Jedes Jahr (seit 2000) erstellt CONCEPT HEIDELBERG den FDA Warning Letter
Report. Hier wird - bezogen auf das zurückliegende Fiscal Year 2003 -
eine systematische Analyse der Findings vorgenommen.
Wertet man die Warning Letters der FDA nach dem Kriterium der dort
zitierten Paragrafen aus dem Part 211 des 21 CFR (Code of Federal
Regulations) aus, so erhält man ein Bild über die hauptsächlichen
Mängel, die die FDA bei ihren Inspektionen vorfindet.
Für das Fiskaljahr 2003 (Okt. 2002 bis Sept. 2003) liegt nun eine
vollständige Auswertung von insgesamt 42 Warning Letters, die Paragrafen
aus Part 211 zitieren, vor. Nach Häufigkeit der Zitate angeordnet ergibt
sich folgende Übersicht:
Die folgende Tabelle zeigt die genaue Bezeichnung der Paragrafen sowie
deren Zuordnung zu den einzelnen Systemen, die die FDA gemäß ihres seit
Februar 2002 offiziellen systemorientierten Inspektionsansatzes betrachtet
(s. unsere GMP-News
vom 16. Juli 2003).
CFR-Paragraf
Genaue Bezeichnung
Anzahl der Zitate
(Anzahl
Zitate im FY 02)
System
211.100
Written procedures; deviations
Subpart F – Production and Process Controls
25
(32)
Quality System
211.165
Testing and release for distribution
Subpart I – Laboratory Controls
24
(22)
Quality System + Laboratory Control System
211.22
Responsibilities of quality control unit
Subpart B – Organization and Personnel
18
(21)
Quality System
211.192
Production record review
Subpart J – Records and Reports
18
(21)
Quality System
211.188
Batch production and control records
Subpart J – Records and Reports
17
(20)
Production System
211.68
Automatic, mechanical, and electronic equipment
Subpart D – Equipment
16
(8)
Facilities and Equipment System
211.160
General requirements
Subpart I – Laboratory Controls
16
(22)
Quality System + Laboratory Control System
211.84
Testing and approval or rejection of components, drug product
containers, and closures
Subpart E – Control of Components and Drug Product Containers
and Closures
15 (11)
Materials System
211.25
Personnel qualifications
Subpart B – Organization and Personnel
14 (15)
Quality System
211.130
Packaging and labelling operations
Subpart G – Packaging and Labeling Control
11
(7)
Packaging and Labeling System
211.186
Master production and control records
Subpart J – Records and Reports
11
(7)
Production System
211.166
Stability Testing
Subpart I – Laboratory Controls
9
(19)
Laboratory Control System
211.194
Laboratory records
Subpart J – Records and Reports
9 (10)
Laboratory Control System
211.67
Equipment cleaning and maintenance
Subpart D – Equipment
8 (21)
Facilities and Equipment System
211.110
Sampling and testing of in-process materials and drug products
Subpart F – Production and Process Controls
8
(14)
Production System
211.122
Materials examination and usage criteria
Subpart G – Packaging and Labeling Control
8 (8)
Packaging and Labeling System
211.125
Labeling issuance
Subpart G – Packaging and Labeling Control
8
(3)
Packaging and Labeling System
211.198
Complaint files
Subpart J – Records and Reports
8
(10)
Quality System
Aus dieser Zusammenstellung wird klar ersichtlich, dass Mängel im
Quality System am häufigsten gefunden werden. Spitzenreiter, wie auch
schon im Vorjahr ist der § 211.100, der die Erstellung, Genehmigung und
Handhabung von schriftlichen Arbeitsanweisungen im Produktionsbereich und
den Umgang mit Abweichungen beschreibt (s. unsere GMP-News
vom 19. März 2003; die dort vorgestellte Auswertung bezieht sich nicht auf das
Fiskaljahr sondern auf das Kalenderjahr 02). Die Findings bezogen sich
darauf, dass
entweder keine schriftlichen Anweisungen vorlagen oder dass sie nicht
befolgt wurden – Versäumnisse, die der Quality Unit zugerechnet werden,
ebenso wie in den Bereichen "Chargenprüfung und Freigabe"
(211.165) bzw. "Überprüfung der Herstelldokumentation"
(211.192). Auch die mangelhafte Wahrnehmung der Verantwortlichkeiten und
Pflichten durch die QU wurde von der FDA häufig kritisiert.
Wie zu erwarten unterscheidet sich das Bild in den oberen Rängen der
"Top Ten" des FY 2003 nicht grundsätzlich von dem des FY 2002.
Gemäß dem "System-based inspection approach" nimmt die FDA bei
jeder Inspektion das "Quality System" sehr genau unter die Lupe.
Dagegen ist ein starker Anstieg der Findings im Bereich
"Facilities and Equipment System" bezüglich Qualifizierung,
Validierung und Kalibrierung von Produktionsequipment zu verzeichnen
(211.68) – desgleichen im Bereich "Packaging and Labeling
System" bezüglich Handhabung und Kontrolle von Etiketten (211.125).
Stark zurück gegangen sind die Beanstandungen zu "Equipment
cleaning and maintenance" (211.67) und "Stability testing"
(211.166); allerdings sind diese Themen, obgleich weniger häufig, immer
noch unter den "Top Ten" zu finden.
Grundsätzlich liefern Auswertungen von Warning Letters wertvolle
Hinweise für die Vorbereitung von FDA-Inspektionen. Eine der wichtigsten
Aufgaben im Vorfeld einer FDA-Besuchs besteht demnach darin, eventuelle
Lücken im "Quality System" ausfindig zu machen und zu
schließen. Da die anderen Systeme mit dem "Quality System" an
mehreren Stellen gemeinsame Schnittmengen haben, dürfte ein solches
Vorgehen recht effizient sein.
Als Ergebnis unserer Analyse entstehen Datensammlungen, die die genauen
Beschreibungen der jeweiligen Findings enthalten. Zukünftig werden wir
auf der Basis dieser sehr umfangreichen Datensammlung Detailanalysen
publizieren, die sich dann mit Abweichungen zu einzelnen der
Top-10-Findings befassen. Ein Beispiel für die Datensammlung sehen Sie,
wenn Sie hier klicken.
Für die
Mitglieder der European Compliance Academy haben wir die
Top-3-Abweichungstabellen in die Members Area gestellt. Sie können hier
die Members Area aufrufen.
Zu den am häufigsten genannten Abweichungen
in FDA Warning Letters bieten wir
top-aktuelle Seminare mit Referenten aus Behörde und Industrie an.
Über Arbeitsweise, Struktur und
Regelwerke informiert unser Praxisseminar FDA
kompakt, 5./6. Oktober 2004, Mannheim
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