Neue FDA Draft Guidances
zu
"Chemistry, Manufacturing, and Control Information (CMC)"
Während in Europa die Einreichung von Zulassungsdossiers im CTD (Common
Technical Document)-Format bereits seit dem 1. Juli 2003 obligatorisch
ist, besteht diese Forderung in den USA bisher nicht. Hier können
Zulassungsdossiers im CTD-Format eingereicht werden.
Aus diesem Grunde war es notwendig, in den USA die beiden bisher
gültigen Guidelines aus dem Jahr 1987, die die Zulassungsanforderungen an
den Wirkstoff (Drug Substance) (3) und an das Arzneimittel (Drug Product)
(4) beschreiben, zu überarbeiten.
An dieser Stelle sollte nochmals betont werden, dass das CTD (5) ‚nur'
ein einheitliches Format des Zulassungsdossiers vorgibt, nicht aber
die inhaltlichen Anforderungen an das Zulassungsdossier beschreibt. Hier
gibt es nach wie vor zum Teil erhebliche regionale Unterschiede.
Bereits im Januar 2003 wurde die ‚Drug Product'-Guideline
überarbeitet und als Entwurf veröffentlicht (‚Guidance for
Industry, Drug Product: Chemistry, Manufacturing, and Controls Information',
Draft Guidance, January 2003, (1)). Erst kürzlich, also im Januar 2004,
wurde der Entwurf der ‚Drug Substance Guidance' publiziert (‚Guidance
for Industry, Drug Substance: Chemistry, Manufacturing, and Controls
Information', Draft Guidance, January 2004, (2)). Beide Guidances
for Industry beschreiben die inhaltichen Anforderungen, die an die
Qualität von Wirkstoff (Drug Substance, (2)) bzw. Arzneimittel (Drug
Product, (1)) unter Berücksichtigung des in Modul 3 des CTD, Qualität
(M4Q: The CTD – Quality, (6)) vorgegebenen Formates im Zulassungsdossier
zu beschreiben sind (s.a. Tab. 1).
Insbesondere der im Januar diesen Jahres veröffentlichte Entwurf der
Drug Substance Guidance gibt im Vergleich mit den in der ICH Q7a
formulierten Anforderungen an eine GMP-gerechte Wirkstoffherstellung
Anlass zu Diskussionen, die in der Publikation von Kirrstetter und
Schulz (7) zusammengestellt sind. So wird die teilweise
unterschiedliche Nomenklatur im neuen Draft und in der ICH Q7a bemängelt:
Während in ICH Q7a der Wirkstoff mit ‚active pharmaceutical
ingredient' bezeichnet wird, heißt es in der Draft Guidance (und in
Anlehnung an das CTD, das diesen Begriff bereits vorgibt) ‚Drug
Substance'.
Weitere Unterschiede/Abweichungen zeigen sich insbesondere in den drei
Bereichen:
Definition und Beschreibung von Prozesskontrollen (Process Controls)
Handhabung von Umarbeitungen (Reprocessing, Reworking, Recycling,
etc.)
Neudefinition und Festlegung von Ausgangsmaterial (Starting
Material)
Es wird interessant werden, ob und wenn ja welche Änderungsvorschläge
nach Ablauf der Kommentierungsphase in der endgültigen Version der neuen
Drug Substance Guidance übernommen werden.
Im Rahmen der diesjährigen 7th APIC/CEFIC European Conference on
Active Pharmaceutical Ingredients (20.-22. Oktober 2004 in Lissabon /
Portugal) wird die Überarbeitung der Drug Substance Guidance (2) eines
der Themenschwerpunkte sein. Dr. Guirag Poochikian, FDA, wird zum Thema
‚An update of FDA CMC Guidances – Drug Substance and BACPAC II' halten
(Vortrag am Freitag, 22. Oktober 2004, 08.00-09.00h). Zur weiteren
Information über die diesjährige APIC Konferenz klicken Sie bitte hier.
Tabelle 1: Gegenüberstellung des Kapitel von Modul 3 CTD,
Qualität ((5) sowie der beiden Draft Guidances for Industry für Drug
Substance (2) und Drug Product (1)
CTD Module 3
FDA Drug Substance
Draft Guidance (2)
FDA Drug Product
Draft Guidance (1)
I. Introduction
I. Introduction
II. Background
II. Background
3.1 Module 3 Table of contents
3.2.S Drug Substance
Drug Substance
3.2.S.1 General Information
III. General Information
3.2.S.2 Manufacture
IV: Manufacture
3.2.S.3 Characterisation
V. Characterization
3.2.S.4 Control of drug substance
VI. Control of Drug Substance
3.2.S.5 Reference Standards or Materials
VII. Reference Standards or Materials
3.2.S.6 Container Closure System
VIII. Container Closure System
3.2.S.7 Stability
IX. Stability
3.2.P DRUG PRODUCT
Drug Product
3.2.P.1 Description and composition of the drug product
III. Description and composition of the drug product
3.2.P.2 Pharmaceutical Development
IV. Pharmaceutical Development
3.2.P.3 Manufacture
V. Manufacture
3.2.P.4 Control of excipients
VI. Control of excipients
3.2.P.5 Control of drug product
VII. Control of drug product
3.2.P.6 Reference Standards or Materials
VIII. Reference standards or materials
3.2.P.7 Container Closure System
IX. Container Closure System
3.2.P.8 Stability
X. Stability
3.2.A APPENDICES
X. Appendices
XI. Appendices
3.2.R REGIONAL INFORMATION
XI. Regional Information
XII. Regional Information
3.3 LITERATURE REFERENCES
XII. Literature References
XIII. Literature References
Attachment 1: Starting Materials for Synthetic Drug Substances
Attachment 1
Attachment 2: Starting Materials of Plant or Animal Origin
ICH Guideline: The Common Technical Document for the Registration of
Pharmaceuticals for Human Use: Quality - M4Q; Quality Overall Summary of
Module 2, Module 3: Quality, Internet: http://www.ich.org/MediaServer.jser?@_ID=556&@_MODE=GLB
R. Kirrstetter u. H. Schulz: Aktuelles zu GMP-Regularien – Was
gibt es Neues in der EU und den USA?; Pharm.Ind. 66, Nr. 4
(2004), 463-467, Internet: http://www.ecv.de/
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