dokumentiert und genehmigt werden. Die wahrscheinlichen
Auswirkungen der Änderung der Einrichtungen, Anlagen und Ausrüstung auf
das Produkt sollten bewertet werden. Dies schließt eine Risikoanalyse
ein. ...