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GMP-News
26. Mai 2004
 

Neue FDA Draft Guidances zu
"Chemistry, Manufacturing, and Control Information (CMC)"

 
Während in Europa die Einreichung von Zulassungsdossiers im CTD (Common Technical Document)-Format bereits seit dem 1. Juli 2003 obligatorisch ist, besteht diese Forderung in den USA bisher nicht. Hier können Zulassungsdossiers im CTD-Format eingereicht werden.

Aus diesem Grunde war es notwendig, in den USA die beiden bisher gültigen Guidelines aus dem Jahr 1987, die die Zulassungsanforderungen an den Wirkstoff (Drug Substance) (3) und an das Arzneimittel (Drug Product) (4) beschreiben, zu überarbeiten.

An dieser Stelle sollte nochmals betont werden, dass das CTD (5) ‚nur' ein einheitliches Format des Zulassungsdossiers vorgibt, nicht aber die inhaltlichen Anforderungen an das Zulassungsdossier beschreibt. Hier gibt es nach wie vor zum Teil erhebliche regionale Unterschiede.

Bereits im Januar 2003 wurde die ‚Drug Product'-Guideline überarbeitet und als Entwurf veröffentlicht (‚Guidance for Industry, Drug Product: Chemistry, Manufacturing, and Controls Information', Draft Guidance, January 2003, (1)). Erst kürzlich, also im Januar 2004, wurde der Entwurf der ‚Drug Substance Guidance' publiziert (‚Guidance for Industry, Drug Substance: Chemistry, Manufacturing, and Controls Information', Draft Guidance, January 2004, (2)). Beide Guidances for Industry beschreiben die inhaltichen Anforderungen, die an die Qualität von Wirkstoff (Drug Substance, (2)) bzw. Arzneimittel (Drug Product, (1)) unter Berücksichtigung des in Modul 3 des CTD, Qualität (M4Q: The CTD – Quality, (6)) vorgegebenen Formates im Zulassungsdossier zu beschreiben sind (s.a. Tab. 1).

Insbesondere der im Januar diesen Jahres veröffentlichte Entwurf der Drug Substance Guidance gibt im Vergleich mit den in der ICH Q7a formulierten Anforderungen an eine GMP-gerechte Wirkstoffherstellung Anlass zu Diskussionen, die in der Publikation von Kirrstetter und Schulz (7) zusammengestellt sind. So wird die teilweise unterschiedliche Nomenklatur im neuen Draft und in der ICH Q7a bemängelt: Während in ICH Q7a der Wirkstoff mit ‚active pharmaceutical ingredient' bezeichnet wird, heißt es in der Draft Guidance (und in Anlehnung an das CTD, das diesen Begriff bereits vorgibt) ‚Drug Substance'.

Weitere Unterschiede/Abweichungen zeigen sich insbesondere in den drei Bereichen:

  1. Definition und Beschreibung von Prozesskontrollen (Process Controls)
  2. Handhabung von Umarbeitungen (Reprocessing, Reworking, Recycling, etc.)
  3. Neudefinition und Festlegung von Ausgangsmaterial (Starting Material)

Es wird interessant werden, ob und wenn ja welche Änderungsvorschläge nach Ablauf der Kommentierungsphase in der endgültigen Version der neuen Drug Substance Guidance übernommen werden.
  

Im Rahmen der diesjährigen 7th APIC/CEFIC European Conference on Active Pharmaceutical Ingredients (20.-22. Oktober 2004 in Lissabon / Portugal) wird die Überarbeitung der Drug Substance Guidance (2) eines der Themenschwerpunkte sein. Dr. Guirag Poochikian, FDA, wird zum Thema ‚An update of FDA CMC Guidances – Drug Substance and BACPAC II' halten (Vortrag am Freitag, 22. Oktober 2004, 08.00-09.00h). Zur weiteren Information über die diesjährige APIC Konferenz klicken Sie bitte hier.

 
Tabelle 1:
Gegenüberstellung des Kapitel von Modul 3 CTD, Qualität ((5) sowie der beiden Draft Guidances for Industry für Drug Substance (2) und Drug Product (1)

CTD Module 3

FDA Drug Substance
Draft Guidance (2)

FDA Drug Product
Draft Guidance (1)

 

I. Introduction

I. Introduction

 

II. Background

II. Background

3.1 Module 3 Table of contents

   

3.2.S Drug Substance

Drug Substance

 

3.2.S.1 General Information

III. General Information

 

3.2.S.2 Manufacture

IV: Manufacture

 

3.2.S.3 Characterisation

V. Characterization

 

3.2.S.4 Control of drug substance

VI. Control of Drug Substance

 

3.2.S.5 Reference Standards or Materials

VII. Reference Standards or Materials

 

3.2.S.6 Container Closure System

VIII. Container Closure System

 

3.2.S.7 Stability

IX. Stability

 

3.2.P DRUG PRODUCT

 

Drug Product

3.2.P.1 Description and composition of the drug product

 

III. Description and composition of the drug product

3.2.P.2 Pharmaceutical Development

 

IV. Pharmaceutical Development

3.2.P.3 Manufacture

 

V. Manufacture

3.2.P.4 Control of excipients

 

VI. Control of excipients

3.2.P.5 Control of drug product

 

VII. Control of drug product

3.2.P.6 Reference Standards or Materials

 

VIII. Reference standards or materials

3.2.P.7 Container Closure System

 

IX. Container Closure System

3.2.P.8 Stability

 

X. Stability

3.2.A APPENDICES

X. Appendices

XI. Appendices

3.2.R REGIONAL INFORMATION

XI. Regional Information

XII. Regional Information

3.3 LITERATURE REFERENCES

XII. Literature References

XIII. Literature References

 

Attachment 1: Starting Materials for Synthetic Drug Substances

Attachment 1

 

Attachment 2: Starting Materials of Plant or Animal Origin

 
 

Glossary

Glossary

Literatur:

  1. FDA, Guidance for Industry ‚Drug Product – Chemistry, Manufacture, and Controls', Draft Guidance, January 2003, Internet:
    http://www.fda.gov/cder/guidance/1215dft.pdf
  2. FDA, Guidance for Industry, Drug Substance – Chemistry, Manufacture, and Controls', Draft Guidance, January 2004, Internet:
    http://www.fda.gov/cder/guidance/3969dft.pdf
  3. Guideline for submitting supporting documentation in drug applications for the manufacture of drug substances, February 1987, Internet:
    http://www.fda.gov/cder/guidance/drugsub.pdf
  4. Guideline for submitting supporting documentation in drug applications for the manufacture of drug products, February 1987, Internet:
    http://www.fda.gov/cder/guidance/drugprod.htm
  5. The Common Technical Document (CTD), Internet:
    http://www.ich.org/
  6. ICH Guideline: The Common Technical Document for the Registration of Pharmaceuticals for Human Use: Quality - M4Q; Quality Overall Summary of Module 2, Module 3: Quality, Internet:
    http://www.ich.org/MediaServer.jser?@_ID=556&@_MODE=GLB
  7. R. Kirrstetter u. H. Schulz: Aktuelles zu GMP-Regularien – Was gibt es Neues in der EU und den USA?; Pharm.Ind. 66, Nr. 4 (2004), 463-467, Internet:
    http://www.ecv.de/

Autor:
Dr. Barbara Jentges
CONCEPT HEIDELBERG


 

 

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