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GMP-News
4. Mai 2004
 

Gute Versandpraxis und Cold Chain Management –
Aktuelle Regelungsinitiativen

 
Die Grundsätze von GMP bei der Herstellung, Verpackung und Lagerung von Wirkstoffen und Arzneimitteln sind vielfach durch Regelwerke, Richtlinien und Empfehlungen definiert und interpretiert. Dagegen existieren für den GMP-gerechten Versand von Arzneimitteln nur wenige aussagekräftige Dokumente. Die pharmazeutische Industrie agiert jedoch bereits seit geraumer Zeit im globalen Maßstab; insofern kommt dem Thema GMP in der Versand- und Transportpraxis längst größte Bedeutung zu.

Derzeit gibt es drei Initiativen mit dem Ziel Regelwerke für die Gute Transportpraxis zu erstellen und entsprechende Standards zu definieren. Hier ist zum einen die PDA (Parenteral Drug Association) zu nennen. Mitte 2002 wurde von der PDA eine ‚Pharmaceutical Cold Chain Discussion Group' (PCCDG) ins Leben gerufen. Dieses Gremium erarbeitet derzeit – in enger Zusammenarbeit mit der entsprechenden Gruppe auf europäischen Seite, dem ‚Cold Chain Committee' (C3) - eine Guideline zur GMP-gerechten Transportpraxis für temperaturempfindliche Fertigarzneimittel, Zwischenprodukte und Wirkstoffe. In dieser Guideline werden Primär- und Sekundärpackmittelspezifikationen sowie die Prinzipien der Transportvalidierung beschrieben.

Eine weitere wichtige Initiative geht von der USP aus. Im Pharmacopoeial Forum (Ausgabe Sept.-Okt. 2003) wurde der Entwurf eines allgemeinen Informationskapitels '<1079> Good Storage and Shipping Practices' veröffentlicht und für 6 Monate zur Kommentierung freigegeben. Dieses Dokument richtet sich an Arzneimittelhersteller, Umverpacker, Zwischenhändler, Transporteure und Apotheker und behandelt folgende Themen:

Lagerbereich:

  • Erstellung Temperatur-Profil
  • Lagerung bei kontrollierter RT - Kühl-, Kalt-, Gefrier-Lagerung
  • Regelungen zum Wareneingang

Vertrieb und Transport von Arzneimitteln:

  • Kühlkettenmanagement
  • Transport-Fahrzeuge Fahrzeug-Validierung
  • Wahl von Verpackung / Vertriebsweg
  • Anwendung standardisierter Belastungstests
  • Schutz zerbrechlicher Fracht

Anfang dieses Jahres gab die WHO ein Dokument mit dem Titel 'Good Distribution Practices (GDP) for Pharmaceutical Products' zur Kommentierung bis Ende März heraus. Diese Leitlinien enthalten Regelungen zu folgenden Punkten:

  • Qualitätsmanagement, Organisation und Personal
  • Gebäude und Lagerbereiche
  • Transportfahrzeugen, Umverpackungen und Kennzeichnung
  • Versand-, Transportpraxis und Dokumentation
  • Umpacken und Umetikettieren
  • Reklamationen, Rückrufe und Retouren
  • Importe und Vertragswesen

Laut Zeitplan sollen diese Guidelines im Juni diesen Jahres zur zweiten Kommentierungsrunde ausgegeben und im Herbst dem '39th WHO Expert Committee on Specifications for Pharmaceutical Preparations' vorgelegt werden.

Diese Richtlinien stellen das Pendant zu dem Dokument 'Good Trade and Distribution Practices for Pharmaceutical Starting Materials' dar, das 2003 in den WHO Technical Report Series erschienen ist. Dieses Dokument finden Sie hier.

Auf europäischer Ebene ist übrigens die EG-Richtlinie 'Guidelines on Good Distribution Practice of Medicinal Products for Human Use' (94/C 63/03) aus dem Jahr 1992 als Grundlage für Inspektionen maßgebend. (Klicken Sie hier für das Dokument.) 

Die hier vorgestellten Initiativen zeigen, dass Regelungsbedarf besteht für GMP-gerechte Abläufe im Versand- und Transportwesen und dass hierzu in naher Zukunft entsprechende Regelwerke erscheinen werden, die zu beachten sind.
  

Informieren Sie sich zum Thema "GMP-konformes Cold Chain Management" auf unserem Seminar Good Transportation Practice, das am 30. Juni 2004 in Mannheim stattfindet. Das vollständige Programm zu dieser hochaktuellen Veranstaltung finden Sie hier.


Autor:
Dr. G. Becker
CONCEPT HEIDELBERG


 

 

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