Wallhäußer Preis 2003
für Arzneimittelqualität und -sicherheit an Herrn
Klaus Feuerhelm
verliehen
Am 2. März 2004 wurde im Dorint Konreßhotel Mannheim der von CONCEPT HEIDELBERG initiierte und mit EURO 5.000,- dotierte
"Wallhäußer-Preis 2003 für Arzneimittelqualität und -sicherheit" verliehen.
Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die durch Publikationen oder ihr
Lebenswerk einen wesentlichen Beitrag auf dem Gebiet der Arzneimittelqualität bzw. Arzneimittelsicherheit geleistet haben.
Die Juroren des Wallhäußer Preises, Dr. Wolfgang Schumacher,
F. Hoffmann-La Roche AG, und Rudolf Völler, Regierungspräsidium Darmstadt, zeichneten
Herrn Klaus Feuerhelm
Regierungspräsidium Tübingen
für seine Publikation "Computergestützte Systeme im Rahmen der
Behördeninspektion: SAP R/3, SPS, IT-Infrastruktur", erschienen im Pharma Technologie Journal Nr. 1085/2003 "Aktuelle Aspekte der Validierung computer-gestützter Systeme", aus.
Der 1987 erstmals ausgelobte Wallhäußer-Preis wird für das Jahr 2004 erneut ausgeschrieben. Satzung und Teilnahmebedingungen sind auf Anfrage von CONCEPT HEIDELBERG, Rischerstraße 8, 69123 Heidelberg, erhältlich.
v.l.n.r.: Jurymitglied Dr. Wolfgang Schumacher (Hoffmann-La Roche AG),
Preisträger Klaus Feuerhelm, Oliver Schmidt (Geschäftsführer CONCEPT HEIDELBERG), Jurymitglied Rudolf Völler (RP
Darmstadt)
Laudatio von Dr. Wolfgang
Schumacher, F. Hoffmann-La Roche, anlässlich der Verleihung des
Wallhäußer Preises an Herrn Klaus Feuerhelm am 2. März 2004 im Dorint Kongreß-Hotel Mannheim
Sehr verehrte Frau Feuerhelm,
sehr geehrter Herr Feuerhelm,
meine Damen und Herren,
die Jury zur Verleihung des Wallhäußer Qualitätspreises hat alljährlich die Aufgabe den Preisträger auszuwählen. Dies hat immer 2 Seiten: Einerseits macht es Freude, sich mit pharmazeutischer Fachliteratur auseinander zu setzen und zahlreiche interessante Artikel zum zweiten Mal zu lesen (das erste Mal hat man ja schon eine gewisse Vorauswahl im Laufe des Jahres getroffen), andererseits hat man aber die Qual der Wahl.
So war es auch Anfang dieses Jahres, als sich Herr Völler und ich zu diesem Zweck getroffen haben. Im letzten Jahr ist eine außerordentlich große Anzahl guter Arbeiten publiziert worden, die wir allesamt geprüft haben, mit dem Ergebnis, dass mehrere Kandidaten in die engere Wahl der Jury kamen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht - wohl wissend, dass des einen Freud zwangsläufig des anderen Leid ist - der Wallhäußer Preis kann nicht geteilt werden.
Warum haben wir nach der Verleihung an einen Behördenvertreter im letzten Jahr (es war Herr Hiob, wie Sie sich erinnern werden) wieder einen Inspektor ausgewählt? Wir hatten hierfür gute Gründe, da die Arbeiten von Herrn Feuerhelm besonders hilfreich und interessant sind. Wir wollen mit dem Wallhäußer Preis 2 Dinge tun: Eine oder mehrere wertvolle Arbeiten auszeichnen und deren Autor besonders würdigen. Herr Feuerhelm, Sie zeigen, wie man sich mit großem persönlichen Engagement für die gute Sache der Qualität einsetzen kann. Das müssen Sie schon beruflich tun, als Inspektor, aber dafür alleine gibt es natürlich keinen Preis. In Ihrer Funktion setzen Sie sich beispielhaft darüber hinaus dafür ein, das komplizierte pharmazeutische Gesetzeswerk zu interpretieren und verständlich darzustellen.
