Mit Wirkung vom 12. März 2004 hat die FDA ein schon lange bestehendes
Grundsatzdokument zur Validierung von pharmazeutischen
Herstellungsprozessen für Arzneimittel überarbeitet, die vor der
Vermarktung Zulassungsanforderungen erfüllen müssen. Dieses
Grundsatzdokument trägt jetzt den Titel Process
Validation Requirements for Drug Products and Active Pharmaceutical
Ingredients Subject to Pre-Market Approval (bisher: Process
Validation Requirements for Drug Products Subject to Pre-Market Approval).
Die sogenannten Compliance Policy Guides (CPG) sind für FDA-Angestellte
bestimmt und sollen zur Einheitlichkeit der Grundsatzentscheidungen der
Behörde in Sachen GMP-Konformität beitragen.
Wie schon die Vorgängerversion dieser Grundsatz-Richtlinie bestätigt
auch die neue Version, dass FDA-Angestellte, die über die Marktzulassung
von Arzneimitteln entscheiden, einen Zulassungsantrag genehmigen können,
noch bevor eine Firma eine oder mehrere Validierungschargen in
handelsüblicher Chargengröße produziert hat. Das revidierte CPG erkennt
erneut bestimmte Bedingungen an, unter denen eine Firma
Arzneimittelchargen auf den Markt bringen kann, während sie noch Daten
zur Bestätigung der Validität des Herstellungsprozesses sammelt.
Neu an dieser Version ist die Anerkennung der Rolle neuer komplexer
technischer Prinzipien und Steuerungstechnologien bei der Sicherung der
Chargenqualität. Im Hinblick auf Arzneimittel, die mithilfe dieser neuen
Prinzipien und Technologien hergestellt werden, ermöglicht dieses CPG
Ausnahmen von der Regel, dass vor dem ersten Verkauf mehrere
Validierungschargen produziert werden müssen. In dieser Version fehlt
auch der Hinweis auf "drei" Validierungschargen in
handelsüblicher Chargengröße als ausreichende Mindestmenge zum
Erbringen des Validierungsnachweises: es wird keine feste Zahl mehr
erwähnt. Diese Version verdeutlicht außerdem die Bedeutung der
Informationsgewinnung nach der Vermarktung, insbesondere in Bezug auf jene
Chargen, die direkt nach den Validierungschargen gefertigt werden. Und
schließlich beinhaltet dieses Dokument einen Hinweis auf den derzeit
anerkannten Standard für cGMPs bei der Herstellung von Wirkstoffen:
Guidance for Industry, Q7A, GMP Guidance for Active Pharmaceutical
Ingredients, herausgegeben im August 2001.
Dies stellt einen wichtigen ersten Schritt im Plan der FDA dar, sich
dem Bereich der Prozessvalidierung zuzuwenden. Der nächste Schritt
wird darin bestehen, die Guideline
on General Principles of Process Validation
(Mai 1987) auf den neuesten Stand zu bringen, um moderne
Herstellungsprinzipien, -technologien und -forschungsergebnisse
einzubeziehen. Dieses Update wird dann in Übereinstimmung mit dem
"Good Guidance Practice"-Verfahren der FDA revidiert werden und
vor seiner Fertigstellung die öffentliche Bekanntmachung sowie Kommentare
aus der Industrie einschließen. Als letzten Schritt in diesem Prozess
wird man sich mit der vorgeschlagenen Revision der cGMPs, dem Federal
Register vom 3. Mai 1996, Current Good Manufacturing Practice;
Proposed Amendment of Certain requirements for Finished Pharmaceuticals,
befassen. Diese Bestrebungen werden in Einklang mit der FDA-Initiative zur
Regulierung der pharmazeutischen Qualität erfolgen, die unter dem Titel
"Pharmaceutical cGMPs for the 21st Century: A Risk-Based
Approach" bekannt ist. Über Fortschritte in diesen Belangen wird in
zukünftigen Ankündigungen zur Initiative berichtet werden.