Gerade das brauchen wir - und mit „wir" meine ich die pharmazeutische Industrie, die in diesem Jahr besonders stark durch die neuerliche Gesundheitsreform und die in Deutschland zu gewährenden Rabatte in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Investitionsbereitschaft wird sicher hierunter leiden, und die einst führende Stellung der europäischen (ich nenne hier einmal stellvertretend die deutsche und Schweizer pharmazeutische Industrie) riskiert im harten Konkurrenzkampf, weiter an Bedeutung zu verlieren, weil die Mittel für Forschung und Entwicklung immer knapper werden.
Was ist Ihr Beitrag? Sie geben uns Sicherheit in der Interpretation der Regularien, die ja immer schwieriger verständlich und gemessen in Kilogramm umfangreicher werden. Die Qualitätsabteilungen in den Firmen sind hier besonders gebeutelt, da die Kollegen mit der erwähnten Komplexität bei mangelnder Personalstärke konfrontiert sind und zurecht kommen müssen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Die Industrie möchte die besten Produkte für den kranken Menschen zur Verfügung stellen, kann aber auch nicht uferlos investieren, wenn der Kapitalrückfluss nicht sichergestellt ist. Die QS Abteilungen können ein Lied von Personalkürzungen singen - bei ständig wachsender Flut von Regularien, stagnierenden Umsätzen und zurückgehenden Gewinnen.
Wir brauchen die Unterstützung der Behörde, die uns beraten sollte, wie man denn am besten die Erfüllung der Regularien erreichen könnte. Eine entsprechende Hilfestellung geben Sie uns, Herr Feuerhelm, mit Ihren Publikationen und Vorträgen, denn Sie haben den Überblick über die Branche und gehen mit großem Augenmaß an die Sache heran. Man kann mit Ihnen sehr gut und hart diskutieren, und wir sind sicher nicht in allen Punkten einer Meinung, aber wir können aus diesen Diskussionen lernen.
Erlauben Sie mir nach den sachlichen Ausführungen auch einige personenbezogene Aspekte, einen komprimierten Einblick in Ihren beruflichen Werdegang wird uns gleich im Anschluss Herr Völler geben: Ihr beruflicher Werdegang führte Sie nach dem Studium der Elektrotechnik zur Pharmazie. Nach einiger Zeit in einer kleineren pharmazeutischen Firma - Sie waren also auch schon auf der anderen Seite des Gartenzaunes - haben Sie zur Arzneimittelleitstelle des Regierungspräsidiums Tübingen gewechselt, wo Sie für die Arzneimittelüberwachung zuständig sind. Sie haben mehrere Jahre auch PTAs und PKAs unterrichtet. Die EDV hat Sie wohl besonders aufgrund Ihrer früheren Ausbildung interessiert und im Deutschen Apothekerverlag sind von Ihnen Bücher zum Einsatz der EDV in der Apotheke erschienen (Internet für Pharmazeuten, Umgang mit dem Office Paket in der Apotheke). Mit der Herstellung des kritischsten Einsatzstoffes überhaupt, nämlich Wasser für Injektionszwecke, befassen sich auch einige Abhandlungen.
Privat fehlt Ihnen, Herr Feuerhelm, ein kleiner Baustein zur vollendeten Erfüllung der Prinzipien der Qualität: Sie haben die magischen 3 Validierungschargen in Ihrer Familienplanung nicht ganz erreicht, da Sie nur 2 Kinder haben. Natürlich interessiert uns an dieser Stelle auch, was Sie nach Feierabend Spaß macht: Sie sind Fußballfan und Ihr schwäbisch-alemannischer Zungenschlag gibt schon eindeutige Hinweise, für welchen Verein Ihr Herz schlägt: Es ist natürlich der VfB Stuttgart.
Wie ich gehört habe, gibt es noch weitere Dinge, die vielleicht den Haussegen gelegentlich in leichte Schieflage bringen könnten: Sie sammeln nämlich Comichefte der 50 er und 60 er Jahre, was nicht gerade zu den Platz sparenden Hobbies gehört. Dieses ist gepaart mit der Leidenschaft für Modelleisenbahnen. Aus meiner Jugend weiß ich nur zu gut, dass eine schöne Anlage für viele ein Platzverschwender par Excellence ist - aber lassen Sie sich nicht beirren. Ich z.B. hätte meine Eisenbahnlandschaft gerne noch…
Zum Schluss ein wohlmeinender Tipp: Vielleicht können Sie das Wallhäußer-Preisgeld in 4 Portionen aufteilen: Fußball, Eisenbahn, Comichefte und eine kleine Anerkennung für Ihre Gattin, die so viele Hobbies duldet…
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